4. Dezember 2019

Die Zwillinge Gabriel und Günter

Die Zwillinge Gabriel und Günter steckten die Köpfe zusammen und tuschelten. Dabei sahen sie sich vor, dass niemand mitbekommen konnte, was sie sich gerade erzählten, denn das würde ihren Plan zunichtemachen.
„Lass uns heute Nacht abhauen, bevor es zu spät ist“, meinte Günter leise und dann schnatterte er laut, weil sich der Bauer näherte. Gabriel stimmte mit ein, denn das tun Gänse, wenn sich jemand in ihre Nähe begibt. Der Bauer hatte sie sogar mal als „seine Wachhunde“ bezeichnet. Das war zwar eigentlich ungehörig, aber trotzdem hatte es sie doch ein wenig mit Stolz erfüllt. Hunde waren schließlich gefährliche Tiere mit scharfen Zähnen. Denen wollte keiner so leicht ans Leben.
Bei Gänsen war das anders, ganz besonders vor Weihnachten, denn bei vielen Familien landete eine Weihnachtsgans im Bratentopf und das waren keine guten Aussichten.
„Wir gehen nach Bethlehem, da wird uns nichts geschehen!“, hatten sie deshalb beschlossen.
Nun könnte man sich fragen, woher denn die Gänse von der Weihnachtsgeschichte wussten. Das war so: der kleine Johannes, der Sohn vom Bauern, hatte ihnen die Geschichte erzählt. So romantisch und spannend klang es, dass da der Josef mit seiner Maria den langen Weg zurücklegte und dann das Christkind in einem Stall geboren wurde, so, als sei es eines von ihnen. Günter und Gabriel waren davon überzeugt, dass dieser Menschensohn, nicht nur für die Menschen geboren war, sondern auch für die Tiere und deshalb wollten sie ihm die Ehre erweisen und auch nach Bethlehem reisen. Sie wussten zwar nicht so genau, wo es langging, aber das würde sich schon ergeben, dachten sie.
„Wahrscheinlich“, meinte Gabriel, „sind wir ja sowieso Engel. Schau uns an, wir haben ein weißes Kleid und Flügel, genau wie die Engel. Wir können fliegen und sind liebreizend anzusehen und ich heiße sogar so wie der Engel Gabriel. Vielleicht bin ich gar einer seiner Nachfahren, könnte doch sein, oder?“
Günter rollte mit den Augen, dass machte er immer, wenn Gabriel etwas sagte, das unglaublich klang, aber doch ein Körnchen Wahrheit haben könnte.
„Gabriel, du bist zwar ein eingebildeter Fatzke, aber da du mein Zwillingsbruder bist, könntest du in diesem Fall recht haben. Dann allerdings … wären wir beide Engel.“
„Sag ich doch!“ Gabriel war stolz darauf, dass er das erkannt hatte. Außerdem fand er es viel schöner, ein Engel zu sein, als ein Wachhund.
Als der Bauer außer Sichtweite war, machten sich die beiden Gänseengel deshalb auf den Weg nach Bethlehem. Vergnügt schnatterten sie, als sie ein Loch im Zaun fanden, drunter her
krochen und sich gleich darauf in die Luft hoben, wie richtige Engel das eben machen.
Da bin ich ja wirklich gespannt, ob die beiden es bis nach Bethlehem geschafft haben. Wenn Oma Betty das sagt, dann wird es wohl stimmen. Bei uns gab es übrigens zu Weihnachten noch nie eine Gans und nachdem ich nun diese Geschichte kenne, werde ich auch keine Gans essen, ich schwöre!
Ich freue mich schon auf die nächste Geschichte, mal sehen, was Oma noch so in ihrem alten Adventkalender gefunden hat und welche Geschichte sie dazu erzählen wird.

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3. Dezember 2019

Weiter geht es mit der Geschichte:
In einem anderen Türchen des Adventskalenders fanden wir Kinder ein Schaf, zu dem uns unsere Mutter die folgende Geschichte erzählte:

Das Schäfchen mit dem Sprachfehler

„Muh“, machte das Schäfchen.
„Hey, du, du bist ein Schaf, Schafe machen nicht „Muh“, sie machen „Mäh“!“, sagte der Esel, der auf dem Weg nach Bethlehem schon seit Stunden neben dem Schaf hertrottete.
„Muh! Das weiß ich doch, aber es gelingt mir nicht!“, antwortete das Schäfchen traurig.
„Du musst üben“, meinte der Esel und machte es dem Schaf noch einmal vor. „Mäh, Mäh, Mäh, ist doch ganz einfach!“ Er lachte.
„Du hast gut lachen. Dir fullt es scheinbar nicht schwer, das Wort zu sagen. Ich übe doch schon immer, hör: Muh, Muh, Muh!“
Der Esel lachte noch immer, aber er dachte darüber nach, wie er dem Schaf helfen könnte.
„Sag mal ‚Schaf‘!“ Das Schäfchen gehorchte. „Schaf!“, sagte es brav. „Das ist einfach!“
„Und wie heißt ein kleines Schaf?“, fragte der Esel hinterlistig.
„Schufchen!“, blöckte das Schaf und es ärgerte sich, dass auch dieses Wort nicht gelang. „Siehst du, ich kann es einfach nicht.“
„Da muss doch was zu machen sein“, überlegte der Esel. „Es kann ja nicht sein, dass wir in Bethlehem ankommen und du sagst zur Begrüßung ‚Muh‘. Was soll das Christkind denn von uns denken?“ Traurig ließ er seine langen Ohren hängen, doch plötzlich stellte er sie wieder auf.
„Ich hab’s!“, rief er begeistert. „Du sagst ganz einfach keine Wörter mehr, in denen ein Ä vorkommt, denn das Ä ist ja wohl das Problem, oder?“
„Muh, ich glaube wohl“, antwortete das Schäfchen.
„Machen wir noch einen Test“, schlug der Esel vor. „Sag mal ‚Bär‘!“
Das Schäfchen begann zu zittern. „Muh, das sage ich nicht, vor dem habe ich Angst!“
„Ach ja, dann sag mal ‚Käse‘!“
„Kuse, verflixt nochmal!“
„Dann sag ‚Täter‘!“
„Nee, mach ich nicht, du lachst mich ja wieder aus“, das kleine Schaf verzweifelte mehr und mehr.
Sie hatten aber schon wieder ein langes Stück ihres Weges zurückgelegt. Eine Weile schwiegen beide, dann rief der Esel fröhlich:
„Jetzt weiß ich, wie wir’s machen!“
Dem Schaf gefiel dieses WIR sehr, es fühlte sich plötzlich nicht mehr allein mit seinem Problem und es tat ihm gut, dass der Esel zum Freund wurde und es ernst nahm.
„Pass auf“, sagte dieser jetzt. „Sag mal Esel!“
„Esel“, rief das Schaf, ohne jegliches Problem.
„Jetzt: Kerze rufen!“, befahl der Esel.
„Kerze!“, rief das Schaf.
„Bethlehem!“, schlug der Esel vor. Auch das klappte gut. Das Schaf wurde immer mutiger und posaunte die E-Wörter nur so raus.
„Tee!“, war das nächste Wort.
„Tee!“, rief auch das Schaf.
„Meh!“, das war wieder der Esel.
„Meh!“, blökte das Schaf begeistert. „Meh, Meh, Meh!“
„Na siehste!“, rief der Esel. „Ich bin stolz auf dich, Schaf!“
„Und ich bin auch stolz auf mich, denn nun weiß ich endlich, wie ich diesen blöden Buchstaben umgehen kann. Ich nehme einfach das E und weißt du was, lieber Esel?“, fragte das Schaf glücklich.
„Erzähle!“, meinte der Esel gespannt.
„Ich weiß nun auch, was eine Eselsbrücke ist!“ Das Schaf lachte und konnte sich kaum mehr einkriegen vor Lachen.
Ja, so war das!

Oma Betty lachte auch, sie fand die Geschichte selbst witzig und ich konnte hören, wie sie Tränen lachte. Ob sie diese kleine Geschichte selbst ausgedacht hatte, das weiß ich nicht, vermute es aber stark und wisst ihr was? Ich bin nun schon mächtig gespannt auf die nächste Geschichte, ihr auch?

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2. Dezember 2019

Hier beginnt nun also die Geschichte, die Oma Betty in den vergangenen Nächten geträumt hat und die sie für uns Enkelkinder aufgenommen hat, damit wir sie, an jedem Abend im Advent, ein Stückchen weiterhören können.

Vor langer Zeit, ich war damals selbst noch ein Kind, passierte im Advent etwas, das ich euch erzählen möchte. Damals gab es auch schon Adventskalender, aber sie waren ganz anders als heute. Wir Kinder hatte einen bunten Kalender, der mit 24 Türchen versehen war und an jedem Morgen durften wir ein Türchen öffnen und schauen, was sich dahinter verbarg. Das geschah abwechselnd und soweit ich mich erinnere, gab es niemals Streit darum, wer mit dem Öffnen an der Reihe war. Da ich die Älteste war, durfte ich beginnen. Es waren keine Geschenke drin, keine Schokolade oder irgendwelche anderen Dinge, sondern einfach nur bunte Bildchen. Jedes Bild hatte etwas mit Weihnachten zu tun und unsere Mutter erzählte uns zu dem jeweiligen Bild eine kleine Geschichte.

Die drei Glocken

Im ersten Türchen fanden wir eine kleine goldenen Glocke und hörten die Geschichte vom Glöckchen, das im Glockenturm einer kleinen Bergkapelle sein Zuhause gehabt hatte. Am Sonntag vor dem Gottesdienst ertönten immer die beiden großen Glocken und der Klang des kleinen Glöckchens ging darin unter, so dass niemand hören konnte, welch silberhelles Stimmchen die Kleine hatte. Trotzdem läutete sie voller Inbrunst, denn sie wusste, dass sie wie Lie-be klang, Lie-be, Lie-be, Lie-be. War das nicht das Wichtigste auf der Welt? Die Liebe!
„Spiel dich nicht so auf, Kleine, tönte die dicke Glocke, die alle anderen übertönte. Es ist der Glaube, der am wichtigsten ist. Ja, ja, der Glaube!“ Sie legte sich noch einmal so richtig ins Zeug und die Kinder, die vor der Kirche standen legten die Hände auf die Ohren, so laut war sie.
„Und was ist mit mir?“, fragte die dritte Glocke, die ein wenig kleiner war als die Dicke, aber immer noch laut genug, um die kleine Glocke zu übertönen. „Ich bin die Hoffnung und ohne die Hoffnung geht gar nichts!“
Es stimmt nicht, dachte die kleine Glocke, aber sie schwieg. Wusste sie doch genau, dass die Liebe, war sie als Glöckchen auch noch so klein, die Größte von allen war, was ihre Bedeutung betraf. Aber sie liebte ja ihre beiden Freunde und deshalb ließ sie diese gewähren.
Langsam klangen sie aus, die Gottesdienstbesucher waren alle in der Kirche, als die Hoffnungsglocke leise sagte: „Bald ist wieder Weihnachten, ich hoffe sehr, dass es friedlich sein wird, hier und überall auf der Welt!“
„Das möchte ich so gern glauben“, flüsterte die Glaubensglocke. „Aber denkt doch mal an die vielen traurigen Erlebnisse dieses Jahres. Da kann einem angst und bange werden, findet ihr nicht auch?“
Beinahe hätten die beiden anderen Glocken genickt, aber das durften sie nicht, weil sie erst am Ende der Sonntagsfeier wieder läuten durften.
„Vielleicht“, wisperte die kleine Glocke, „vielleicht sollten wir einmal alles anders machen, nicht mehr schweigen und uns fügen, sondern die Menschen darauf aufmerksam machen, wie wichtig Glaube, Liebe und Hoffnung sind. Was meint ihr?“
„Sie hat recht!“, meinte die Dicke und auch die Mittlere stimmte zu. „Ja, wir sollten nicht mehr schweigen. Kleine Glocke, fang du an und wir stimmen dann leise mit ein. Wie findest du das?“
So kam es, dass die kleine Glocke zunächst ganz allein ihr Lie-be, Lie-be, Lie-be erklingen ließ, ganz fein und leise klang das und die Menschen horchten auf. Und als die mittlere Glocke einstimmte, da staunten alle, die es hören konnten und das war weithin möglich. Schließlich setzte die große Glocke ein und man hörte das Geläute der drei weit über den Ort hinaus. Die Menschen blieben stehen und lauschten andächtig.
„Jetzt kann Weihnachten werden!“, sagte der alte Michel, der zum ersten Mal nach vielen Jahren ein Lächeln auf den Lippen hatte. „Glaube, Liebe und Hoffnung, diese drei“, flüsterte er und schaute glücklich in den Winterhimmel.

An dieser Stelle beendete Oma Betty die Glockengeschichte, sie schluckte und ich konnte hören, dass sie jeden Moment weinen würde. Ich kenne ja meine Oma, sie ist manchmal so ergriffen, selbst von ihren eigenen Geschichten, dass sie einfach weint. Seltsam, oder? Aber ihr müsstet sie dann mal erleben, wenn sie was Lustiges geschrieben hat. Dann lacht sie sich kaputt, das finde ich persönlich ja noch etwas besser, obwohl mir die Glockengeschichte schon ganz gut gefallen hat. Mal sehen, was als nächsten kommen wird.

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1. Dezember 2019

Von meiner Oma Betty habe ich euch ja schon viel erzählt. Heute möchte ich von etwas berichten, das ihr mir sicherlich nicht glauben werdet, so verrückt klingt das. Aber eigentlich ist es egal, ob ihr mir glaubt oder nicht, denn ich weiß genau, dass es so ist.
Manchmal übernachte ich ja bei Oma und Opa. Am liebsten schlafe ich zwischen den beiden, in der Besucherritze, denn da sind sie ganz nah bei mir und das finde ich einfach herrlich. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich mittlerweile alle Eigenheiten meiner Großeltern kenne. Was ich meine? Na, wenn Opa ganz leise schnarcht, dann ist er im Tiefschlaf und ich kann mit Oma ruhig noch ein wenig herumalbern, es stört ihn nicht. Macht er aber so komische Verschluck – Geräusche, dann kann es sein, dass er jeden Moment aufwacht und schimpft.
„Ruhig, ihr beiden!“, sagt er dann und wir warten, bis wieder diese leisen, entspannten Schnarcher kommen. Dass wir zwischendurch kichern müssen, das könnt ihr euch sicher vorstellen.
Aber auch Oma hat ihre Eigenheiten. Sie wird zum Beispiel mitten in der Nacht wach, nimmt ihren Block und schreibt etwas auf, was sie gerade geträumt hat. Ich habe das schon öfter erlebt und wundere mich, dass sie so umfangreiche Träume hat, die ein oder gar zwei Seiten lang sind. Unglaublich, oder? Aber ich schwöre, es ist so.
Jetzt beginnt ja die Adventszeit und Oma träumt jede Nacht. Das behauptet sie jedenfalls. Kontrollieren kann ich das nicht, weil ich ja nicht immer bei Oma schlafen kann. Aber ich sehe doch, dass sie schon wieder einen ganzen Block vollgeschrieben hat, lauter Geschichten. Dafür würde ich wohl Monate brauchen, oder Jahre, echt.
„Oma, kannst du auch Fortsetzungsgeschichten träumen?“, habe ich sie neulich gefragt.
„Ja, mittlerweile gelingt mir das auch!“, sagte sie und schnappte sich sofort ihren Block. „Warte einen Moment, mir ist gerade etwas eingefallen!“
Diese Momente sind manchmal ziemlich lang, aber das macht nichts, denn die fertigen Geschichten bekomme ich ja dann exklusiv geliefert. Oh, ich mag es, wenn Oma mir vorliest. Das ist noch besser als Pizza Salami zu essen und das ist schon megatoll.
„Ab morgen“, hat Oma gesagt. „Ab morgen lese ich dir jeden Tag ein Stück der Adventsgeschichte vor, die ich seit Tagen träume!“
„Aber Oma, morgen bin ich doch gar nicht da!“
„Ich mache eine Hörgeschichte draus und schicke sie Mama jeden Abend auf ihr Handy!“
Ich finde das mega! Und es ist ja auch richtig praktisch, denn Oma hat ja nicht nur mich, sondern noch weitere vier Enkelkinder, denen kann sie die Geschichte dann auch schicken. Ich bin ja großzügig und teile gern. Also, ab morgen geht es los. Ihr müsst leider selbst lesen, aber ihr seid ja schon groß und könnt viel schneller lesen als ich. Ich wünsche uns allen viel Spaß!

Bis morgen, ich wünsche allen einen schönen ersten Advent!

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Kindermund

„Du, Regina!“
„Ja, was ist denn?“
„Ich war mit meiner Mama in der Bibliothek, dort haben wir ein Buch von dir gesehen!“
„Wie schön, welches war es denn?“
„Das mit dem Tannenbaum* vorne drauf!“
„Aha!“
„Wir haben es auch ausgeliehen. Aber gelesen habe ich es nicht!“
„Warum nicht?“
„Es ist stinklangweilig!“

Auf der Suche nach einer älteren Geschichte von mir stieß ich eben auf diesem Eintrag in meinem alten Blog. Den wollte ich euch doch nicht vorenthalten. Es geht um das Buch Lichterglanz und Tannenduft, das mittlerweile vergriffen ist. (War ja auch langweilig) 🙂

 

 

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Sonntagskind

Heute vor 34 Jahren wurde mein Sohn geboren. Es war auch ein Sonntag, er ist also ein Sonntagskind. Man sagt, Sonntagskinder haben es leicht im Leben. Das kann ich so nicht bestätigen, mein Sohn macht es sich oft schwerer als es nötig wäre.

Aber wir haben einen guten Draht zueinander, er hat mir vier wunderbare Enkelkinder geschenkt, für die ich jeden Tag dankbar bin.

Ich erinnere mich noch gut an den Tag seiner Geburt, stundenlang habe ich ihn angeschaut und mein Herz lief über vor lauter Liebe. Das war ein ganz wunderbares Gefühl, eines das anhält und nun durch die Enkel noch einmal weiter entfacht wird – dabei dachte ich immer: mehr Liebe geht nicht!

Geht aber!

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Philip und ich

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Vorlesetag nochmal

Gestern war ja der bundesweite Vorlesetag. Ich hatte schon erzählt, dass ich auch teilgenommen habe und in einem hiesigen Kindergarten vorgelesen habe. Es liegt nahe, dass ich meine eigenen Geschichten dafür genommen habe und das kam sehr gut an. Die Kinder haben toll zugehört, aber auch interessante Fragen gestellt und nach einer Geschichte von Parallelen zu ihrem eigenen Leben erzählt.

Werde ich definitiv schon bald wieder machen.

Hier nochmal ein Foto, das ich zeigen kann. Die anderen zeigen die Kinder zu deutlich und das möchte ich nicht tun. (Es waren natürlich viel mehr Kinder, aber nur diese hier durften fotografiert werden)

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Vorlesetag 15.11.2019

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Oma Bettys neuer Hut (Reizwortgeschichte)

Regenhut – Pfütze – verzeihen – lausig – orange

Das sind die Reizwörter für unsere neuen Geschichten. Meine lest ihr hier, die meiner beiden Mitstreiterinnen bitte anklicken:

Von-Herz-zu-Herz Geschichten von Martina

Lores Märchenzauber

Oma Bettys neuer Hut

Lausig kalt war es heute und zu allem Überfluss war für den Nachmittag Regen angesagt. So ein Mist! Dabei hatte ich mich schon so auf den Besuch bei Oma Betty gefreut. Wir wollten einen Herbstspaziergang machen und anschließend im kleinen Café am Tierpark einen leckeren Kakao mit Marshmallows trinken. Das konnten wir nun wohl vergessen.
Ich rief Oma an, als ich aus der Schule zurückkam.
„Hallo Oma. Ich bin ganz traurig, wir wollten doch zum Tierpark!“, sagte ich.
„Ja und, was spricht dagegen?“, meinte Oma und mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. „Wir ziehen uns schön warm an und ich führe meinen neuen Regenhut aus!“, sagte Oma fröhlich.
„Klasse!“, rief ich ins Telefon. „Wann soll ich kommen?“
„Du weißt doch, erst mein Mittagsschläfchen, dann bin ich zu jeder Schandtat bereit!“
Mama bestand darauf, dass ich nach dem Essen meine Hausaufgaben erledigen sollte. „Dann hast du den Kopf frei und das tut gut!“, behauptete sie und ich fügte mich. Es war dann auch gar nicht schlimm, irgendwie machte mir die Aufgabe heute sogar Spaß, was nicht immer der Fall ist. Wir sollten alles aufschreiben, was wir am Morgen über den Kürbis gelernt hatten. Da ich gut aufgepasst hatte, fiel es mir nicht schwer und als ich dann zu meinem Text noch einen leuchtend orangen Kürbis dazu gemalt hatte, war ich happy. Die Zeit hatte ich völlig vergessen und als Mama in mein Zimmer kam und mich erinnerte, dass ich doch zu Oma wollte, musste ich mich sputen.
Mit dem dicken Pulli, den Oma mir gestrickt hatte, der wetterfesten Jacke und quietschbunten Socken in Gummistiefeln machte ich mich dann auf den Weg zu Oma. Ich sang fröhlich vor mich hin und ließ keine einzige Pfütze aus unterwegs. Ach, es machte so Spaß so richtig mit Schmackes hinein zu hüpfen. Dabei wurde es immer später, aber das würde Oma mir sicherlich verzeihen.
Dreimal hatte ich bereits an der Haustür geklingelt, doch Oma machte nicht auf. Also ging ich ums Haus herum und schaute im Garten nach Oma. Ich hatte sie schon einige Male gerufen, als sich plötzlich hinter dem Komposthaufen ein dicker Fliegenpilz in Bewegung setzte. Das gab’s doch gar nicht, zum einen nicht so dicke Fliegenpilze und schon gar keine, die laufen konnten. Ich wusste das und trotzdem fuhr mir der Schreck in die Glieder. Da, jetzt kam er auf mich zu. Ich wollte weglaufen, aber meine Beine konnten sich nicht rühren. Jetzt rief der dicke Pilz meinen Namen! „Hallo Mila!“, rief er und nochmal: „Hallo Mila!“
„Oh mein Gott! Fliegenpilze sind gefährlich, aber fressen sie auch Großmütter?“, schrie ich.
„Hä? Was ist denn das für eine Frage?“, sagte der Fliegenpilz und lachte laut.
Ich schwöre, dass ich erst in diesem Moment erkannte, dass da meine Oma vor mir stand, leibhaftig, mit ihrem neuen Regenhut – rot, mit weißen Tupfen. Sie trug ihre weiße Regenjacke und Gummistiefel. Den Hut hatte sie tief ins Gesicht gezogen.
Ich habe Oma nicht verraten, dass ich einen Moment lang richtig Angst gehabt hatte und dicker Fliegenpilz habe ich auch nicht zu ihr gesagt, ehrlich.

© Regina Meier zu Verl

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Vorlesetag

Morgen gibt es eine neue Reizwortgeschichte hier im Blog, aber heute bereite ich mich zuerst einmal auf den bundesweiten Vorlesetag vor, der morgen stattfindet.

Ich bin eingeladen, in einem hiesigen Kindergarten vorzulesen. Es gibt Geschichten vom kleinen Trecker, von Sumsinella und die ein oder andere Geschichte aus meinen Vogelgeschichten. Weihnachtliches ist ja erst nach dem Totensonntag angesagt (jedenfalls bei mir). Natürlich kommt auch meine Oma Betty zum Einsatz, diese Geschichten lese ich für die älteren Kinder vor.

Ich freu mich schon und werde anschließend ein wenig davon erzählen.

#bundesweiter Vorlesetag

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Eigentlich

wollte ich in diesem Jahr keinen öffentlichen Adventskalender schreiben. Ich habe für mein Enkelchen Nora einen ersten Adventskalender gemalt und nur wenige Worte dazu geschrieben, da sie ja erst knapp vier Monate alt ist und zwar den Klang unserer Stimmen liebt und bunte Bilder aufmerksam betrachtet, aber noch nicht so richtig verstehen kann, um was es geht. Im nächsten Jahr werde ich die kleinen Geschichten dazu dann erweitern und so hat sie gleich für mehrere Jahr einen Geschichtenadventskalender.

Nun ist es aber so, dass ich von verschiedenen Seiten angesprochen werde, welches Thema denn mein neuer Internetadventskalender haben wird und ich sehe, dass der Kalender „Weihnachten im Stall“ recht häufig angeklickt wird. Es rattert also in meinem Kopf: Soll ich, oder soll ich nicht? Ist die Zeit nicht zu knapp, schaffe ich das überhaupt noch, immerhin ist heute schon der 12. November.

Gestern war ich dann beim Zahnarzt, Kontrolle (alles okay, yippi yea) und Zahnreinigung – und auch dort die Frage: Bekommen wir wieder einen Adventskalender mit Geschichten?
Kann man da noch „nein“ sagen? Kann man, ich aber nicht deshalb geht es nun ab heute ans Werk. Irgendwelche Wünsche von Seiten meiner Leser? Themenvorschläge etc?

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Noras Türchen Nr. 12

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