Freitagslaune

Bei uns gibt es heute Gemüseeintopf, wie oft am Freitag. Immer mal wieder mit anderem Gemüse drin, aber immer mit roten Linsen. Ich liebe rote Linsen, sehr sogar.
Das Kochen geht ruckzuck und während alles vor sich hinköchelt, habe ich Zeit für mich (auch für den Haushalt)und das genieße ich eigentlich.
Heute nicht – irgendwie ist heute alles anders als sonst an Freitagen. Nun frage ich mich, woran es liegt und ich finde nicht die erhellende Antwort darauf.
– Die Sonne scheint – das Wetter ist es also nicht!
– Mein Mann erholt sich langsam von seiner Grippe, ein Grund zum Freuen.
– Ich bin gesund und habe alles in dieser Woche erledigt, was anstand.

Was ist also los mit mir?

Ich weiß es nicht, backe jetzt erstmal einen Kuchen, vielleicht geht’s dann wieder.

2017-09-08 12.11.06

Pflaumenkuchen

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Alltag, Tagebucheinträge | Verschlagwortet mit , , | 7 Kommentare

So fühlt sich Glück an

Als mein erstes Enkelkind geboren wurde, am 24.1.2008, war ich nach seinen Eltern die erste, die es kennenlernen durfte. Schon in der Nacht durfte ich ihn halten und ich erinnere mich noch gut an dieses Glücksgefühl. Bis heute haben wir einen ganz besonderen Draht zueinander und dafür bin ich sehr dankbar.

Mittlerweile sind es vier Enkel und ich liebe sie alle sehr. Ich hätte nicht gedacht, dass sich dieses Glücksgefühl noch einmal steigern könnte. Ist aber so, denn nun ist meine Tochter schwanger, zum ersten Mal. Im Juli wird dann erstmals ein Enkelkind hier in unserem Haus wohnen und gestern hat sie mich mitgenommen zum Arzt. Ich habe das Kind auf dem Ultraschallbild gesehen, wie es sich bewegte und munter in der Fruchtblase herumschwamm. Ich kann kaum beschreiben, was das für ein Gefühl war. Mein Herz wummerte wie verrückt, ein Wunder, so ein großes (winziges) Wunder.

Oh, ich bin eine glückliche Frau! Danke Lukas, Djamila, Lio, Maila und „Baby“, danke, dass ich das erleben darf!

Veröffentlicht unter Alltag, Tagebucheinträge | Verschlagwortet mit , , | 13 Kommentare

DANKE!

Herzlichen Dank euch allen für die Genesungswünsche! Es hat geholfen, ich bin wieder einigermaßen fit, lasse es aber noch langsam angehen.

Solange stricke ich ein bisschen, lese ein bisschen und ruhe ein bisschen. Heute feiere ich (ruhend) den Geburtstag meiner Tochter, die für ein paar Tage an der Ostsee weilt und morgen hat meine Mama Geburtstag, auch das wird ein eher ruhiges Fest. Sie wird 87 Jahre alt.

 

 

Veröffentlicht unter Alltag, Tagebucheinträge | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

Mich hat’s erwischt

Die Nase läuft, der Kopf fühlt sich tonnenschwer an, die Füße sind trotz warmer Wollsocken eiskalt. Eine heftige Erkältung eben – hatte ich lange nicht, muss ich eigentlich auch nicht haben.

Vorgestern hatte ich noch eine Lesung, da war noch alles klar, aber als ich am Abend nach Hause kam, fröstelte ich schon und gestern habe ich mich noch tapfer durch den Tag geschlagen. Heute geht nichts mehr. Schreiben besser als lesen, aber auch das läuft nicht besonders gut. Also lass ich es wohl besser.

Ab aufs Sofa, mit Körnerkissen und einer Schnulze auf dem Bildschirm, das wird wohl helfen. Ich verabschiede mich also vorläufig mal bis Montag oder so. Wir werden sehen, schnief!

img-20190223-wa0000

 

 

Veröffentlicht unter Alltag, Tagebucheinträge | Verschlagwortet mit , | 18 Kommentare

Ein Tag noch

… dann ist der Karneval schon wieder passé und die Fastenzeit beginnt. Passend dazu habe ich gestern eine kleine Geschichte geschrieben, die in unserem Winterblog zu finden ist. Klick hier! „Agnes und die Hedewittken

Jetzt werde ich mich dem Frühling zuwenden, denn genau danach ist mir. Die ersten Mininarzissen habe ich schon im Garten gefunden und nun freue ich mich auf alles, was da aus der Erde drängt und unser Herz erfreuen möchte.

2017-05-03 13.24.38

Veröffentlicht unter Alltag, Lesetipps, Tagebucheinträge | Verschlagwortet mit , , | 7 Kommentare

Weiberfastnacht *

cropped-img_1541.jpg
Weiberfastnacht

 

„Ich lach mich kaputt!“ Oma Betty wedelt sich mit den Händen Luft ins Gesicht, damit die Lachtränen keine Chance haben. Doch es ist bereits zu spät. Dicke Krokodilstränen kullern aus ihren Augen und zerstören eine halbe Stunde sorgfältiges Arbeiten vor dem Spiegel.
„Ausgerechnet heute …“, kräht Oma Betty. „Wo doch der Bürgermeister …“ Sie bricht ab und rennt ins Badezimmer, kommt aber gleich darauf mit dem Zehnfach-Vergrößerungsspiegel zurück. Fassungslos betrachtet sie ihr Spiegelbild und dann geht es wieder los, zuerst ein Glucksen nur, das aber schwallartig zu einem Lachanfall besonderer Güte wird.
„Was ist mit dem Bürgermeister?“, will ich nun wissen. Ich kann mir nicht vorstellen, was der damit zu tun haben könnte, dass Oma so aus der Fassung gerät.
„Er hat mich eingeladen!“, seufzt Oma und schlagartig verändert sich das Lachen und weicht einem Schluchzen.
„Was ist daran so lustig?“, frage ich vorsichtig und tätschele ihren Oberarm, um sie zu beruhigen.
„Nichts!“, stottert Oma. Sie nimmt ein Tempotuch und versucht die schwarzen Streifen, die ihr gepudertes Gesicht zieren wegzuputzen. Wenn ich das richtig beurteilen kann, macht sie es dadurch noch schlimmer. Mittlerweile ist ihr Gesicht gerötet. Wieder und wieder spuckt sie auf das Tuch und putzt und reibt verzweifelt.
„So soll der mich nicht sehen!“, jammert sie und wirft das Tempotuch in die Ecke. „So nicht!“
Das verstehe ich. So würde ich mich auch nicht gern sehen lassen. Ich frage mich nur, warum sie diesen Aufwand betreibt. Also frage ich mal nach:
„Oma, warum bleibst du nicht einfach so wie du bist. Ich finde dich voll okay!“, sage ich und warte ab.
„Meinst du?“, sagt sie zögernd und versucht, ihrem Spiegelbild zuzulächeln. In zehnfacher Vergrößerung sieht das wohl besonders lustig aus, denn prompt lacht sie wieder los.
Ich kann mich nun auch nicht mehr zusammenreißen und dann lachen wir beide Tränen.
Als wir uns beide wieder beruhigt haben holt Oma einen Waschlappen und wischt die Reste ihrer Malaktion ab. Der Lappen ist braun-schwarz-blau, igitt.
„Ich geh einfach nicht hin!“, sagt Oma. „Da kommen genügend andere, außerdem kennt er mich gar nicht!“
„Wer?“
„Der Bürgermeister!“
„Dann iss ja gut!“, meine ich und insgeheim bin ich froh, dass sie zu Hause bleibt. Ich habe nämlich heute frei. Ist ja Weiberfastnacht und zum Bürgermeister muss ich auch nicht, der hat nämlich die Frauen eingeladen – alle. Und ich bin nun mal ein Mann, ein kleiner, aber immerhin!

Worüber Oma anfangs so gelacht hat, das habe ich noch nicht rausbekommen. Ich bleibe aber am Ball, versprochen.

 

© Regina Meier zu Verl

Veröffentlicht unter Geschichten für Erwachsene, Kindergeschichte | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

Tolle Tage

Die „tollen“ Tage stehen vor der Tür. Morgen ist schon Weiberfastnacht. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich gern an die Zeit mit meinen Freundinnen Inge und Maria zurück. Mit den beiden habe ich diesen Tag in meiner Sturm und Drangzeit gefeiert und es war immer lustig. Aber spätestens seit meine Kinder auf der Welt waren, wurde dieser Tag nicht mehr als Feiertag betrachtet. Es fehlt mir nicht, ganz ehrlich. So ein richtiger Karnevalsjeck war ich nie und verkleidet habe ich mich noch nie so richtig gerne (außer zum Theaterspiel in meiner Zeit an der Waldorfschule).

Da ich nicht feiern „muss/möchte“, bereite ich meine nächste Lesung vor – mit einem vorfreudigen Gefühl, denn zur letzten Lesung habe ich nette Rückmeldungen und einen tollen Pressebericht bekommen. Zeigen kann ich den hier leider nicht, aber inhaltlich konnte man feststellen, dass sich der Schreibende mit meinen Geschichten auseinandergesetzt hatte. Was will man mehr? Ach ja, ein Lob – und das habe ich bekommen!

Also: ran an die Texte, Übung macht den Meister!

 

Veröffentlicht unter Alltag, Tagebucheinträge | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Nach der Lesung

Ungefähr 30 Personen waren der Einladung „Geschichten zum Tee“ am 22.2.2019 gefolgt. In dem kleinen Geschäftsraum des grünen Hauses war es recht gemütlich, überall brannten Teelichter in Glasgefäßen und der angenehme Geruch von verschiedenen Teesorten machte Lust auf eine Tasse Tee.

Zweimal eine halbe Stunde habe ich Geschichten erzählt, im ersten Teil märchenhafte, im zweiten Teil eher Alltagsgeschichten, sehr realitätsnah und überwiegend lustig. So konnten die Zuhörer (überwiegend Frauen) beschwingt ins Wochenende starten. Ich habe nette Rückmeldungen bekommen und bin gespannt auf den Presseartikel, der wohl am Montag erscheinen wird.

Alles in allem war ich sehr zufrieden, mit den Gästen sowieso, aber auch mit der Veranstalterin und sogar mit mir selbst. Ich denke, dass ich das gut gemeistert habe. Meine Stimme hat gut mitgemacht, es gab lediglich eine kleine „Panne“, nämlich als mein Kindle abgestürzt ist mitten in einem Text. wie gut, dass ich alle Texte auch in gedruckter Form bei mir hatte, so entstand keine peinliche Technikversagenspause. Gut so!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Alltag, Tagebucheinträge | 7 Kommentare

Wenn ich mir selbst Geschichten erzähle

„Oma, warum machst du das?“, fragt mich mein Enkel, als er in mein Zimmer kommt und mich dabei erwischt, wie ich mir selbst eine Geschichte vorlese.
„Was meinst du?“
„Na, du kennst doch deine Geschichten schon alle. Warum liest du sie dir dann vor?“, will er wissen.
„Ich übe!“, erkläre ich.
„Aber warum? Du bist doch längst aus der Schule, musst du immer noch üben?“
Er staunt, für ihn sind Hausaufgaben ein Gräuel.
„Es macht mir Spaß und außerdem macht es mich sicherer, wenn ich anderen vorlese!“, mache ich noch einmal einen Erklärungsversuch.
„Ach so!“ Er überlegt. „Für mich liest du perfekt, ich finde nicht, dass du noch üben musst!“, behauptet er und das tut meiner Seele richtig gut. Trotzdem erwidere ich: „Perfekt bin ich ganz sicher nicht!“
„Do-hoch!“, sagt er ernst. „Du bist die perfekteste Regina, die ich kenne.“

Er kennt nur eine, aber das spielt keine Rolle. Ich lege mein Manuskript zur Seite und knuddel ihn, das kann ich ohne zu üben!

 

Veröffentlicht unter Alltag, Kindermund, Tagebucheinträge, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

Leckeres Wetter

Als wir Kinder waren, kam bei uns an den Wochentagen der „Milchwagen“, außer Milch konnte man bei ihm auch Brot und Kuchen und allerlei Dinge für den täglichen Bedarf kaufen. Wir Kinder liebten das und manchmal bekamen wir auch das, was in der folgenden Geschichte eine Rolle spielt. Da es gerade einen Hagelschauer hier gab, habe ich diese Erinnerung direkt in eine Geschichte verpackt.

(Die Namen wurden „deutlich“ verändert, um die Protagonisten zu schützen. 🙂

Leckeres Wetter

Es war ein Montag im Februar. Gerade noch war der Himmel strahlend blau gewesen und erste Sonnenstrahlen hatten sich hervorgewagt.
Das niedliche Rotkehlchen, das täglich seinen Futterplatz auf der Terrasse aufsuchte, stritt mit einer Blaumeise um den besten Platz leckeren Knödel, als es mit einem Mal dunkel wurde. Eine dicke Wolke schob sich vor die Sonne und im nächsten Moment hagelte es.
Unmengen von winzigen weißen Hagelkörnern fielen vom Himmel und bedeckten die Erde mit einem weißen Tuch.
Die Vögelchen vergaßen ihren Streit und nahmen Reißaus.
Gina stand am Fenster und beobachtete das Naturschauspiel. Ihre Schwester saß am Tisch und vernähte die Fäden ihres soeben fertiggestellten Jäckchens fürs Enkelkind.
„Guck mal schnell!“, rief Gina und deutete aus dem Fenster. Elke legte die Handarbeit zur Seite und trat neben die Schwester.
„Aprilwetter!“, sagte sie
„Weißt du noch?“, kicherte Gina. „Die Hagelzuckerplätzchen vom Milchwagen?“
Elke grinste. „Ja, mit einem großen Glas Milch dazu!“ Sie legte der Schwester einen Arm um die Taille.
„Ist lange her!“, sagte sie.
„Stimmt, war aber schön!“, meinte Gina.
„Und lecker!“
Es hatte schon aufgehört zu hageln. Das Rotkehlchen nahm wieder seinen Platz an der Futterstation ein. Die Meise traute sich wohl noch nicht wieder aus ihrem Versteck.
Und die beiden Schwestern?
Träumten von Hagelzuckerplätzchen und einem großen Glas Milch.

© Regina Meier zu Verl

IMG_5571

Veröffentlicht unter Geschichten für Erwachsene, Kindergeschichte, Kindheitserinnerungen, Tagebucheinträge | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare