Nachdenklich

Die am meisten angeklickte Weihnachtsgeschichte in diesem Jahr „Gut, wenn man Freunde hat“, macht mich nachdenklich. Sind es vielleicht gar nicht mehr die klassischen Weihnachtsgeschichten, die gewünscht werden?

Ich selbst halte diese Geschichte nicht für eine der besten, die ich geschrieben habe. Aber vielleicht ist es gerade dieses Thema, das die Menschen beschäftigt. Weil es Alltag ist, dass Kinder ohne eines der Elternteile aufwachsen? Das kann sein, und nicht überall funktioniert das so gut wie bei uns, denn wir sind ja auch eine „sogenannte“ Patchworkfamilie. Mein Sohn ist auch zum zweiten Mal verheiratet und seine vier Kinder spielen hier in trauter Einigkeit miteinander, Geschwister und Halbgeschwister, Ex-Schwiegertochter und Schwiegertochter, ja sogar die Großeltern verstehen sich weiterhin gut und das zeigte sich besonders bei der Kommunion unseres ältesten Enkelkindes in diesem Jahr. Alle waren da und es war ein durchweg harmonisches Miteinander.

Immer fließen diese Erlebnisse auch in meine Geschichten mit ein und trotzdem sind diese Geschichten oft „Heile-Welt-Geschichten“. Es ist also oft eine Sache des Miteinanderumgehens. Ich bin sehr dankbar, dass es bei uns so gut funktioniert und ich wünsche allen, die Ähnliches erleben, dass es auch ihnen gelingen wird.

Möchtet ihr noch wissen, welche meiner Geschichten MEINE Lieblingsweihnachtsgeschichte ist? Bitte schön, diese Geschichte ist auch „erlebt“ und aufgeschrieben: Gruß von Vater

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Was man früher so sagte

Heute mal keine Weihnachts- oder Adventsgeschichte …

Was man früher so sagte

„Jeder hat doch eine Leiche im Keller!“, behauptet Onkel Hermann. Gerade hat er mit Papa über die Nachbarn gesprochen, die ihn mal wieder geärgert haben.
„So langsam aber sicher wird es mir zu bunt. Ich werde es denen schon zeigen!“, fügt er noch hinzu und stürmt dann wütend ins Haus. Ich nutze die Gelegenheit, um Genaueres von Papa über die Leiche zu erfahren. Immerhin klingt das unheimlich und spannend. Für ein Abenteuer bin ich zu haben, jederzeit.
„Was für eine Leiche denn?“, frage ich deshalb. Papa lacht und erklärt mir dann:
„Das sagt man nur so, damit ist gemeint, dass jeder irgendwie Dreck am Stecken hat.“
Damit kann ich auch nichts anfangen, ich frage also weiter.
„Was bedeutet das?“
„Früher hatten die Straßen noch keine Asphaltdecke. Wer von Haus zu Haus oder von Ort zu Ort marschierte, ging über nicht befestigte Wege und hatte dann Dreck an den Schuhen. Das müsstest du doch eigentlich recht gut kennen, wenn ich mir deine Turnschuhe so anschaue! Aber weiter: Man hat dann versucht, mit einem Wanderstock, die schmutzigen Schuhe zu reinigen. Einen Wanderstock nannte man damals auch Stecken. Aber dann hing natürlich Dreck am Stecken. Sinnbildlich wurde das dann auf denjenigen übertragen, der sich eine Schuld aufgeladen hat. Schuld und Sünden stehen für das Schmutzige. Wer also Dreck am Stecken hat, will eine Untat verbergen.“
Ich setze mich zu Papa auf die Treppe. Diese Erklärung reicht mir noch nicht.
„Und was hat das nun mit der Leiche zu tun?“
„Na, es ist genauso wie beim Dreck. Jemand hat etwas zu verbergen, das im Dunklen bleibt. Dann sagt man er habe eine Leiche im Keller!“
„Also hat er gar keine richtige Leiche im Keller, der Nachbar!“, stelle ich fest.
Papa nickt zustimmend, dann sammelt er seine Werkzeuge ein.
„Feierabend für heute. Kommst du mir rein?“, fragt er mich und zwinkert mir zu.
„Ich werde mir jetzt nämlich ein erlesenes Weinchen aus dem Keller holen, der ruht direkt neben unserer Leiche!“
„Mensch Papa, du bist so blöd, ich fasse es nicht!“
„Sei nicht so frech, mein Lieber. Außerdem hast du Dreck am Stecken äh, Turnschuh meine ich. Mach den mal lieber ab, sonst gibt’s Meckerei von Mama!“

© Regina Meier zu Verl

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Der Fremde in der Hütte

Der Fremde in der Hütte

Jana hatte das schönste Zimmer im Haus. Oben unter dem Dach lag es und zum Giebel hinaus zeigte das Fenster. Einen weiten Blick hatte man von dort, bis hinunter ins Tal konnte man schauen. Papa hatte eine hohe Sitzbank gebaut, die über dem Heizkörper stand. Von Oma hatte sie bunte Sitzkissen bekommen. Auf der Bank saß Jana gern, wenn sie las oder einfach träumte. Gemütlich war das und schön warm.
Es war Advent und Jana hatte das Fenster mit Strohsternen geschmückt. Rundherum leuchtete eine Lichterkette, denn Mama erlaubte keine echten Kerzen im Kinderzimmer.
In der Schulbibliothek hatte Jana einige Bücher mit Weihnachtsgeschichten ausgeliehen und jeden Abend las sie eine Geschichte bevor sie ins Bett ging. So auch an diesem Abend.
Von Maria und Josef las sie und von deren vergeblicher Suche nach einer Herberge. Jana fand das so ungerecht, wo doch Maria das Jesuskind unter ihrem Herzen trug. Ob die Menschen damals dem Paar Unterschlupf gewährt hätten, wenn sie gewusst hätten, dass dieses Kind kommen würde, um Gottes Wort zu verkünden? Sie kam zu dem Schluss, dass auch das nichts geholfen hätte, denn die meisten Menschen glaubten nur das, was sie sahen oder was sich beweisen ließ. Jana seufzte. Sie war ja auch nicht besser. Immer hinterfragte sie alles und in die Kirche ging sie auch nur, weil die Eltern es wollten.
Nachdenklich klappte Jana das Buch zu und zog den Stecker der Lichterkette aus der Dose. Sie schaute in den Himmel, an dem heute kein einziger Stern zu sehen war. Dann wanderte der Blick ins Tal. Jana erschrak. War da nicht ein Licht in der Hütte des alten Hinnerk? Wie konnte das sein? Der Hinnerk war doch im letzten Jahr gestorben und seitdem stand die Hütte leer. Aufgeregt lief Jana die Treppe hinunter und stürmte ins Wohnzimmer.
„Mama, Papa, bei Hinnerk brennt Licht, kommt schnell. Das müsst ihr sehen, sonst glaubt ihr mir nicht!“
„Langsam, junge Dame, sicher hast du dich getäuscht. Hast wohl wieder zu lange gelesen und siehst Dinge, die nicht sein können!“
Papa legte aber trotzdem sein Buch zur Seite und erhob sich.
„Dann lass uns mal gucken!“
Zu dritt gingen sie nach oben und schauten aus dem Fenster.
„Tatsächlich, ich sehe es auch. Das ist ja seltsam!“, rief Mama und auch Papa bestätigte die Entdeckung.
„Ich werde morgen mal runtergehen und schauen, was da los ist. Jetzt ist es zu spät und was soll schon passieren. Vielleicht hat sich dort nur jemand einquartiert, der in den Bergen unterwegs war und nicht mehr rechtzeitig nach Hause gekommen ist, bevor es dunkel wurde. Jetzt geh schlafen, Jana. Ich kümmere mich morgen drum!“, versprach er.
Jana konnte lange nicht einschlafen, immer wieder schlüpfte sie aus dem Bett und schaute nach dem Licht. Es war weit nach Mitternacht, als es erlosch.
Am nächsten Morgen, gleich nach dem Frühstück, machte sich Janas Vater auf den Weg zur Hütte. Trotz Betteln und Drängen durfte Jana nicht mitgehen, wo doch Sonntag war und sie nicht zur Schule musste. Es blieb ihr also nichts anderes übrig, als oben am Fenster zu sitzen und zu schauen, wie der Vater ins Tal wanderte und bald darauf schon wieder zurückkam.
Schnell zog Jana die dicken Stiefel an und ihre Jacke und dann lief sie ihm entgegen.
„Und?“, rief sie schon von Weitem.
Doch Papa wehrte ab. „Gleich!“, rief er. Jana konnte es kaum erwarten. Völlig außer Atem kam sie bei ihm an und sah ihn fragend an.
„Die Hütte war verschlossen. Ich habe geklopft und an der Tür gerüttelt, es tat sich nichts. Dann habe ich durch jedes Fenster geschaut und ich glaube, dass drinnen alles unverändert ist. Wenn ich nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, dass da Licht war, dann wäre alles in Ordnung, aber so weiß ich nicht, was wir unternehmen sollten!“
Jana zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es auch nicht, vielleicht sollten wir einfach abwarten, ob heute Abend wieder Licht dort ist und dann können wir ja überlegen, was zu tun ist.“
Mama erwartete die beiden gespannt und ließ sich auch erzählen, was der Vater festgestellt hatte. Gemeinsam beschlossen sie, den Abend in Janas Zimmer zu verbringen, damit sie die Hütte im Auge behalten konnten.
Am Abend versammelten sie sich dann im Dachzimmer. Es gab Kakao und Kekse. Papa las eine Weihnachtsgeschichte vor. Sie handelte vom kleinen Schneemann, der sich so allein fühlte. Jana kamen die Tränen, so leid tat er ihr.
„Es ist ja auch ganz schrecklich, wenn man niemanden hat“, schluchzte sie und umarmte ihre Eltern. „Wie froh bin ich, dass ich euch habe und Oma und Opa und die Freunde und alle eben …“
„Da!“, rief Papa plötzlich. „Da ist es wieder, das Licht!“
Gebannt starrten die Drei in die Dunkelheit und sahen ein schwaches Licht an der Stelle, wo Hinnerks Hütte lag.
„Ob Hinnerks Geist zurückgekommen ist?“, flüsterte Jana.
„Na, das glaube ich weniger. Vielleicht ist es ein Obdachloser, der sich nachts dort versteckt. Wir sollten die Polizei rufen!“, meinte Papa, erntete aber gleich Protest von seinen beiden Frauen.
„Und wenn schon, dann ist es eben so!“, sagte Mama besänftigend. „Er tut uns doch nichts!“
Das fand Jana auch, trotzdem war sie noch immer beunruhigt.
„Aber er hat doch gar nichts zu essen dort und kalt ist es auch.“
„Ihr meint doch nicht etwa, dass wir ihn noch füttern sollten und ihm Feuerholz bringen?“, fragte Papa ärgerlich.
„Warum denn nicht? Es ist bald Weihnachten!“ Mama hatte ein großes Herz und war in Gedanken schon dabei, einen Korb mit Leckereien zu packen. „Aber zuerst mal müssen wir wissen, ob sich dort wirklich jemand versteckt. Ich denke, dass wir morgen noch einmal nachschauen sollten und vielleicht kann ich einfach mal ein paar Kekse hinstellen und dann sehen wir ja, ob jemand da war, der Hunger hatte.“
Am nächsten Tag gingen die Eltern gemeinsam zur Hütte. Jana musste ja in die Schule, was sie sehr ärgerte. Zu gern hätte sie ihre Eltern begleitet. Ein Korb mit Keksen und einer Thermoskanne Kaffee wurde mitgenommen. Eine Kerze und ein Päckchen Streichhölzer legte Papa noch dazu. Für den Abend verabredeten sich alle wieder in Janas Zimmer, um die Sache aus der Ferne zu beobachten.
Und siehe da, wieder erschien das Licht, diesmal sogar etwas heller als an den beiden vergangenen Tagen.
„Er hat die Kerze gefunden!“, sagte Papa.
„Dann wird er auch die Plätzchen essen“, meinte Mama und ärgerte sich insgeheim, dass sie nicht den Rest des Sonntagsbratens dazu gepackt hatte.
Am nächsten Morgen, die Familie saß beim Frühstück, klopfte jemand am Küchenfenster. Mama erschrak so heftig, dass sie sich am Kaffee verschluckte. Ein Mann schaute durch die Scheibe, einer mit weißem Bart und langen Haaren. Er lächelte freundlich und hob den Picknickkorb hoch, den die Eltern am Vortag in der Hütte hatten stehen lassen.
„Der Nikolaus!“, stammelte Jana und wurde ganz blass.
Papa deutete dem Mann, ums Haus herum zu kommen, er wollte ihm die Tür öffnen. Das tat er dann auch. Eine tiefe Stimme erklang und bald darauf lachten die beiden Männer herzlich.
„Das gibt es doch nicht!“, rief Papa immer wieder. „Dass ich das noch erleben darf!“
„Er ist’s wirklich“, flüsterte Jana und Mama, die sich ein wenig erholt hatte von dem Schrecken nickte. „Ja, er ist’s!“
In diesem Moment betrat Papa die Küche und ihm folgte der Mann. Jana wäre am liebsten unter die Eckbank gekrochen, aber sie traute sich nicht von der Stelle.
„Darf ich vorstellen?“, sagte Papa. „Das ist Johann, der Sohn vom alten Hinnerk. Wir haben früher oft zusammengespielt. Als wir älter waren, haben wir uns aus den Augen verloren, denn Johann ist nach Amerika ausgewandert. Nun ist er zurückgekommen und hat die letzten Nächte in der Hütte seines Vaters verbracht.“
„Ich habe den lieben Gruß von Ihnen gestern Abend vorgefunden, dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken!“ Johann reichte Mama die Hand und dann Jana, die mittlerweile wieder etwas Farbe im Gesicht bekommen hatte.
„Das ich das noch erleben durfte!“, sagte Papa zum wiederholten Male. Alle lachten und am lautesten lachte Papa selbst.

© Regina Meier zu Verl

Die Bilder hat mir meine Freundin Marion zur Verfügung gestellt.

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Bohnerwachs – eine Kindheitserinnerung

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Regina – 2 Jahre alt

Heute, als ich wach wurde, hatte ich einen seltsamen Geruch in der Nase. Einen, den ich zunächst nicht zuordnen konnte und nun weiß ich auch warum: Ich habe diesen Duft lange nicht in der Nase gehabt, er ist nicht mehr modern.
Tante Guste bohnerte ihre Holzdielen früher, immer freitags. Sie war wie meine dritte Oma, eine Nachbarin, die für uns drei Kinder eben viel mehr war als eine Nachbarin. Ob sie mir heute im Traum begegnet ist, dass ich diesen Duft wahrnahm beim Erwachen?

Heute sehe ich ihr Gesicht ganz deutlich vor mir, ihr Lächeln, ihre weißen Haare, die stets eine frische Dauerwelle hatten. Ich sehe ihre Hände und höre ihre Stimme. Sie ist schon so lange tot, doch sie bleibt unvergessen.
Toll war es, wenn ich auf dem Bohnerbesen sitzen durfte, während sie die Dielen polierte. Sie sagte immer, dass es viel besser, geht, wenn ich draufsitze. Der Fußboden wurde durch das Gewicht noch blanker poliert und es roch im ganzen Haus nach Sauberkeit.

Aprospos sauber: samstags war Badetag. Was das mit Tante Guste zu tun hat? Viel, wir teilten uns das Badezimmer, das zwar in unserer Wohnung lag, aber einmal wöchentlich von Tante Guste, ihrem Mann und ihrer erwachsenen Tochter mitbenutzt wurde. Auch hier kriecht mir wieder ein ganz besonderer Duft in die Nase: Apfelblütenduft-Schaumbad, mmmh!

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Enya und der Engel

Meine Gedanken zum gestrigen Post:

Was ist das schönste Geschenk, das du bekommen/verschenkt hast.

Spontan fiel mir einiges ein, über das ich schreiben könnte. Meine beiden schönsten Geschenke waren natürlich meine Kinder, Philip und Judith. Das Gefühl zu beschreiben, wenn man sein eigenes Kind in den Armen hält, würde viele Seiten füllen. Alles, was einem da so durch den Kopf geht, die Freude, das Glück aber auch die Ängste, die damit einhergehen sind beinahe unbeschreiblich. Diese große Geschenk setzt sich fort und da meine Kinder mittlerweile erwachsen sind, beschenken sie mich mit Enkelkindern – noch so ein Glück, das nicht in Worte zu fassen ist (jedenfalls nicht in wenige Worte). Ich bin dankbar, dass ich sie aufwachsen sehen darf, dass sie meine Liebe erwidern und mich fast täglich beschenken.

Ich habe mich dann aber entschieden, über ein anderes Geschenk zu schreiben, das ich einmal erhalten habe. Nie werde ich dieses Gefühl vergessen, ja, ich kann sagen, dass es mich noch heute mit Freude erfüllt. Das war so:

Enya, eine Schülerin, die ich schon kennengelernt habe, als sie noch in den Kindergarten ging, kam einmal wöchentlich zu mir zum Klavierunterricht. Es hat mir immer viel Freude gemacht, sie zu unterrichten (mittlerweile ist sie 17 Jahre alt und kommt noch immer zu mir). Wir verstanden uns prima, haben immer einen ganz besonderen Draht zueinander. Einmal, wir hatten gerade Weihnachtslieder geübt, um sie den Eltern in einer kleinen Feierstunde vorzuspielen, sagte sie zu mir:

„Regina, glaubst du an Engel?“, fragte Enya.

„Ja, ich glaube fest daran, dass die Engel uns beschützen“, ich musste über die Antwort nicht lange nachdenken, denn schon oft hatte ich gespürt, dass immer dann, wenn es mir mal nicht so gut ging, irgendwelche Mächte, nennen wir sie Engel, eine Lösung oder eine Besserung herbeiführten.

„Ich glaube das auch, ich weiß es sogar!“, behauptete Enya.

„Na ja, gesehen habe ich noch keinen Engel. Woher weißt du so genau, dass es sie gibt?“, wollte ich von ihr wissen.

„Es ist ganz einfach. Sie sind immer da und sie tun uns gut. Einer sitzt hier gerade neben mit auf der Klavierbank!“

Das war eines der schönsten Geschenke, die ich bekommen habe. Ein Geschenk, das nichts kostet, das man nicht aufessen kann, das sich nicht verbraucht sondern im Herzen bleibt – immer.

 

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Inspiriert

Heute folge ich einem Aufruf von Sunnybee, die sich eine Blogparade ausgedacht hat zum Thema : Was ist das schönste (immaterielle) Geschenk, das du in deinem Leben bekommen – oder geschenkt – hast! 

Spontan fallen mir zwei Dinge ein und ich werde dazu etwas schreiben, heute Abend, in aller Ruhe. Ich habe heute tagsüber gleich mehrere Termine, die ich wahrnehmen muss (will).

Vielleicht möchtet ihr ja auch etwas dazu schreiben, dann folgt doch einfach dem obigen Link.

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Fynns Trecker

2013-10-08-20-31-52

Fynns Trecker

Fynn hat vor ein paar Tagen im Schaufenster des Spielzeugladens einen Trecker gesehen, an den er immerzu denken muss.
„Hätte ich doch so einen Traktor“, denkt er, „dann könnte ich Onkel Heiner auf dem Hof helfen.“
Man kann richtig drauf sitzen und es gibt sogar ein Güllefass und einen Ladewagen dazu. Fynn hilft oft seinem Onkel nach der Schule, aber mit einem eigenen Trecker könnte er viel mehr machen.
Am Nachmittag spricht er mit Mama und erklärt ihr, welche Vorteile es hätte, wenn er den Trecker bekommen würde.
„Wünsch ihn dir zu Weihnachten!“, schlägt sie vor und geht wieder an ihre Arbeit.
Papa werkelt in der Garage und hat grad gar keine Zeit. „Lass uns später drüber reden, oder wünsch ihn dir einfach vom Christkind!“ sagt er und krabbelt wieder unter das Auto.
„Erwachsene sind blöd und schieben es immer auf andere“, denkt Fynn und beißt sich auf die Unterlippe. Dann kommt ihm Oma in den Sinn. Die schickt ihn zu Onkel Heiner und der hat Zeit für Fynn. Er kocht sich einen Kaffee und für Fynn einen heißen Kakao und dann setzen sich die beiden Männer an den Küchentisch und beratschlagen, wie Fynn zu seinem Traktor kommen könnte.
„Stimmt schon, ich kann deine Hilfe gut gebrauchen, aber die Ernte ist eingefahren und die Felder sind gepflügt. Die Arbeit die jetzt im Winter anfällt, kann ich gut allein bewältigen. Allerdings ist im Frühjahr dann wieder dein Einsatz gefragt. Das bedeutet, dass es früh genug wäre, wenn dein Wünsch zu Weihnachten erfüllt würde. Ich spreche mal mit dem Christkind.“
Damit kann Fynn etwas anfangen. Endlich mal einer, der handeln will und ihn nicht auf später vertröstet. „Wie willst du das denn machen? Hast du die Telefonnummer?“, will er von Heiner wissen.
Der Onkel kratzt sich den Kopf und denkt lange nach, bevor er antwortet: „Wir schreiben eine Email, das müsste hinhauen!“
Fynn ist zufrieden. Heiner hat ihm einen Ausdruck von der Email gemacht. Darin steht:
Liebes Christkind,
mein fleißiger Gehilfe Fynn, von Müllers nebenan, der mir immer bei der Hofarbeit hilft, braucht einen Trecker – ganz dringend braucht er ihn. Kann man da was machen?
Um Antwort wird gebeten,
dein Heiner Finkebach aus Vorderstedt
Jeden Tag fragt Fynn nun bei Heiner nach, ob das Christkind schon geantwortet hat. Nach einer Woche ist es endlich soweit:
Lieber Heiner Finkebach,
deine Email ist angekommen, ich werde schauen, was ich machen kann. Grüße an den kleinen Fynn und fröhliche Weihnachten.
Das Christkind
Am Heiligabend ist Fynn gespannt auf seine Geschenke. Natürlich rechnet er damit, einen Trecker zu bekommen, doch als er die liebevoll verpackten Pakete sieht, ist keines dabei, das auch nur annähernd die Form seines Traktors hat. Fynn ist enttäuscht und mag gar nicht anfangen mit dem Auspacken.
Als es an der Tür schellt, bleibt er ganz einfach traurig sitzen und lässt Mama hingehen. Dann hört er im Flur Onkel Heiners Stimme.
„Das ist bei mir angekommen, wir hatten wohl vergessen, die richtige Adresse anzugeben und das Christkind hat diese Kiste bei mir abgestellt!“
Wie der Wind rennt Fynn in den Flur und springt dem Onkel Heiner auf den Arm, dann küsst er seine Mutter, rennt in die Stube und knuddelt den Papa.
Alle gemeinsam packen das große Geschenk aus und als der Trecker endlich vor ihm steht, weint Fynn vor Freude ein paar Tränen.
Dann setzt er sich den Trecker und fährt direkt in die Stube, beinahe wäre er der Katze über den Schwanz gefahren.
Dieses Weihnachtsfest wird Fynn nie vergessen und er freut sich schon auf die Arbeit auf dem Bauernhof. Das Christkind ist einfach klasse!
© Regina Meier zu Verl

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Nikolaustag

2015-12-02 13.19.51

Ist Nikolaus schon auf der Reise

oder packt er noch die Gaben?

Pst, ihr Lieben, seid mal leise,

schließlich möchte‘ ich auch was haben.

 

Nikolaus ist doch schon alt,

und er braucht auch seine Ruhe.

Trotzdem kommt er sicher bald

mit der großen Plätzchentruhe.

 

Was sagt ihr? Es gibt ihn nicht?

Ihr habt doch wirklich keinen Schimmer,

lernt ruhig schon mal ein Gedicht,

das kann nicht schaden, er kommt immer!

 

© Regina Meier zu Verl

 

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Ein Licht in der Dunkelheit

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Ein Licht in der Dunkelheit

Es war einmal, vor langer Zeit, als es noch kein elektrisches Licht gab und die Menschen an den Winterabenden früh zu Bett gingen, ein Mädchen, das fürchtete sich vor der Dunkelheit. Es mochte nicht allein in seinem Bett schlafen und wenn es doch einmal für eine Weile allein war, dann weinte es sich in den Schlaf.
„Wir müssen uns etwas überlegen!“, sagte die Mutter eines Tages zum Vater. „Es kann nicht angehen, dass unsere Anne jede Nacht in unserem Bett schläft. Wir brauchen doch auch unsere Ruhe, wenn wir den ganzen Tag schwer arbeiten! Außerdem müssen wir das Weihnachtsfest vorbereiten und was wäre die schönste Überraschung, wenn sie schon vor dem Heiligen Abend entdeckt würde?“
Der Vater nickte zustimmend, aber eine Idee, wie man das Problem lösen könnte, hatte er auch nicht.
„Eine Kerze können wir nicht in ihr Zimmer stellen, das wäre viel zu gefährlich“, meinte er und kratzte sich am Kinn. „Das Haus ist aus Holz gebaut und würde lichterloh brennen, wenn die Kerze umfiele oder gar Funken versprühen würde!“
„Das ist wahr, aber gibt es denn gar keine Möglichkeit, doch etwas Licht ins Zimmer der kleinen Anne zu bringen?“ Die Mutter seufzte und legte einen Scheit Holz in den Ofen, der für eine gemütliche Wärme sorgte.
Die Großmutter hatte die Unterhaltung mit angehört.
„Ihr müsst eurem Kind ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, damit es merkt, dass es niemals allein ist. Dann wird es sich auch in der Dunkelheit nicht mehr fürchten!“, sagte sie.
„Aber wie sollen wir das machen?“, fragte die Mutter.
„Denk doch einmal daran, wie es war, als du selbst noch ein Kind warst!“, riet die Großmutter und lächelte. „Weißt du nicht mehr, wieviel Angst du selbst hattest?“
Die Mutter dachte eine Weile nach, dann ging ein Strahlen über ihr Gesicht.
„Ich weiß nun, was zu tun ist“, verkündete sie und verließ das Zimmer.
Als sie nach einer Weile das Kinderzimmer betrat, bat das Kind:
„Bitte lösch die Kerze noch nicht, ich fürchte mich so und mag nicht allein im Dunklen sein!“
Die Mutter setzte sich zur Tochter auf das Bett und erzählte:

Als ich so alt war wie du, da habe ich auch Angst vor der Dunkelheit gehabt. Eines Abends erzählte mir meine Mutter eine Geschichte, an die ich mich erst heute wieder erinnert habe. Ich werde sie dir nun erzählen, so gut ich kann, denn genau erinnere ich mich nicht mehr an den Wortlaut. Also, pass auf:
In einer kleinen Stadt lebte eine arme Familie. Der Vater war schwer erkrankt und da man nicht wusste, wie lange er noch zu leben hatte, versuchte man, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, den er äußerte. Eines Tages wünschte sich der Vater einen Tee, der mit dem Wasser seiner Heimat zubereitet sein sollte. „Dann wird es mir schon wieder besser gehen!“, meinte er.
Da die Mutter ihren Mann nicht allein lassen konnte, beschloss der Sohn, sich aufzumachen und Wasser aus der Heimat des Vaters zu holen. Er wanderte Tag und Nacht. Es war kalt und in den Nächten fürchtete er sich. Er hatte noch nicht viel von der Welt gesehen und wusste nicht, welche Gefahren ihm begegnen könnten.
‚Hätte ich doch nur ein Licht‘, dachte er, ‚dann wäre die Angst nicht so groß!‘
Eines Nachts, er wanderte gerade durch einen Tannenwald, verließ ihn der Mut. Er war kurz davor umzukehren und er weinte bitterlich, weil das den sicheren Tod seines Vaters bedeuten würde. Die heißen Tränen liefen über sein Gesicht. Da hörte er eine Stimme:
„Junge, du bist nicht allein. Du kannst mich nicht sehen, aber ich bin immer bei dir!“, sagte diese sanfte Stimme. Sofort fiel alle Angst und Verzweiflung von dem Jungen ab.
„Wer bist du?“, flüsterte er.
„Ich bin dein Schutzengel!“, sagte die Stimme. „Ich weiß, dass du Wasser für deinen Vater holen willst, du bist schon fast am Ziel, gib nicht auf! Es wird schneien heute Nacht, warte, bis der Schnee den Boden der Lichtung vor dir bedeckt, dann nimm etwas von dem frischen Weiß und trage es nach Hause, es ist das Wasser der Heimat deines Vaters. Unter dem Schnee wirst du einen Stein finden, er ist mein Geschenk an dich!“
Es dauerte gar nicht lange, da fielen dicke weiße Flocken vom Himmel und schon bald war der Boden schneebedeckt. Der Junge füllte den frischen Schnee in einen Topf, den er mitgenommen hatte und an der Stelle, von der er genommen hatte, fand er einen glatten Kieselstein, der die Form eines Herzens hatte. Er nahm ihn und steckte ihn in seine Hosentasche, dann rief er ein lautes „Danke“ in den Wald und machte sich auf den Heimweg.

Die Mutter fasste in ihre Schürzentasche und holte einen flachen Kieselstein hervor. Den drückte sie Anne in die Hand.
„Schau, das ist der Stein, den der Junge damals von seinem Schutzengel bekommen hat. Ab jetzt soll er dir gehören!“
Fasziniert betrachtete das Kind den Stein, in dem kleine goldenen Funken eingeschlossen waren. „Er leuchtet!“, rief es. „Schau doch nur!“
Die Mutter lächelte. „Ja, er leuchtet und wenn du ihn bei dir trägst, dann kann dir nichts geschehen.“
„Und Mama, ist der Vater wieder gesund geworden?“, wollte Anne wissen.
„Das weiß ich nicht, aber ich weiß, dass er sehr glücklich war, als der Sohn nach Hause kam. Dieser hat den Stein immer bei sich getragen und irgendwann hat er ihn deiner Oma geschenkt und von der habe ich ihn bekommen. Jetzt gehört er dir und er wird immer auf dich aufpassen!“
Doch das hörte Anne nicht mehr. Mit einem seligen Lächeln, den Stein in der Hand, war sie eingeschlafen und fortan fürchtete sie sich nicht mehr in der Dunkelheit.

© Regina Meier zu Verl 2018

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Weihnachtsdeko

Ich hatte eigentlich keine Lust, unsere Wohnung weihnachtlich zu dekorieren. Trotzdem habe ich mich aufgerafft und das ein- oder andere Dekostück aus dem Keller befreit. Jetzt finde ich es doch ganz schönimg_20181010_121519 und heute habe ich doch noch ein wenig weitergemacht.

Weihnachtsgeschichten schreibe ich nun keine mehr in diesem Jahr, wende mich jetzt dem Winter und dessen Ende zu. So bin ich der Zeit immer ein wenig voraus.

Eine weihnachtliche Story habe ich aber doch noch für euch, die stelle ich euch morgen vor.

 

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