Was wir so lesen

In den letzten Ferien haben Lukas und ich das Buch: Lippels Traum von Paul Maar gelesen. Ich kannte es schon und es hat mir wieder sehr gut gefallen, Lukas auch. Dann habe ich zufällig entdeckt, dass es ein weiteres Buch vom Lippel gibt: Lippel, träumst du schon wieder? Das wird nun unsere Lektüre für die nächste Woche, wenn Lukas wieder bei uns ist. Ich habe es bereits gelesen und freue mich nun auf das Lesen mit Lukas zusammen. Paul Maar hat wirklich sehr tolle Kinderbücher geschrieben, ich bin begeistert! Der Lippel könnte mit mir verwandt sein, er träumt sich seine Welt. Ich mache das auch! 🙂

Lippels Traum

Lippel, Träumst du schon wieder?

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Platzwechsel

So eine richtige (anhaltende) Schreibblockade hatte ich eigentlich noch nie. Irgendwas geht immer, manchmal nur ein paar Zeilen, ein anderes Mal ein paar Seiten sogar und das Highlight sind die Tage, an denen es „fließt“.

Manchmal kommt aber auch so ein Gefühl auf: Jetzt fällt mir nichts mehr ein – alles ist irgendwie schonmal geschrieben worden (wenn nicht von mir, dann von jemand anderem). Diesem Gefühl begegne ich mit einem einfachen Trick:

Ich wechsel den Schreibplatz. Das wirkt! Immer! Heute sitze ich im Wohnzimmer, mit Blick auf den Garten, träume vor mich hin und versuche zu schreiben – geht nicht. Ich packe meine sieben Sachen und ziehe in mein Zimmer um … nach zwei Stunden komme ich wieder raus, mit hochrotem Kopf und sehr zufrieden. Das Ergebnis: eine Geschichte fertig überarbeitet, zwei Elfchen geschrieben und die neu angedachte Geschichte skizziert. Ist ’ne Weihnachtsgeschichte, die schreibe ich am liebsten im Sommer. 🙂

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Hier könnt ihr eine Sommer-Weihnachtsgeschichte anhören, wenn ihr mögt:

Weihnachten im Sommer

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Der alte Eichbaum

Als ich Kind war, spielte ich mit meinen Freunden in einem nahe gelegenen Wald. Wir bauten Buden und konnten uns stundenlang dort aufhalten. Jeder von uns hatte einen eigenen Baum, auf den nur er klettern durfte. Mein Baum war eine Eiche. sie war nicht so schön gerade nach oben gewachsen, sondern etwas kurz geraten und knorpelig, was für mich aber prima war, da ich als Kind immer voller Ängste war, dass ein Ast brechen könnte oder ich herunterfalle. Ich thronte dann auf meinem kleinen Eichbaum und fühlte mich wie die Königin der Welt.
Vor ein paar Jahren habe ich den Baum zum ersten Mal wieder gesucht und auch gefunden. Groß ist er geworden, aber noch immer unverkennbar verknorpelt und anders als andere. Das Gedicht ist auch schon ein paar Jahre alt – heute kam es mir in den Sinn – habe wohl heute meinen sentimentalen Baumtag.

Ich habe in deinem Schatten gesessen,
geträumt und oft die Zeit vergessen.
In deine Rinde hab ich geschluchzt,
unter dem Dach aus Blättern Zuflucht gesucht.
Meine Sorgen, meine Freuden erzählte ich dir,
ein Gefühl von Geborgenheit fand ich hier.

Du bist noch da, verändert – wie ich,
nach so vielen Jahren besuche ich dich.
Musstest du an deinem Platze stehn,
zog ich aus, um die Welt zu sehn.
Suchte ein Heim, um Wurzeln zu schlagen,
doch dort wo ich bin, kann ich’s kaum ertragen.

Die Kraft und die Ruhe, die dich umgibt,
habe ich schon als Kind geliebt.
Und schnitt ich einst Herzen in deine Rinde,
verzeih mir, dem unwissenden Kinde.
Das, was ich gern hätte, wirst du es mir geben,
Kraft, Würde, Hoffnung – neue Freude am Leben?

© Regina Meier zu Verl / ca. 1984

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Zwischenwelt

Wie von selbst
gleitet die Feder übers Papier,
schreibt Worte, Sätze, Gefühle auf,
die sie nicht vergessen möchte.
Einst schrieb er diese Gedanken für sie
mit schwarzer Tinte auf weißem Büttenpapier.
Wie ihren Augapfel hat sie gehütet,
was ihr von ihm blieb.
Dann fing sie an,
seine Worte abzuschreiben,
so als habe sie Angst,
dass die Tinte verblassen könnte
und die Gedanken,
seine Gedanken
mitnähme in die Ewigkeit
des Vergessens.
Sie erinnert sich an nichts mehr,
weiß nicht, dass sie Mutter ist,
hat vergessen,
dass die Kinder in die Welt zogen
und sie allein zurückblieb.
Wenn man sie bei ihrem Namen nennt,
schaut sie erstaunt aus großen traurigen Augen
und lächelt mechanisch.
Sie ist längst nicht mehr hier
bei uns.
Sie ist bei ihm
und ihre Hände halten die Feder,
die seine Worte schreibt
Tag für Tag

© Regina Meier zu Verl

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Eine Geschichte aus dem Archiv

Ein Wiedersehen nach vielen Jahren

 Morgen werde ich meine alte Freundin Silke treffen. Sehr lange habe ich sie nicht mehr gesehen und bin gespannt, ob sie sich verändert hat. Ich betrachte das Foto, das uns beide vor dem Brandenburger Tor zeigt. Damals habe ich sie bewundert, weil sie immer ein wenig anders als alle anderen war, bunt und etwas schrill. Das lag nicht nur an ihren feuerroten Haaren, vielleicht ein wenig. Sie fiel einfach auf, hatte ihren ganz eigenen Kleidungsstil. Kreativ wie sie war, schneiderte sie ihre Klamotten selbst und stricken konnte sie wie keine. Es entstanden unter ihren Stricknadeln die tollsten Kreationen, bewundernswert.

Wir haben uns dann aus den Augen verloren. Ab und zu kam eine Karte, wenn sie gerade wieder auf einem ihrer Auslandstrips war. Ich habe mich jedes Mal drüber gefreut, aber ich war auch ein wenig neidisch, denn ich hatte mich für das Lebensmodell Familie entschieden. Es ist nicht so, dass ich nicht glücklich wäre. Drei wunderbare Kinder habe ich und einen tollen Mann. Aber mit unserem Familieneinkommen können wir keine weiten Sprünge machen. Meine Arbeit musste ich ja aufgeben damals, als ich mit unserer Jüngsten schwanger war und jetzt ist es gar nicht mehr so einfach, beruflich wieder einzusteigen. Jenseits der Fünfzig waren die Chancen gleich Null. Ich war zu lange zu Hause und müsste mich erstmal ganz schön wieder reinknien, um den Anschluss zu finden.

Silke hatte die Schule mit Leichtigkeit beendet, obwohl sie nicht viel dafür getan hat. Sie hatte gar keine Zeit zum Pauken. Ständig war sie mit ihren Leuten unterwegs und hat Party gemacht. Manchmal war ich auch dabei, aber nicht so oft. Ich hatte in einigen Fächern echte Probleme und musste stundenlang zu Hause lernen, um mein Abi zu schaffen. Na ja, was soll’s? Ich habe es geschafft und mein Numerus Clausus war fast so gut wie der von Silke. Danach fragt heute niemand mehr.

Silke ist nach dem Abi erstmal für ein Jahr nach Amerika gegangen. Ob sie später studiert hat, das weiß ich nicht und wenn ich es mir recht überlege, dann weiß ich nicht einmal, wie ihre Pläne waren und was sie einmal werden wollte. Für mich stand fest, dass ich Betriebswirtschaft studieren würde. Das habe ich auch gemacht, schließlich hatten meine Eltern eine Firma und die wollte ich übernehmen. Das war der Plan. Es ist aber leider nichts draus geworden, denn mein Herr Vater hatte andere Pläne. Er verliebte sich in eine junge Frau und zog von heute auf morgen bei uns aus. In „seinem“ Haus durften wir gnädiger Weise wohnen bleiben. Die Firma fuhr er jedoch vor die Wand. Seine junge Frau hatte wohl zu hohe Ansprüche. Es kam zu Privatentnahmen, dann zur Zahlungsunfähigkeit, schließlich mussten alle Mitarbeiter entlassen werden und meine Mutter und ich konnten sehen, dass wir unseren Lebensunterhalt verdienten. Meinen Vater habe ich seit dem Auszug nie wieder gesehen. Kein Anruf, kein Brief kam von ihm, nichts. Meine Eltern wurden in Abwesenheit meines Vaters geschieden.  Das Haus hat meine Mutter verkauft, vermutlich hat sie die Hälfte vom Gewinn noch an Vater zahlen müssen. Ich habe sie nie gefragt und sie hat mit mir niemals darüber gesprochen.

Meine Mutter ist vor einem halben Jahr gestorben. Sie fehlt mir sehr, auch den Kindern. Sie war fünfundsiebzig und es wäre so schön gewesen, wenn sie noch bei uns geblieben wäre. Wo mein Vater abgeblieben ist, das weiß ich nicht und vielleicht will ich es auch gar nicht mehr wissen. Er hat uns im Stich gelassen. Das hätte ich ihm nur dann verzeihen können, wenn er sich wenigstens mal gemeldet hätte. Drei Enkelkinder hat er, vielleicht weiß er von ihnen gar nichts, möglicherweise ist es ihm ja egal. Ob er noch lebt? Hätte ich davon erfahren, wenn es nicht so ist?

Ich nehme meine Brille ab und putze verstohlen ein paar Tränen weg. So ganz egal scheint es mir ja doch nicht zu sein. Entschlossen stehe ich auf und räume unter lautem Geklapper den Geschirrspüler aus. Ein Wunder, dass dabei nichts zu Bruch geht.

Morgen werde ich sie also treffen, die Silke. Vielleicht sollte ich zum Frisör gehen. Ich wische den Gedanken fort und schimpfe laut mit mir: Wie armselig ist das denn? Du triffst deine alte Freundin und hast keinen anderen Gedanken, als dass deine Frisur sitzt? Mann, Mann, Gerlinde, du bist ganz schön oberflächlich geworden.

Ich sollte mich einfach freuen und unbefangen an das Treffen herangehen. Was sollte diese Gefühlsduselei eben denn nur? Dabei hat mich der Anruf so sehr gefreut. Sie hat mich also nicht vergessen. Das ist doch ein schönes Gefühl und Freunde können Jahre getrennt sein, das hält eine richtige Freundschaft aus. Man trifft sich und fängt einfach da wieder an, wo man vorher aufgehört hat. Ist doch so, oder?

Wir sind im Stadtcafé verabredet, das habe ich vorgeschlagen, weil bei uns zu Hause doch immer was los ist. Die Kinder sind da und meist auch noch irgendwelche Freunde. Da könnten wir gar nicht in Ruhe reden. Andererseits hätte ich ihr gern meinen Nachwuchs vorgestellt. Es sind ja keine Kinder mehr, die Jüngste ist mittlerweile auch schon achtzehn. Sie lässt sich nicht mehr vorzeigen. Und die Jungs, die interessieren sich momentan eher für ihre Freundinnen. Der Große redet sogar schon vom Heiraten. Das ist wohl der Lauf der Welt, alles wiederholt sich. Es ist ja auch richtig so, es geht immer weiter.

Ich sitze also im Stadtcafé und bin aufgeregt wie ein Schulmädchen. Ich rechne damit, dass Silke zu spät kommt. Dann öffnet sich die Tür, Silke betritt den Raum. Hinter ihr sehe ich einen älteren Herrn und traue meinen Augen nicht. Es ist mein Vater.

„Nun komm schon Schatz!“, sagte Silke zu ihm. Mein Herz schlägt, als wollte es zerspringen. „Nein!“, schreie ich ohne Ton. „Nein!“

Eine gnädige Ohnmacht nimmt mich in diesem Moment in ihren Armen auf.

 

© Regina Meier zu Verl 1/2016

 

 

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Zwillingsgeburtstag

 

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Gestern sind die Zwillinge Lio (ganz links) und Maila (rechts auf dem Trecker) zwei Jahre alt geworden. Lukas (9), der Blondschopf in der Mitte und wir alle haben tüchtig gefeiert! Wenn ich bedenke, wie winzig klein sie bei ihrer Geburt waren, grenzt es an ein Wunder, dass sie heute so wohlauf und munter sind. Die große Schwester Djamila (5 Jahre – unteres Foto) hat natürlich auch ein kleines Geschenk bekommen. Leider hat es nicht geklappt, alle zusammen auf ein Bild zu bekommen.

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Gesternwetter

Wir wohnen in einer Region Deutschlands, in der wir von den großen Unwettern nur selten heimgesucht werden. Meist haben wir Glück, gestern aber trat die Unwetterwarnung ein, es stürmte, hagelte, gewitterte und regnete von einer Minute zur anderen so heftig, dass Bäume umstürzten, Dächer abgedeckt wurden, Gartenmöbel durch die Gegend flogen, eine Konzertbühne für ein Sommerkonzert zerstört wurde und vieles mehr. Das Ganze dauerte nur wenige Minuten, hat aber schlimme Schäden ausgelöst. So weit ich weiß gab es „nur“ zwei Verletzte und ich hoffe sehr, dass es nur leichtere Verletzungen sind.

Lukas und ich waren auch gerade mit dem Auto unterwegs als es losging. Glücklicherweise befanden wir uns aber gerade in einem Geschäft und haben dort abgewartet bis das Schlimmste vorbei war. Getroffen hat es eher den Kern unserer Stadt, wir wohnen ein wenig außerhalb und haben bis auf ein paar abgeknickte Blüten keine Schäden zu vermelden.

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Da kommt was auf mich zu

„Oma, das habe ich noch nicht verstanden. Da musst du nochmal ran!“

Recht hat er, der Lukas. Nachdem wir eine Szene in einer Geschichte diskutiert haben, sehe ich ein, dass da zu viel Erklärungsbedarf war und ich das so auf keinen Fall in die Freiheit entlassen darf. Dabei war mir alles so klar und meiner erwachsenen Testleserin eigentlich auch. Ich werde sie auch mal mit Lukas‘ Meinung konfrontieren.

Auf jeden Fall nehme ich seine Kritik sehr ernst – da muss ich nochmal ran an die Geschichte!

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Die kleine Elfe Sumsinella, das Igelpaar und die Sonne (13)

Die Elfe Sumsinella, das Igelpaar und die Sonne (13)

Der Igel Konrad, der mit seiner Frau auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Winterschlaf war, hatte Hunger und Durst und wollte unbedingt eine Pause einlegen.
„Lass uns ein wenig hier rasten“, schlug er deshalb vor, erntete aber nur einen bösen Blick von Kornelia.
„Wir können doch nicht ständig Pausen machen“, zeterte sie und lief noch ein bisschen schneller, so dass Konrad kaum folgen konnte. Er schnaufte und stöhnte, doch Kornelia ließ sich nicht beirren.
„Schau“, sagte sie, „die Bäume sind schon fast kahl, es wird Zeit, dass wir einen Unterschlupf finden, in dem wir sicher sind. Schlafen und dich ausruhen, das kannst du dann den ganzen Winter lang.“
„Ich will aber auch was vom Leben haben und nicht immer nur vorsorgen. Guck doch mal, die Sonne, sie lacht uns an und ruft: Ruht euch aus, ich wärme euch mit meinen Strahlen!“
Kornelia schüttelte unwillig den Kopf.
„Du bist ein Spinner, mein Lieber. Die Sonne kann gar nicht rufen, sie kann strahlen oder nicht strahlen, das ist auch schon alles.“
Konrad wurde immer trauriger. Er liebte seine Kornelia, aber sie war überhaupt nicht romantisch, kein kleines Bisschen. Das fand er nicht schön.
„Die Sonne kann strahlen, lachen, wärmen, trocknen, erhitzen, verbrennen, Regenbogen machen und rufen. Lausch doch mal, dann wirst du es hören!“

Die Elfe Sumsinella hatte das Gespräch des Igelpaares belauscht. Insgeheim war sie auf der Seite von Konrad, aber ein klein wenig konnte sie auch Kornelia verstehen. Da ihr aber der Schalk im Nacken saß, sang sie mit feiner Stimme:
„Ich bin die Mutter Sonne und trage die Erde bei Tag und Nacht …“ Das Lied kannte sie von der kleinen Anna, die es jeden Morgen in der Schule sang.
„Pst …“, machte Kornelia. „Hast du das auch gehört?“ Konrad verzog sein Igelschnütchen zu einem breiten Grinsen.
„Klar, ich hab’s dir die ganze Zeit schon gesagt, sie spricht und singen kann sie auch noch!“
„Sing weiter, Sonne, dein Lied ist so schön!“, bat Kornelia und lauschte.
„Ich trage die Erde bei Tag, die Erde bei Nacht“, sang Sumsinella weiter.
„Siehst du, sie kann noch mehr, die Sonne, sie kann tragen“, rief Konrad begeistert und bekam einen dicken Buff in die Seite.
„Sei still!“
Sumsinella hatte ihre Freude daran, die beiden Igel an der Nase herumzuführen, wusste aber, dass sie sich doch zu erkennen geben musste. Oder doch nicht?
Die Entscheidung wurde ihr abgenommen, denn über ihr, in der alten Buche saß Krächz, der Rabe.
Mit krächzender Stimme und ziemlich laut sang er drauflos: „Und ich bin der Mond, der schööööne Mond, den man gern mit einem Stück Käääääse belohnt!“
„Du bist unmöglich, Krächz, ganz und gar unmöglich!“, schimpfte Sumsinella und kam dann schnell aus ihrem Versteck, um sich den Igeln zu zeigen.
„Entschuldigung“, flüsterte sie und wurde ein wenig rot dabei. „Aber ich habe nicht gelogen, all das kann die Sonne, nur nicht rufen, das habe ich für sie übernommen.“
Das Igelpaar hatte Humor, alle lachten herzlich und hielten dann noch ein ausgiebiges Pläuschchen. Sumsinella hatte sogar einen wunderbaren Laubhaufen gesehen, zum dem sie Konrad und Kornelia brachte. Dort verbrachten die beiden den Winter und sie träumten von einer singenden Sonne und von Sumsinella, der kleinen Elfe.

© Regina Meier zu Verl

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Die kleine Elfe Sumsinella und Muck, der Mückenmann (12)

Sumsinella und Muck, der Mückenmann (12)

Auf dem Teich hat die Seerose ihre großen Blätter und eine wunderschöne Blüte ausgebreitet. Eine Libelle schwebt mit hauchfeinen Flügeln über dem Wasser. Sie schimmert im Sonnenlicht. Doch halt, das ist gar keine Libelle. Schau genau hin. Es ist Sumsinella, die Elfe, die einen Landeplatz sucht. Leichtfüßig schwebt sie auf ein großes Blatt und schaut sich suchend um.
„Vater Quak!“, ruft sie. „Bist du nicht zu Hause?“
Wenn eine Elfe ruft, dann ist das etwa so, als flüstere der leichte Sommerwind mit dir. So zart ist ihre Stimme und Vater Quak, der mal wieder völlig müde ist und seinen Mittagsschlaf hält, hört nichts, gar nichts. Er hat sich im Schilf verkrochen, damit ihn niemand stören kann.
„Schade“, denkt Sumsinella und schaut sich weiter um. Irgendwer wird doch zu Hause sein. Sie setzt sich und singt ein Lied. Das Singen ist ihre Lieblingsbeschäftigung und sie kann es auch wirklich wunderbar. Es dauert gar nicht lange, da gesellt sich der erste Gartenbewohner zu ihr, ganz leise setzt er sich neben Sumsinella und lauscht dem Gesang.
Es ist Muck, der Mückenmann. Er ist so verzaubert von der Melodie, dass er leise mitbrummt. Sumsinella lässt ihn gewähren und lächelt ihn an. Als das Lied zu Ende ist begrüßt sie ihn:
„Hallo Muck, aber nicht, dass du mich gleich stichst!“
„Mach ich nicht, kleine Elfe. Du weißt doch, dass nur unsere Weibchen stechen, oder weißt du das etwas nicht?“
Sumsinella schüttelt den Kopf. Das hat sie noch nicht gehört.
„Gut zu wissen“, freut sie sich und erkundigt sich dann nach der Familie.
„Alles gut soweit, wir wollen heute Abend noch tanzen. Es ist gerade das richtige Wetter dafür. Könntest du vielleicht dazu singen? Dann macht es noch mehr Freude.“
Sumsinella ist einverstanden.
„Aber nur, wenn du ein Rätsel lösen kannst, pass auf: Sag mir ein Wort in dem drei U vorkommen.“
Muck schaut die Elfe entsetzt an.
„Wie soll ich das denn wissen? Ich kann ja nicht einmal schreiben!“
Sumsinella lacht.
„Dann solltest du es lernen, es ist immer gut, wenn man schreiben und lesen kann.“
„Als Mücke braucht man das nicht, sag mir womit ich einen Stift halten sollte!“
„Entschuldige, Muck, daran hatte ich gar nicht gedacht. Dann verrate ich dir das Wort und du sagst mir dann, was das ist, in Ordnung?“
„Leg schon los!“
Sumsinella will gerade das gesuchte Wort sagen, da unterbricht Muck sie.
„Warte noch, mir ist was eingefallen: Uhukuchen … sind da drei U drin?“ Sumsinella kichert.
„Schon, aber das gibt es doch nicht, Uhukuchen. Was dir nur immer einfällt. Hast du noch eine Idee?“ Man muss also gar nicht lesen und schreiben können, nur hören und hinhören. Auf diese Weise kann man auch entdecken, wie viele Laute in einem Wort vorkommen, denkt Sumsinella und freut sich, dass der Mückenmann mitdenkt.
„Ja, ich habe noch eine Idee: Wunderwurzelmus!“
„Was soll das sein? Drei U sind aber drin, da hast du Recht!“ Der Mückenmann freut sich.
„Na, ist doch klar, Mus von der Wunderwurzel, sage ich doch! Gilt das?“
Sumsinella ist einverstanden. „Gut, wir lassen es gelten, obwohl ich ein anderes Wort gemeint habe. Soll ich es sagen?“
„Bitte!“
„Kuckucksspucke – da kommen drei U drin vor und drei C und vier K, ist das nicht ein tolles Wort?“
„Ja, ein Superwort, aber – was ist Kuckucksspucke? Ich habe das noch nie gehört!“
„Eigentlich“, antwortet Sunsinella, „eigentlich gibt es keine Kuckucksspucke, aber im Mai, wenn auch der Kuckuck anfängt zu rufen, dann bilden die Schaumzikaden ihre Nester an den Wiesenblumen und das sieht so aus, als sei es Spucke. Deshalb sagt man Kuckucksspucke dazu.“
„Das sind doch Insekten, wie ich, oder? Ich sollte mich mehr um meine Verwandten kümmern“, sagt Muck und dann lacht er so laut, wie eben eine Mücke laut lachen kann.
„Ich hab noch was! Muck, Muck, Muck …“
„Und was soll das sein?“, fragt Sumsinella erstaunt.
„Das sagt meine Frau immer, wenn ich zu spät nach Hause komme und deshalb sause ich jetzt mal los. Machs gut, Sumsinella, bis heute Abend!“
© Regina Meier zu Verl

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