Viele bunte Sommergrüße

Für eine Bekannte habe ich zehn bunte Sommerkarten gemalt. Sie sind alle ein wenig anders und doch sehr ähnlich, handgemalt eben. Genauso wollte sie das ja auch haben. Es hat viel Freude gemacht, gleich werden sie abgeholt und dann in die Welt hinaus geschickt.

Jetzt gehe ich wieder an meine Stiefmutter-Geschichte, die soll diese Woche noch fertig werden.

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Langes Wochenende

Als ich über die Überschrift zu diesem Eintrag nachdachte und schließlich auf den oben genannten kam, musste ich doch über mich selbst lachen. Bin ich schon so einfallslos geworden, dass mir nichts Besseres einfällt? Auch stimmt die Überschrift für mich ja gar nicht und für viele von uns ebenso nicht. Mittlerweile arbeiten ja schon recht viele Menschen wieder und wahrscheinlich werden sie da nicht gleich wieder ein „langes“ Wochenende machen. Ich bin ja sozusagen immer im „Homeoffice“, da macht es für mich gar keinen Unterschied, ob Wochenende, oder langes Wochenende oder Ferienzeit ist, jedenfalls in Corona-Zeiten ist das so. Hier kommen keine Kinder ins Haus, auch keine weiteren Erwachsenen, 2 Familien sind wir hier sowieso und außer zu meiner Mutter habe ich keinen persönlichen Kontakt zu anderen. Nicht einmal zu meinen Enkeln, mit denen ich zur Zeit nur telefoniere oder skype.

Gut, dass mein jüngstes Enkelchen hier wohnt und ich ihr Aufwachsen begleiten darf, es ist schmerzvoll genug, die anderen 4 nicht in den Arm nehmen zu können. Hoffentlich wird das bald wieder möglich sein.

Aber ich will nicht jammern, es geht mir gut und ich kann schreiben, malen und musizieren und das tu ich auch, genau in der Reihenfolge, manchmal auch andersrum. Heute zum Beispiel arbeite ich an einer Geschichte, in der ein altes Märchen vorkommt. Dazu musste ich mir zuerst eine Zeichnung anfertigen, damit es besser läuft – und … war eine gute Idee, läuft, bleibt gespannt (und gesund).img_20200522_123025

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Reizwortgeschichte Mai 2020

Kerl – Angebot – wuschelig – fertig – segnen

Das waren die Wörter, die in der Geschichte vorkommen sollten. Lest bitte auch bei meinen Kolleginnen:

Lores Märchenzauber

Von Herz zu Herz Geschichten

Von Hamstern, Dieben und Toilettenpapier

„Warte nur“, sagte Oma. „Wenn ich den Kerl erwische, dann kann der sich warm anziehen, das garantiere ich dir!“
Oma war selten schlecht gelaunt, ich kann mich kaum erinnern, wann ich sie das letzte Mal so aufgebracht gesehen hätte.
„Welchen Kerl?“, fragte ich vorsichtig.
„Na den Kerl, der mir heute im Drogeriemarkt das Klopapier aus dem Einkaufswagen geklaut hat!“, schimpfte Oma weiter und wurde immer lauter.
„Eine solche Unverschämtheit ist mir ja noch nie untergekommen!“
„Aber wie willst du den „Kerl“ erwischen? Kanntest du ihn denn?“, wollte ich nun wissen.
„Keine Ahnung, wie er heißt. Aber ich habe ihn schon des Öfteren gesehen. Er wohnt zwei Straßen weiter, das glaube ich jedenfalls!“ Oma räumte ihre restlichen Einkäufe weg, schloss die Klappe ihres ‚Hackenporsche‘, so nannte sie ihre fahrbare Einkaufstasche, und stellte ihn hinter den Schrank.
„Soll ich dir Toilettenpapier von Mama holen?“, bot ich Oma an, doch die schüttelte den Kopf.
„Danke für das Angebot, ein paar Tage komme ich noch hin. Aber ich habe gern einen Vorrat und im Moment kaufen die Leute ja Klopapier, als gäbe es nie wieder was.“
Mama hatte das auch schon erzählt, also war da was dran. „Was machen denn die Leute mit dem vielen Papier?“, fragte ich. „Außer den Hintern abzuwischen, kann man damit ja nichts anfangen, oder?“
Oma nickte. „Das ist es ja. Ich frage mich, wofür die 147 Rollen im Keller lagern müssen. Weißt du, bei Nudeln, Mehl und Hefe kann ich das ja noch verstehen. Das hamstern die Leute nämlich auch!“
„Hamstern?“, fragte ich.
„Ja, das sagt man so, wenn man sich einen großen Vorrat anlegt, wie ein Hamster eben, der Nahrung in seinen Backentaschen sammelt, für schlechtere Zeiten!“, erklärte Oma und ich schmolz sofort dahin. Einen Hamster hatte ich mir immer schon gewünscht, ich sah das kleine, wuschelige Wesen vor mir und vergaß das Klopapier.img_20200422_191704
„Mich macht das sowieso ganz fertig, das alles!“, sagte Oma jetzt und ließ sich auf den Küchenstuhl fallen. „So etwas habe ich noch nie erlebt!“
Ich wusste nun auch nicht, was ich dazu sagen sollte, denn ich war ja viel jünger und hatte so etwas nun ganz sicher noch nicht erlebt.
„Alles wird besser!“, versuchte ich Oma zu trösten. „Und dann gibt’s auch wieder Klopapier!“
Oma nickte. „Klar, alles wird besser und wir werden mit Klopapier, Nudeln, Mehl und Hefe gesegnet sein!“
„Und wenn die Leute dann aufhören mit dem Hamstern, dann …“
„Dann?“, Oma schaute mich erstaunt an. „Bekomme ich einen Hamster, einen niedlichen, wuscheligen Hamster und den nenne ich dann Hubert!“
Oma lachte laut auf.
„Das kannst du nicht machen!“, japste sie und rang nach Luft. „Das würde Opa dir nicht verzeihen!“
Ich sah das anders, schließlich hatte ich meinen Opa Hubert superlieb und den Hamster, den würde ich auch lieben, echt wahr.

© Regina Meier zu Verl

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Geschichtenzeit

Drüben in der Geschichtensammlung gibt es eine neue Geschichte von mir:

Leo schreibt Tagebuch

und morgen ist dann wieder Reizwortgeschichtenzeit. Es wir Zeit, dass ich so langsam aber sicher mal wieder aus meinem Corona-Schneckenhaus herauskrieche. Es fühlt sich noch komisch an und ehrlich gesagt habe ich auch noch ein wenig Angst, wieder mehr rauszugehen. Ich mache nur die nötigsten Einkäufe und meine Enkelkinder, die weiter weg wohnen, habe ich nun seit über 8 Wochen nicht gesehen. Wie gut, dass es das Handy mit Bildanrufen gibt …

Ich hoffe, es geht euch gut, bleibt gesund!

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Oma und Lio ärgern Opa

Oma und Lio ärgern Opa
„Dieses ist der Bleistift, den ich am meisten liebe. Mit ihm habe ich meine bisher längste Geschichte geschrieben!“, sagt Oma. Sie zeigt Lio einen klitzekleinen Bleistiftstummel, nicht größer als ein Daumennagel.
„Oh ja, der ist klein! Das muss eine sehr lange Geschichte geworden sein. Erzählst du sie mir?“, bittet Lio.
„Sicher, aber nicht heute!“, sagt Oma und legt den winzig kleinen Stift zurück in die Vitrine. Dort hat er seinen Platz neben unzähligen anderen Stiften. Alle sind mit einem Bändchen versehen, an dem ein Zettel hängt, auf dem Titel und ein Datum der Geschichte steht.
„Oma?“
„Ja, Lio, was ist denn?“
„Warum schreibst du deine Geschichten mit einem Bleistift?“
„Ich schreibe sie nur vor und anschließend tippe ich sie ab. Mit einem Bleistift in der Hand kann ich besser nachdenken. Außerdem kann ich radieren und ändern so viel ich will.“
„Das kannst du doch am Laptop auch.“
„Das stimmt wohl, aber ich kann den Computer nicht mit ins Bett nehmen, wohl aber einen Stift und einen Schreibblock.“
Oma lacht und erklärt, dass Opa sowieso schon verärgert ist, wenn die Nachttischlampe die halbe Nacht brennt. Wenn er auch noch das Rauschen des Laptops ertragen müsste, dann gäbe es sicherlich Ärger. So richtigen Ärger!
„Oma, warum schreibst du denn im Bett? Du könntest doch auch am Tage an deinem Schreibtisch schreiben!“
„Nachts habe ich die besten Einfälle und es ist so schön ruhig. Niemand stört mich, es klingelt kein Telefon und es fahren nur wenige Autos. Ruhe ist das A & O!“
„Das A & O?“
„Ja, das sagt man so: der Anfang und das Ende.“
„Aber das Ende vom Alphabet ist doch das Z, Oma!“
„Das stimmt wohl, doch diese Redewendung kommt aus dem griechischen Alphabet und sie taucht sogar in der Bibel auf: „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der da ist, der da war und der da kommt, der Allmächtige.“
Auf Bibelgeschichten hat Lio keine Lust. Er möchte liebe eine von den spannenden Geschichten hören, die Oma sonst so auf Lager hat. Hechelnde Hunde, tobende Pferde und gefährliche Piraten sollen drin vorkommen. Oder Räuber, die ein Dorf in Angst und Schrecken versetzen. Das wäre eher nach seinem Geschmack. Eigentlich ist er für alles offen, nur spannend soll es sein.
Oma macht auch keine weiteren Versuche, ihm aus der Bibel zu erzählen. Sie holt einen weiteren Bleistiftstummel aus der Vitrine, schaut kurz auf den Zettel, der daran hängt und will gerade anfangen die entsprechende Geschichte zu erzählen, als Opa aus dem Garten kommt.
„Na, ihr Zwei!“, sagt er und holt sich ein Mettwürstchen aus dem Kühlschrank. Das Glas mit dem Senf bringt er mit an den Tisch, taucht die Wurst hinein und beißt genussvoll in die Köstlichkeit. Dabei schmatzt er laut.
„Möchtest du auch mal?“, fragt der den Lio, doch der verzieht das Gesicht. Mettwürstchen mag er nicht und Senf schon gar nicht. Aber er hat eine Idee, gerade ist sie in seinem Kopf angekommen und schon sprudelt es aus ihm heraus:
„Du Opa, darf ich heute bei euch schlafen?“
„Musst du denn morgen nicht in die Schule?“, fragt Opa.
„Nein, es ist Elternsprechtag, da könnte ich hierbleiben, wenn Mama es erlaubt!“
„Was sagt Oma dazu?“, fragt Opa, mehr an Lio, als an Oma gewandt.
„Du kannst mich einfach fragen, ich sitze ja hier neben dir!“, schimpft sie mit Opa.
„Also gut, Oma, was meinst du dazu?“, Opa grinst, er weiß genau, dass es gleich ein Donnerwetter geben wird, denn wenn Oma eines nicht leiden kann, dann ist es, wenn Opa Oma zu ihr sagt,
„Ich bin nicht deine Oma!“, sagt sie auch schon und Lio findet es superlustig, wie die Großeltern sich necken. Genau das ist ja auch seine Idee, er will bei den beiden schlafen und dann soll Oma den Laptop mit ins Bett nehmen, damit er mal sehen kann, wie es aussieht, wenn Opa so richtig verärgert ist. Das hat er nämlich noch nie gesehen.
Als Opa wieder nach draußen gegangen ist, weiht Lio seine Oma in den Plan ein und gemeinsam rufen sie dann Mama an, die erlaubt, dass Lio bleiben darf.
„Das wird toll!“, jubelt der Kleine und Oma freut sich auch. Die Zeit mit den Enkelkindern liebt sie besonders. Opa wird sich auch gar nicht richtig ärgern, aber das muss Lio ja nicht wissen. Sie wird ihren Mann einweihen, ja, das wird sie.
„Und wenn Opa wieder so laut schnarcht, darf ich ihn dann anstoßen und sagen: ‚Opa, nun ist es aber gut!‘, so wie beim letzten Mal?“
„Darfst du!“, sagt Oma und schraubt den Deckel wieder auf das Senfglas. Dabei schimpft sie: Opa und die Mettwürstchen, nein, nein, nein!“
© Regina Meier zu Verl
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Reizwortgeschichte: Besser oder schlechter?

Hier kommt die nächste Reizwortgeschichte. Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen Lore und Martina:

Lores Märchenzauber
Von-Herz-Herz-Geschichten

Osterfest – Ergebnis – zufrieden – rostig – fangen

Das sind die Wörter, die zu verarbeiten waren!

Besser oder schlechter?
„Anders muss ja nicht unbedingt schlechter sein!“, meinte Gerda, als sie mit ihrer besten Freundin Moni telefonierte.
„Ja, das stimmt schon, aber mal ehrlich, dieses Osterfest, das war doch … nichts!“, erwiderte Moni, der offensichtlich die richtigen Worte fehlten.
„Wenn mir die Verwandtschaft auch manchmal tüchtig auf die Nerven geht, so haben mir Tante Gisela und Onkel Herbert in diesem Jahr doch tatsächlich gefehlt!“, fügte sie dann aber an.
Gerda, die mit ihrer Familie in der gleichen Stadt lebte, hatte die Ruhe genossen.
„Weißt du, sonst habe ich zu Ostern immer den halben Tag in der Küche gestanden, um alle meine Lieben zu versorgen. Ich hätte mir gewünscht, dass ich auch einmal eingeladen werde, aber es war Tradition, dass sich alle bei uns trafen. In diesem Jahr hatten Heinz und ich eine Menge Zeit für uns und ich habe keine Dreigängemenüs gekocht. Das hat mir gefallen.“
Moni nickte bestätigend, gleich fiel ihr aber ein, dass Gerda das gar nicht sehen konnte. Unwillkürlich musste sie lachen.
„Was lachste?“, fragte Gerda irritiert.
„Ach, ich habe gerade genickt und dann fiel mir ein, dass wir zwei uns ja gar nicht gegenübersitzen. Selbst ans Telefonieren sind wir nicht mehr gewöhnt, weil wir uns ja häufig sehen, jedenfalls unter normalen Voraussetzungen!“
„Stimmt auch wieder!“, Gerda stimmte in Monis Lachen ein.
„Was meinst du? Wie lange wird dieser Zustand noch dauern?“, fragte Moni dann aber wieder ernst.
„Wie soll ich das wissen. Irgendwann fangen sie sicher wieder an, die Wirtschaft anzukurbeln. So kann es nicht weitergehen. Meiner Meinung nach sollten sie die kleinen Geschäfte wieder öffnen lassen. Die gehen doch sonst alle vor die Hunde.“, meinte Gerda.
„Heute haben sie irgendwelche Konferenzen, bin auf das Ergebnis gespannt! Ich möchte nicht in deren Haut stecken, diese Verantwortung wäre mir zu groß!“ Moni seufzte und ganz wie es ihre Art war, wechselte sie schnell das Thema.
„Sag mal: wie zufrieden bist du eigentlich mir der neuen Frisörin bei Schneiders Haarsalon?“
„Du hast Sorgen!“, lachte Gerda. „Aber ich bin ganz zufrieden, ich gehe sogar so weit zu sagen: ICH VERMISSE SIE!“
Moni kicherte. „Siehst du auch aus wie ein Wischmopp?“, fragte sie.
„Nein, das nicht, aber meine Haarfarbe sieht leicht rostig aus und die grauen Ansätze sind auch nicht sehenswert. Gut, dass mich außer Heinz niemand sieht!“
„Vielleicht ist das deine Chance, das Grau rauswachsen zu lassen. Das wolltest du doch schon im letzten Jahr!“, schlug Moni vor.
„Außerdem: anders muss ja nicht unbedingt schlechter sein! Sagtest du das nicht eben selbst?“
Gerda lachte wieder.
„Klugscheißerchen, aber wo du recht hast …“
„Habe ich recht!“, freute sich Moni.

© Regina Meier zu Verl

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Wischmoppfrisur #happypainting

 

 

 

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Durcheinander

Auf meinem Schreibtisch herrscht ein wildes Durcheinander – in meinem Kopf auch. Andererseits ist da Ruhe – mich treibt keiner, es kommt auch niemand, es stehen keine (nur wenige) Abgabetermine an.

Ich male in Ruhe und werde dann doch plötzlich wieder von einer Geschäftigkeit erfasst, die mich beinahe atemlos macht.
Abends bin ich mehr geschafft als zu normalen Zeiten, seltsam, oder?

Ich schreibe Fragmente, hole mir alte Geschichten wieder raus, die überarbeitet werden sollten, und ich stelle fest, dass sie „überholt“ sind. Alles ist plötzlich anders. Also bleibe ich bei meinen „Von Früher Geschichten“, die stimmen noch, jedenfalls soweit ich mich erinnern kann.

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Eigentlich

… wollte ich nicht über Corona schreiben, aber ich werde wohl nicht drum rumkommen, weil uns dieses Thema noch lange begleiten wird.

Mein Mann und ich gehören ja zum einen altersmäßig, aber auch durch Vorerkrankungen zur so genannten Risikogruppe. Wir müssen also besonders vorsichtig sein und sehen deshalb unsere Familie nicht.

Wir  werden das überstehen, aber ich finde es schwer. Unser jüngstes Enkelchen lebt allerdings hier bei uns im Haus und deshalb sehen wir sie glücklicherweise täglich.

Ich schleiche um das Thema herum, deshalb lass ich es erstmal sein. Mag mich auch nicht über Klopapier, Mehl oder Nudeln aufregen. Ich habe noch von allem genug …

 

 

Per Handy gebloggt

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Reizwortgeschichte

Hier kommt nun die nächste Reizwortgeschichte. Zu verarbeiten waren die Wörter:

Frühling, Luft, bunt, übermütig, glücklich

Mein Ergebnis lest unten, schaut bitte auch bei meinen Kolleginnen rein!

Lores Märchenzauber
Von-Herz-Herz-Geschichten

Opa, Timo und die Frühlingskinder

„Gestern habe ich den Frühling gesehen. Er huschte übermütig durch den Garten und zupfte mal hier, mal da. Ich habe ihn gefragt, was er da macht, aber ich bekam keine Antwort. Als ich ihn nämlich ansprach, verschwand er, schnell wie der Wind!“, erzählte Opa seinem Enkel Timo.
„Den Frühling hast du gesehen? Den kann man doch gar nicht sehen!“, behauptete Timo. Er war ein bisschen verärgert, weil Opa ihn schon wieder mal auf den Arm nehmen wollte. Aber dieses Mal würde es ihm nicht gelingen. Das wäre ja noch schöner!
„Wie sah er denn aus, dein Frühling?“, fragte er und in seiner Stimme schwang ein lauernder Ton mit.
„Es ist nicht mein Frühling, es ist auch deiner!“, meinte Opa. „Es war ja nur ein kurzer Augenblick, aber ich erinnere mich, dass er eine gelbe Latzhose trug und grüne Gummistiefel und ja, er hatte blonde Locken.“
„War es denn etwa ein Mädchen? Wegen der blonden Locken, meine ich.“, fragte Timo.
„Gibt es nicht auch Jungen mit blonden Locken? Ich vermute, dass es ein Junge war, aber sicher bin ich nicht!“, stellte Opa fest. „Geh doch selbst mal nachschauen, vielleicht triffst du ihn ja auch, den Frühling!“
„Ich wollte sowieso gerade nach draußen, frische Luft tanken, dann kann ich ja mal gucken!“ Er glaubte Opa nicht, wusste doch jeder, dass der Frühling wie eine Fee aussah mit einem weiten, bunten Umhang, goldenen Haaren, einer Krone und einem warmen Lächeln und so; jedenfalls bestimmt nicht wie ein Junge oder Mädchen. Timo zog Jacke, Mütze und Stiefel an und stapfte in den Garten hinaus. Man konnte nie wissen, ob Opa vielleicht doch recht haben könnte. Aufmerksam schlenderte er durch den Garten, blickte hinter jeden Strauch und sogar in den verwaisten Hühnerstall. Dann suchte er in den Blumenbeeten und plötzlich stutzte er. Gelb blinkte es ihm zwischen den verdorrten Herbstblättern aus zu. Gelb und grün. Ein kleines Gelb und ein kleines Grün. Die Farben des Frühlings, aber doch viel zu klein für ihn. Der Frühling, überlegte sich Timo, der musste doch viel größer sein. Groß und schlank und zauberhaft. Nicht winzig klein unter alten Blättern verborgen. Er musste sich auch nicht verstecken, gerade, wo doch alle schon auf ihn warteten!
Timo schnupperte, irgendwie roch es plötzlich so anders. War das etwa der Frühling, der so duftete? Er beugte sich zum kleinen Gelb und Grün hinunter schnupperte wieder; und als er sein Gesicht so nah am Boden hatte, sah er viele Gelbs und Grüns und sogar ein Lila und es duftete so schön wie Mamas Blütenparfüm, nur noch besser.
„Wer seid ihr?“, flüsterte er voller Andacht.
„Frühlingskinder“, wisperten viele Stimmchen. „Sieht man doch! Wir sind die Boten des Frühlings. Aber noch kann nicht jeder uns sehen.“
„Ich sehe euch. Ein bisschen. Eure Farben sehe ich. Und euren Duft rieche ich.“ Timo war ganz aufgeregt.
Er erhob sich, setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen, um nicht am Ende noch eines der zarten Frühlingskinder zu zertreten. Als er auf dem gepflasterten Weg zum Haus ankam, rannte er glücklich, so schnell er konnte, ins Haus.
„Opa, du hattest recht!“, rief er freudig. „Der Frühling war da und er hat ganz viele Frühlingskinder in unserem Garten untergebracht!“
Opa schmunzelte. Wusste er doch, dass sein Junge einen Blick für das Schöne hatte. Vielleicht hatte er ihm das vererbt, wer weiß?
© Regina Meier zu Verl

 

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Verspätung Reizwortgeschichte (ist jetzt da!)

An dieser Stelle sollte nun eigentlich meine neue Reizwortgeschichte stehen, leider habe ich ein wenig Verspätung und kann erst mittags liefern. Derweil lest dich bitte bei meinen Kolleginnen:

Lores Märchenzauber
Von-Herz-Herz-Geschichten

Danke für euer Verständnis, bis später!

EDIT

Pförtner – Krankenhaus – missmutig – anders – rechnen

Jockel sucht sein Herrchen
Jockel hatte die haarige Stirn in Falten gelegt. Missmutig trottete er die Straße entlang. Er fühlte sich von allen verlassen und es regnete noch dazu. Heftig, wie aus Eimern schüttete es.
„Was bin ich nur für ein armer Hund“, jammerte Jockel. „Keiner hat mich lieb und der einzige, der noch etwas für mich übrighat, liegt im Krankenhaus!“
Mit Blaulicht war der Krankenwagen gekommen. Jockel hatte solche Angst gehabt und die lauten Töne hatten ihm Ohrenschmerzen bereitet. Hinter die Couch war er gekrochen, während die Sanitäter sein Herrchen versorgt hatten.
„Wir müssen Sie mitnehmen, Herr Schulte, es geht nicht anders“, hatte der freundliche Arzt gesagt und dann hatten die Männer Herrchen auf die Trage gelegt.
„Aber, aber …“ hatte Herrchen noch gerufen. „Der Jockel kann nicht allein bleiben!“
„Sollen wir jemanden anrufen?“, hatte man ihn gefragt. „Und wer ist denn der Jockel und vor allem: Wo ist der Jockel?“
Wie Espenlaub hatte Jockel gezittert. Sie hatten ihn nicht gefunden und waren dann einfach mit Herrchen verschwunden. Der war wohl so schlecht zurecht, dass er nichts mehr sagen konnte.
Am Abend war dann Beate gekommen, die Tochter vom Herrchen. Sie hatte ihm zwar gut zugeredet, aber getröstet hatte ihn das nicht. Nicht einmal Hunger hatte er gehabt, er wollte einfach nur sein Herrchen zurückhaben.
„Jockelchen, es geht nicht anders. Ich muss dich ins Tierheim bringen.“
Damit hatte Jockel nicht gerechnet. Ins Tierheim sollte er, das gefiel ihm aber gar nicht, denn von dort war er gekommen und er wollte nicht zurück. Auf keinen Fall wollte er das.
Beate wollte ihm das Halsband anlegen, doch Jockel knurrte so gefährlich wie er konnte. Das beeindruckte Beate aber nicht.
„Nun komm schon, stell dich nicht so an. Vielleicht ist es nur für ein paar Tage!“, versuchte sie ihn zu locken.
„Hallo, ist jemand hier?“, rief eine vertraute Stimme. Es war die Nachbarin, die nach dem Rechten sehen wollte. Sie war es auch gewesen, die den Sanitätern die Tür geöffnet hatte.
„Guten Abend Frau Meier! Ich bin es nur, die Beate!“, antwortete Beate erleichtert, weil sie wohl glaubte, dass Frau Meier ihr bei dem Jockelproblem, also mir, helfen konnte.
Sofort rannte ich in den Flur, um die Nachbarin zu begrüßen. Frau Meier hatte die Tür offenstehen lassen und ich rannte, schnell wie ein Pfeil an ihr vorbei ins Freie.
Die beiden Frauen schrien noch hinter mir her, aber ich wollte einfach nur weg. Weg von Beate und der bösen Drohung, mich ins Tierheim zu bringen und auch weg von Frau Meier, die mich sowieso nicht gut leiden konnte. Das dachte ich jedenfalls.

Ein paar Stunden lief ich also durch die Straßen der Stadt. Ich war auf der Suche nach dem Krankenhaus und hatte keine Ahnung, wo es sich befinden konnte. Mir war kalt, ich hatte Hunger und ich war traurig wie noch nie in meinem Leben.
Dann entdeckte ich einen Krankenwagen, er stand vor einem riesigen Haus, dessen Fenster hell erleuchtet waren. Ob es das Krankenhaus war?
Am Eingang saß ein Mann in einem Glaskasten, der Pförtner. Den hatte ich schon einmal gesehen, als Herrchen mich an ihm vorbei geschmuggelt hatte, um Mama Schulte zu besuchen. Mein Herz machte einen Hüpfer, ich war also richtig hier. Jetzt musste ich nur noch irgendwie in das Gebäude kommen und dort dann mein Herrchen suchen.
Es ist gut, dass ich nicht so groß bin, denn ich konnte mich ungesehen am Pförtnerhaus vorbeischleichen und gelangte in die Empfangshalle. Um diese Zeit war dort nicht viel los, denn es war keine Besuchszeit mehr.
Mit Papa Schulte war ich damals in so einen komischen Kasten gestiegen, der rauf und runter fahren konnte. Das fand ich gar nicht lustig. Papa hatte auf einen Knopf gedrückt, die Tür hatte sich geschlossen und dann gab es einen Ruck. Ich gestehe, dass ich vor Angst in die Ecke gepieselt habe. Papa hat das mit seinem Taschentuch so gut wie möglich aufgewischt und dann sind wir in Mamas Zimmer gegangen. War das eine Freude.
Da – der Kasten, also rein da und dann …
Wie sollte ich den verflixten Knopf drücken und vor allem welchen denn von den vielen?
Ich war erschöpft und setzte mich erstmal in die Ecke. Dort saß ich, als eine Frau im weißen Kittel den Kasten betrat. Sie bemerkte mich erst einmal nicht, drückte auf einen Knopf und dann gab es wieder diesen Ruck. Diesmal pinkelte ich nicht, denn das kannte ich ja schon. Aber ich gab ein kurzes „Wuff“ von mir, um auf mich aufmerksam zu machen.
Die Frau erschrak ein wenig, aber sie blieb ganz ruhig. Sie schaute mich an und ich sage euch: Das waren die schönsten Augen, die ich jemals gesehen habe.
„Was machst du denn hier?“, fragte sie leise. Sie streckte die Hand aus und streichelte vorsichtig meinen Kopf.
„Bist du denn etwa der Jockel, nach dem der Herr Schulte den ganzen Tag gefragt hat?“
An meinem wilden Schwanzgewedel hat sie dann wohl erkannt, dass sie den Nagel auf den Kopf getroffen hat.
„Pst!“, sagte sie. „Wir machen dich nun trocken und dann bringe ich dich zu ihm. Du musst mir aber versprechen, dass du ganz still bist, okay?“
Gesagt, getan. Sie brachte mich in die Personaltoilette, rubbelte mich trocken und versteckte mich dann in einem Wäschekorb. Ganz still verhielt ich mich, wagte kaum zu atmen. Sie fuhr mich mit einem Wagen ins Zimmer, wo mein Herrchen im Bett lag. Er schlief nicht, denn er begrüßte die Schwester mit einem: „Da sind Sie ja wieder!“
„Schauen Sie, wen ich da bringe!“, flüsterte die Schwester und hob das Handtuch an, unter dem ich versteckt war. „Sie müssen nun ganz schnell gesund werden!“, fügte sie noch hinzu.
Herrchen strahlte vor Glück. Und ich? Ich pieselte vor Freude in den Wäschekorb, aber nur ein ganz kleines bisschen.

© Regina Meier zu Verl

Anmerkung der Autorin:
Natürlich dürfen Hunde nicht ins Krankenhaus. Mittlerweile gibt es aber Therapiehunde, die dürfen Altenheime oder Kinderstationen besuchen. Allerdings sind die nicht pudelnass und schmutzig und sie pieseln auch nicht in Aufzüge oder Wäschekörbe, oder doch?

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