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Ich bin Ehefrau, Mutter und Großmutter, Schwester und Tante, und ich habe noch eine weitere Herzensfunktion, eine, die nicht mehr allen in meinem Alter vergönnt ist. Ich bin Tochter.

Jeden Tag bin ich Tochter, nicht nur am Muttertag. Jeden Tag darf ich würdigen, was du für uns getan hast, Mama. Welch ein Glück, dass du noch für uns da bist und was für ein Segen, dass du weitestgehend allein zurecht kommst in deinem Alltag. Für die ein- oder andere Sache müssen wir dir zur Seite stehen, aber das hast du ja auch getan, als wir noch klein waren und auf dich angewiesen.

In den letzten Jahren sind wir gemeinsam an die Nordsee gefahren, das waren schöne Muttertage für uns drei Frauen. Leider geht das auch in diesem Jahr wieder nicht und wer weiß, wie es im nächsten Jahr aussehen wird. Wir haben alle Sehnsucht nach dem Meer und so gern führen wir mit dir hin und liefen über den Deich oder am Strand entlang. Tapfer bist du mit uns mitgezuckelt und nichts wurde dir zu viel. Es war wunderbar.

Wenn sich dieser verflixte Virus in seine Schranken hat weisen lassen, dann können wir einen Ausflug machen, wir drei. Vielleicht schaffen wir es nicht bis zur Nordsee, aber auch hier in unserer Ecke gibt es schöne Plätze, die es anzuschauen lohnt. Freuen wir uns darauf!

(Im Geschichtenblog gibt es eine Muttertagsgeschichte, in der sich eine Kuh und eine Schwalbe über ihre Kinder austauschen)

Meine Mutter und meine Schwester in Duhnen!

Schneeweißchen und Rosenrot

In unserer Viermädelsgruppe der Grundschule waren Heidi und Anke, die von unserer Lehrerin Schneeweißchen und Rosenrot genannt wurden, Marianne, die immer feine Schürzen über ihrer Kleidung trug und ich, die so langsam schrieb, weil ich die Buchstaben mit Hingabe auf Tafel und Papier malte. Oft wurde ich geneckt deswegen, das störte mich aber nicht. Wir verbrachten die Pausen miteinander, luden uns auch gegenseitig zu unseren Kindergeburtstagen ein.
Es machte Spaß, mit den Mädchen zu spielen und noch heute haben wir Kontakt. Ich finde das sehr bereichernd. Vor zwei Jahren trafen wir auch einige von den anderen bei unserer goldenen Konfirmation.

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Die ersten Schuljahre

Die evangelische Minderheit im katholischen Dorf spielte eine bedeutende Rolle, als wir Kinder waren. So haben wir nie einen Kindergarten besuchen dürfen, weil es sich bei dem einzigen in der Nähe um eine kirchliche, katholische Institution handelte. Da wir nicht wussten, was da passierte, haben wir auch nichts vermisst. Die kleine Schule für uns „Andersgläubige“ hat uns entschädigt, denn wir hatten dort die besten Lehrer überhaupt. Ich wage das zu behaupten, weil ich in meinem nun schon recht langen Leben niemals bessere getroffen habe. Die vier herrlichen Jahre in der Grundschule, damals sagte man noch Volksschule, haben mich nachhaltig geprägt.

100 Wörter

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News

Dass meine Geschichten nun im neuen Geschichtenblog zu finden sind, habt ihr ja längst gemerkt. Für mich war es aber immer noch schwierig, beiden Blogs eine Linie zu geben und jetzt habe ich eine Entscheidung getroffen. Hier, bei Klatschmohnrot, wird es nur noch Persönliches geben, also meine Lebensdrabbles und Tagebucheinträge, Dinge, die mich bewegen und umtreiben sozusagen.
Alle Geschichten wandern ab sofort rüber, seien es Reizwortgeschichten oder eben alle anderen, die mir so aus der Tastatur hüpfen.
Viele von euch folgen mir auch da schon, darüber freue ich mich sehr!

Also: Hier wird es sporadisch Einträge geben – drüben öfter, aber halt Geschichten und Gedichte!

Der Fasan wohnt neuerdings in unserem Garten, ich kann ihn beobachten, wenn ich am Schreibtisch sitze – habe ich eigentlich schon eine Geschichte über ihn geschrieben? Mal gucken!

Der Fabrikhof, unser Spielparadies

 

Wir hatten eine geräumige Werkswohnung. Einziges Manko war, dass wir die Toilette mit den Nachbarn teilten, samstags auch das Badezimmer, weil samstags gebadet wurde, an den Wochentagen wuschen wir uns. Es sei denn, wir hatten auf dem Fabrikhof gespielt, der einen schwarzen, sandigen Belag hatte und an trockenen Tagen staubte. Doch gerade dieser Fabrikhof war magisch, so viele Ecken gab es dort, in denen man sich verstecken konnte. Besonders beliebt war bei uns Kindern der Verbrennungsraum. Dort wurde Papier und Pappe gesammelt und dann später in einem alten Ofen verfeuert. Wir sammelten Papprollen von Nähgarn, damit konnte man prima basteln.

 

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Photo by cottonbro on Pexels.com

Waldkinder

Wir bauten Buden im Wald, suchten schöne Bäume, unter denen wir uns einrichteten. Wir polsterten die Böden mit Moos aus, saßen zu dritt oder viert in unseren Wald-Wohnzimmern und erzählten uns Geschichten. Ab und zu konnten wir zu Hause etwas Proviant stibitzen, mal war es eine Tüte Zwieback, deren Inhalt wir genüsslich verspeisten, oder wir suchten, wenn die Jahreszeit dafür da war, Brombeeren und kamen mit blauen Mäulern nach Hause. Wir hatten keine Angst vor Zecken oder Fuchsbandwürmern, obwohl es die damals doch auch schon gegeben haben muss, oder? Meine Freundin Anne hatte aber einmal einen Blutegel am Bauch. Igitt!

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Doppelt hält besser

In dem Haus, in dem wir wohnten, hatte auch Pastor Schafhirt* eine Wohnung. Zwei Zimmer unter dem Dach waren vollgestopft mit Möbeln und Büchern sowie allerlei Kram. Einmal habe sich beim Angeln eine schöne Pfeife anstecken wollen, da seien die Streichhölzer ins Wasser gefallen. Seitdem habe er von allen wichtigen Dingen immer zwei Exemplare. Pastor Schafhirt war der erste evangelische Pastor in Verl. Wir Kinder mochten ihn sehr, auch, weil wir bei ihm fernsehen durften, er war der Einzige, der einen Apparat besaß. Dazu gab es ein Glas Himbeerwasser. Zu Geburtstagen besuchte er uns, er brachte Schokolade und Zaubernüsse mit.

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*Er hieß wirklich so, ein toller Name für einen Pastor, oder?

Photo by Sam on Pexels.com

Ich bin einen Tag zu spät dran, sorry. Lores Geschichte war gestern schon zu lesen, schaut doch mal rein bei ihr.
Lores Märchenzauber KLICK
Die folgenden Reizwörter waren zu verarbeiten und mir ist eine kleine Geschichte dazu eingefallen, die ich meiner Großmutter widme, die mit der Luise in der Geschichte vieles gemeinsam hatte, besonders das Lachen.

Sofa, Kissen, viereckig, schlafen, gähnen

Lachflash

„Nun schalte doch endlich den Fernseher aus, du hast ja schon ganz viereckige Augen!“, schimpfte Luise, die schon vor Stunden ins Bett gegangen war und dann aufwachte, weil sie Fred vermisste, der noch immer auf dem Sofa im Wohnzimmer lag. Eigentlich musste sie zur Toilette, aber das mit dem Vermissen ist ja viel romantischer, nicht wahr?
Fred machte kurz das linke Auge auf, dann gähnte er und hätte damit dem müden Löwen im Zoo gut Konkurrenz machen können. Unglaublich!

Die Geschichte ist in mein Geschichtenblog umgezogen KLICK

Photo by Brett Sayles on Pexels.com

Gummitwist

Fuß, Wade, Knie, Oberschenkel, Hüfte – das waren die verschiedenen Stationen des Gummitwist, ein Spiel, das wir bis zum Abwinken spielten. Man brauchte dafür drei Leute, zwei, die sich in das Gummi stellten und einer war „dran“ und sprang nach bestimmten Vorgaben im Gummi herum. Das Gummi bestand aus Schlüpfergummi, das man entweder kaufen durfte, oder aus Mamas Nähkasten stibitzte.
Gummitwist wurde vorwiegend von uns Mädchen gespielt, dabei wollten wir auch gern unter uns sein, denn bei den Beinverenkungen schaute man seinen Mitspielerinnen auch schonmal unter den Rock, damals trugen Mädchen meist Röcke. Dazu sangen wir: Teddybär, Teddybär, dreh dich um.

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Der Knecht

Wenn der alte H. seinen Knecht zum Einkaufen schickte, holten Mütter ihre Kinder rein. Ganz so drastisch war es nicht, ich erinnere mich aber, dass ich Angst hatte. Er kam zu Fuß mit seiner abgewetzten Ledertasche die Straße entlang und kaufte bei Tante Käthe ein. Er sah furchterregend aus, hatte, soweit man das sehen konnte, einen einzigen Zahn im Frontbereich und schaute düster aus seinem grauen Arbeitskittel. Er lebte mit seinem Chef auf einem Bauernhof in der Nachbarschaft. Eine Frau gab es dort nicht, aber einen bissigen Spitz, der an der Kette lag. Wir Kinder hielten uns fern, klar, oder?

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