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Archive for September 2018

Wie unromantisch das klingt, dabei geht es doch um die schönste Zeit des Jahres, den Advent. Aber egal – ich habe heute viel nachgedacht, weil ich doch diesmal wieder etwas ganz anderes schreiben will. Was hatten wir denn schon so?

1. Ich habe 24 Gedichte geschrieben – eigens für meinen ersten Adventskalender
2. Ich habe eine 24-teilige Geschichte über ein Kind geschrieben, das am Heiligabend ein besonders wertvolles Geschenk erhält – eine Schwester. (nicht mehr im Internet zu finden) Ich habe es aber noch ausgedruckt hier liegen und werde es mal abtippen, wenn ich mehr Zeit habe.
3. 24 Weihnachtsgeschichten, ohne Zusammenhang
4. In einem Forum habe ich mal 24 Beiträge geschrieben, die auf die Mitglieder bezogen waren, das Forum gibt es allerdings schon lange nicht mehr
5. Für meinen ältesten Enkel habe ich einmal 12 Paar Socken gestrickt und in jeden einzelnen eine Minigeschichte gelegt
6. Im vorletzten Jahr habe ich einen Adventskalender für Senioren geschrieben, der in Altenheimen vorgelesen wurde.
7. Im letzten Jahr gab es hier im Blog die 24-teilige Geschichte „Weihnachten im Stall“ (ist hier noch zu finden)
8. Wird nicht verraten – es wird anders werden, soviel kann ich schon sagen

Ich mach mich dann mal an den ersten Tag! 🙂

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Sobald die Lebkuchen in die Supermärkte eingezogen sind, stellt sich mir die Frage, ob ich, wie in den letzten sieben Jahren, wieder einen Adventskalender schreiben soll/will? Ich ziere mich dann immer ein paar Tage „Regina, dieses Jahr nicht!“, sage ich mir dann und dann kommt doch wieder diese Lust, es doch zu tun.

Also gebe ich meinen Gelüsten nach, Lebkuchen esse ich ja nicht mehr, also schreibe ich Adventskalendergeschichten … los geht’s

Heute habe ich allerdings erstmal ein Gedicht geschrieben, ein Liebesgedicht für einen Kürbis: Schaut hier DICKERCHEN

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Am Sonntag durfte ich das 50-jährige Jubiläum meiner Konfirmation feiern. Es war ein schöner Tag, den ich mit einigen der damaligen Weggenossen verbracht habe. Ein wunderbarer Gottesdienst, dem sich viele Gespräche anschlossen, wird mir lange in Erinnerung bleiben.
Besonders die Leute wiederzusehen, die man in diesen 50 Jahren niemals getroffen hat, hat mich gefreut. Es ist interesssant, wie viele Erinnerungen plötzlich erwachen, an die man gar nicht mehr gedacht hat. Eine tolle Erfahrung, ich bin sehr dankbar, dass ich das erleben durfte.
Von Seiten der Kirche wurden wir praktisch den ganzen Tag mit Leckereien verwöhnt. Ich habe das sehr genossen!
Auch war ich erstaunt darüber, wie viele Leute mich kennen (oder in Erinnerung behalten haben), weil sie hier und da etwas von mir gelesen haben. Das tut gut und motiviert ungemein!

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Oma Betty regt sich auf

 

Wenn Oma Betty morgens ihre erste Tasse Kaffee getrunken hat, setzt sie die Lesebrille auf und macht sich über die Tageszeitung her.
Liest sie was Nettes, grinst sie, manchmal ärgert sie sich und ab und zu regt sie sich auf. Gestern zum Beispiel!
Ich dachte schon, dass etwas furchtbar Schlimmes passiert ist, noch furchtbarer als die schlechten Nachrichten, über die sich Oma sonst so ärgert. Sie wurde puterrot im Gesicht und atmete ganz schnell.
„Oma, was ist denn los?“, fragte ich vorsichtig, bekam aber keine Antwort. „Soll ich dir ein Glas Wasser holen?“, hakte ich nach, weil sie so heftig schnaufte.
„Wasser?“ Sie schrie es fast, ich bekam es so langsam mit der Angst zu tun.
„Wasser hilft nicht und Schnaps darf ich nicht, du weißt ja, mein Herz! Ich könnte jetzt aber einen gebrauchen!“ Oma nahm die Lesebrille ab, setzte sie wieder auf und las noch einmal das, was sie so aufregte.
„Das kann ja wohl nicht war sein!“, schimpfte sie. Dann hielt sie mir die Seite hin, die wohl Anlass für den Ärger war. Eine ganzseitige Werbeanzeige des Kaufhauses in der Nachbarstadt.
„Das machen die doch extra!“, schimpfte Oma Betty.
„Was denn? Ich verstehe nicht …“, warf ich ein, obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben hatte, gleich zu erkennen, was denn so schrecklich war.
„Na da!“ Oma klopfte mit der flachen Hand auf die Anzeige. Als ich noch immer nicht reagierte, nahm sie den Zeigefinger und tippte auf einen Topf. So langsam schwante mir, was passiert sein könnte.
„Dein neuer Slow-Cooker?“, fragte ich vorsichtig.
„Genau der! Eine Unverschämtheit ist das, ich sag’s ja, die machen das extra!“
„Aber was denn, Oma?“
„Die verkaufen doch das gleiche Modell für 49 Euro und ich habe letzte Woche 79 Euro bezahlt!“ Oma war jetzt den Tränen nah.
„Aber du hast ihn doch gar nicht dort gekauft, Oma!“
„Nein, habe ich nicht. Ich wollte den unbedingt haben und da bin ich zum Haushaltswarenladen bei uns gefahren, da gab es den für 79 Euro und die Verkäuferin sagte noch, dass es ein Sonderangebot sei!“
Mir fiel nichts ein, was Oma hätte trösten können, also blieb ich lieber still. Plötzlich sprang Oma auf und rannte in den Keller. Mit der Gebrauchsanweisung des neuen Topfes kam sie zurück in die Küche. Diese studierte sie dann ganz genau, las dann noch einmal die Anzeige und endlich entspannten sich ihre Züge.
„Ich nehme alles zurück!“, sagte sie leise.
„Warum?“, wollte ich nun wissen.
„Mein Slow-Cooker ist für fünf Liter ausgerichtet, der in der Anzeige nur für drei Liter!“ Sie strahlte.
„Oma?“
„Ja, was ist denn?“
„Sagst du nicht immer zu mir, dass ich erstmal ganz genau nachdenken soll, bevor ich jemanden beschuldige?“, fragte ich sie und freute mich, dass mir das gerade eingefallen war.
„Das ist ja ganz was anderes …“, sagte sie. „Aber …“
„Aber?“
„Aber du hast doch ein bisschen recht, nein, du hast hundertprozentig recht, entschuldige!“, sagte sie und die Entschuldigung habe ich natürlich angenommen. Auch Omas können sich mal vertun, nicht wahr?“

© Regina Meier zu Verl

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Ein Kindheitserinnerung

Wir wohnten auf einer Etage mit einer Familie, deren zwei Töchter schon erwachsen waren. Die beiden Mädchen kümmerten sich um uns, wenn meine Eltern mal nicht zu Hause waren und eine der beiden, Doris, hatte mich so ins Herz geschlossen, dass sie mich immer einlud, wenn ihre beste Freundin Käthe auch zu Besuch war.

Ich besuchte damals die Sexta des Städtischen Gymnasiums und fühlte mich mit meinen zehn Jahren schon sehr erwachsen, wenn ich zum Damenkränzchen mit Eierlikör und Salzstangen eingeladen wurde.

Der Abend wurde traditionell mit der Hitparade eingeläutet und wie gebannt starrten wir alle drei auf die Schwarz-Weiß-Mattscheibe.

Ich vergesse nie den Abend, an dem Christian Anders das erste Mal auftrat. Ich war hin und weg als er sang: „Geh nicht vorbei, als wär nichts geschehn, es ist zu spät um zu lügen!“

Sofort verkündete ich den beiden anderen, dass Christian von nun an der meine war und sie sich auf den Kopf stellen könnten, mir das auszureden.

Vier Wochen sparte ich für die Single, und ich hörte sie von da an täglich mindestens zwanzig Mal.

Meine Mutter fand das anfangs ganz amüsant, später durfte ich dann nur noch auf Zimmerlautstärke drehen und kostete es schamlos aus, wenn ich mal allein in der Wohnung war. Meine Zimmerwände waren beklebt mit Bildern und Postern, die ich sammelte und Doris, die damals schon die Bravo lesen durfte, schnitt mir jeden Artikel aus und sammelte sogar den Super-Star-Schnitt. Meine Güte, war ich glücklich.

Später änderte sich mein Musikgeschmack, spätestens, als „Eloise“ von Barry Ryan die Nummer eins in den Charts war. Aber auch diese Phase hielt nicht lange an.

Meine Mutter trauerte der Christian Anders Zeit hinterher, als ich anfing mich für Pink Floyd, Jethro Tull und Exception zu begeistern. Diese Begeisterung hat bis heute angehalten.

Die Schwärmerei für Christian Anders muss wohl mit dem Eierlikörchen zu tun gehabt haben, das ich schon damals trinken durfte.  Dass mir das aber ja niemand meinen Kindern verrät, denn den beiden habe ich kein Likörchen erlaubt bevor sie sechzehn waren…

© Regina Meier zu Verl

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Des Sommers Abschied

 

Der Sommer sagt: Auf Wiedersehen,
es wird Zeit, ich muss jetzt gehen.
Hab mein Bestes gegeben mit aller Kraft
und denke mir: Ich habe viel geschafft!

Die Sonne war meine beste Freundin,
sie schickte ihre Wärme überall hin
und lachte uns an für Tage und Wochen,
es wurde gegrillt, statt lange zu kochen.

Im Schwimmbad war stets ein reges Treiben,
niemand wollte zu Hause bleiben.
Es wurde geplantscht im kühlen Nass,
ach, was hatten die Kinder Spaß!

Ich komme ja wieder im nächsten Jahr,
auch wenn es noch so herrlich war,
ist’s Zeit für mich nun, ich mache Platz
dem Herbst mit seinem Farbenschatz.

Möge der Regen, den ich euch verwehrte,
obwohl sich so mancher darüber beschwerte,
nun kommen und tränken die Felder und Bäume,
genießt es und träumt bunte Träume.

Vergesst mich nicht und bleibt mir gewogen,
ich bin irgendwo – hinter dem Regenbogen.

 
© Regina Meier zu Verl 2018

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