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Archive for April 2017

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Nachdem ich mich nun einigermaßen erholt habe und auch wieder lesen kann, freue ich mich auf eine Auszeit der anderen Art – Urlaub. Wie jedes Jahr zum Muttertag fahren meine Schwester und ich mit unserer Mutter an die Nordsee. Das schenken wir uns gegenseitig zum Muttertag. Vom 7. bis 14. Mai werde ich dann endlich wieder Seeluft schnuppern dürfen und darauf freue ich mich schon jetzt sehr.

Eine Mutter, eine Großmutter und eine Urgroßmutter sind dann unterwegs. Wir haben immer eine Menge Spaß miteinander.

Aber nun warten erstmal ein paar Aufgaben auf mich, die unbedingt erledigt werden müssen. Man muss sich den urlaub ja schließlich erst verdienen!

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Osterhase im Magnolienbaum

Nestkontrolle

Heini Hase hatte viele Jahre lang in der Malstube geholfen, so wie es die Familientradition vorschrieb. Bei Familie Hase herrschten nämlich strenge Regeln, die besagten, dass die jüngsten Kinder der Familie Maldienst hatten. Dem ältesten Sohn war eine andere Aufgabe zugedacht. Er war der Kontrolleur und anschließend gründete er seine eigene Familie. Im nächsten Jahr rückte dann der nächstälteste Sohn nach. Endlich war Heini an der Reihe. Oh, er war so gespannt!

Und was ist mit den Mädchen, könnte man sich nun fragen. Das weiß ich auch nicht so genau, aber ich weiß, dass die Mädels nicht unglücklich waren. Geduldig widmeten sie sich der Malerei und genossen es, immer wieder neue Muster für die Eier zu erfinden. Während der Arbeit lachten und sangen sie und machten Witze über die Hasenjungs, die eher widerwillig in der Malstube halfen. Diese warteten sehnlichst darauf, endlich zum Kontrolleur zu werden, denn, auch wenn sie nicht genau wussten warum das so war, die Hasenkontrolleure der Vorjahre kamen stets singend und lachend von ihrer Arbeit heim.

Ihre Aufgabe bestand darin, die Nester für die Kinder zu überprüfen. Das war eine verantwortungsvolle Arbeit. Zunächst mussten sie zählen, ob die Eier gerecht verteilt waren. Schließlich sollte kein Kind benachteiligt werden. Des Weiteren mussten sie die Nester nach so genannten Fremdeiern überprüfen. Das kam viel häufiger vor, als man denkt. Verschiedene Fremdeier fand man da und die mussten wiederum überprüft werden. Waren es einfach Schokoladeneier, dann durften sie liegenbleiben. Stand aber so etwas wie „Knickebein“ oder „Eierlikör“ drauf, dann waren sie gefährlich. Sehr gefährlich sogar! Eier mit diesen gefährlichen Inhalten sammelten die Kontrolleurhasen in ihren Kiepen. Die ganze Nacht durchstreiften sie das Städtchen, schauten in jeden Garten und jedes Nest und sammelten auf diese Weise Eier namens Eierlikör, Himbeergeist, Cognactraum und Kirschwasser ein. Natürlich musste jedes dieser Eier durch ein Hühnerei ersetzt werden, sonst war es ja wieder ungerecht, nicht wahr?

Am Ende der langen Nacht vor dem Ostersonntag versammelten sich dann alle Kontrolleure an einem geheimen Platz im Wald. Dort vernichteten sie die gefährlichen Eier und bei jedem Ei, das sie aufaßen, um es für die Kinder unschädlich zu machen, sagten sie laut: „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss!“ Man könnte es das Fest ihres Junggesellenabschieds nennen und wie sehr sie sich darüber freuten, nun bald eine eigene Familie zu haben, das merkte man an ihrem Lachen, an den Liedern, die sie anstimmten. Später konnte man sie dann nicht mehr verstehen, so hatten sie sich angestrengt, dass sie nicht einmal mehr richtig sprechen konnten.

Waren alle Eier vernichtet, wankten die Kontrolleure nach Hause. Am ersten Ostertag sah man sie nie, komisch.

Aber nun wissen wir, wie es kommt, dass in Osternestern niemals Liköreier liegen. Solltet ihr doch mal eins finden, dann lasst es schnell verschwinden. Diese Eier sind gefährlich!

 

© Regina Meier zu Verl

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