26.11.2016

Da hat Schnurrli ja was angerichtet in der letzten Folge, Oma is not amused, sie … lest selbst in  neuen Teil 26 von Claras Geschichte

„Ich geh durch einen grasgrühünehen Wald und höre die Vögelein singen“, sang Mama Gisela. Clara schaute sie staunend an.
„Der Wald ist doch gar nicht grasgrün, er ist noch etwas bunt und schon bald werden alle Blätter weg sein“, bemerkte sie.
„Also gut“, Mama setzte neu an: „Ich ging durch einen herbstbuhunten Wald und hörte die Vögelein singen, sie sangen so jung, sie sangen so alt, die kleinen Vögelein in dem Wald …“ Clara unterbrach sie schon wieder.
„Mama, ich höre keine Vögelein!“
„Du nimmst es aber auch ganz genau, es ist doch nur ein Lied“, Mama zog eine Schnute und stellte den Gesang ein. Clara lauschte.
„Hört doch mal, die Spatzen, sie zirpen ganz aufgeregt!“
Die Eltern hörten es auch und gemeinsam gingen sie in die Richtung, von wo der Lärm kam. Clara wusste natürlich, dass es ihre Freunde waren, die ihr den Weg weisen wollten und tatsächlich, als sie weiter herangekommen waren, sahen auch die Eltern den Berg von Müll, den Clara in der letzten Nacht schon entdeckt hatte.
„Das ist ja wohl die Höhe“, schimpfte Papa Rolf. „Da hat doch jemand seinen Unrat abgeladen, mitten im Wald“, er war entrüstet und trat mit dem Fuß nach dem Müll.
„Rolf, das hilft auch nicht, wir laden einfach alles auf, gut, dass wir den Bollerwagen mitgenommen haben“, schlug Mama vor und die drei machten sich an die Arbeit. Im Nu war alles vom Waldboden aufgelesen und das war eine Freude für die Waldbewohner, die im sicheren Abstand zu den Menschen alles beobachtet hatten.
„So, ihr Lieben“, rief Clara. „Jetzt ist der Wald wieder aufgeräumt!“
Rolf und Gisela schauten sich an und grinsten. Ihre Tochter hatte wirklich eine rege Fantasie, aber das war in Ordnung. Sie hatte auch einen ausgeprägten Sinn dafür, die Natur zu schützen und das gefiel den Eltern sehr.
Fröhlich singend zogen sie den Bollerwagen nach Hause und oben auf dem Müll thronte Clara und sang aus vollem Herzen mit.
Als das Haus in Sichtweite kam, ahnten sie noch nicht, was sie darin gleich erwarten würde. Sie hatten ein paar wundervolle Stunden gehabt und der weite Weg machte ihnen auch gar nichts aus. Er hatte einen Sinn gehabt und das fühlte sich einfach wunderbar an.
„Oma, wir haben den Wald aufgeräumt“, rief Clara und stürmte ins Haus. „Oma, warum sitzt du da auf der Treppe und was ist mit deinem Koffer?“
Schlagartig sprang Oma auf. „Rolf, hol sofort den Wagen aus der Garage und bring mich zum Bahnhof, ich bleibe keine Minute mehr in diesem verrückten Haus und nur zur Kenntnis: in der Küche ist eine wilde Katze, die faucht und brüllt und beißt. Ich habe sie eingesperrt, sie hat mich zu Tode erschreckt!“ Vorwurfsvoll klang das, so, als habe Rolf eine Katze auf seine Schwiegermutter gehetzt. Ratlos schauten sich Clara und ihre Eltern an.
„Beruhige dich doch, Mutter!“ Gisela wollte die Mutter umarmen, doch die ließ das nicht mit sich machen.
„Lass das doch, ich will weg und daran kannst du nichts mehr ändern!“
Claras Magen grummelte, sie fühlte sich schuldig, denn ihr war klar, dass es Schnurrli gewesen sein musste, die Oma so erschreckt hatte. Erst jetzt fiel ihr ein, dass sich das Kätzchen in ihrem Rucksack versteckt hatte und wohl darin geblieben war, als sie sich zurückgeträumt hatte in ihr Bett. Verflixt, sie musste demnächst besser aufpassen, sonst würde irgendwann auffallen, dass sie zwei Leben hatte, eines am Tag und eines in der Nacht, wenn sie in ihrem Wald war. Dort warteten noch viele Aufgaben auf sie und Hermann und Hilda wären enttäuscht, wenn sie nicht mehr zu ihnen kommen könnte.
Jetzt verstand Clara, dass es ihr Geheimnis bleiben musste und irgendwie würde sie es sicher schaffen, Schnurrli wieder mit zurückzunehmen, die hatte sich bestimmt auch gefürchtet, arme kleine Katze.
Oma reiste tatsächlich noch am gleichen Abend ab, die Eltern und Clara waren traurig. Aber irgendwann würde sie sich wieder beruhigen und dann würden sie alle zu ihr fahren und dann wäre alles wieder gut.
Vorher gab es aber noch einige Aufgaben zu lösen und Clara freute sich darauf, Hermanns und Hildas Gesicht zu sehen, wenn sie später von der Müllsammelaktion berichten würde. Stolz würden sie sein, ja, und auch Clara war stolz auf ihre Eltern und auf sich selbst und auch wenn sie traurig war, dass Oma abgereist war, so hatte der Tag doch den Erfolg gebracht, den Clara sich gewünscht hatte.
„Jetzt wollen wir uns mal duschen und dann machen wir es uns im Wohnzimmer gemütlich“, schlug Mama vor und das machten sie dann auch. Die kleine Katze saß noch immer unter dem Küchenschrank und traute sich nicht raus.

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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Eine Antwort zu 26.11.2016

  1. lifetellsstories schreibt:

    Clara hat diese Aufgabe wirklich gut gemeistert. Sie kann stolz auf sich sein, aber auch auf ihre Eltern, die ihr unwissentlich sehr dabei geholfen haben.
    Schnurrli muss jetzt aber sicherlich wieder zurück in den Traumwald, oder?
    Die arme Oma! Aber sie wird sich schon wieder beruhigen und irgendwann wird sie über diesen Vorfall sogar lachen können.
    LG
    Astrid

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