19.11.2016

Teil 19 – Samstag, ein Tag um mal ein wenig mehr über den Fortgang der Geschichte nachzudenken, ganz viele Ideen sind mir heute dazu gekommen und ich schätze, die Geschichte wird länger als gedacht – vermutlich werde ich den Schreibmonat etwas überziehen müssen.

Der November war gekommen. Großmutter schlug vor, gemeinsam mit Clara eine Laterne zu basteln, damit sie am St. Martinstag gemeinsam mit den Kindern des Kindergartens am großen Laternenumzug teilnehmen konnten. Clara war begeistert, obwohl sie mit dem Kindergarten so gar keine guten Erfahrungen gemacht hatte. Langsam aber sicher erwachte in ihr der Wunsch, doch mit anderen Kindern zu spielen und sich mit ihnen zu unterhalten. Noch war sie vorsichtig und sagte ihrer Mutter nichts davon. Sie nahm sich aber vor, bald einmal danach zu fragen, ob sie noch einmal einen Versuch machen durfte. Sie war mittlerweile schon fast Fünf und spätestens im übernächsten Sommer würden ihre Eltern sie für die Schule anmelden. Dass sie da auf jeden Fall hingehen musste, das wusste Clara und eigentlich freute sie sich auch darauf, denn dort würde sie eine Menge lernen. Vor allem das Schreiben lag ihr am Herzen, denn sie wollte gern ihre Abenteuer aufschreiben, die sie sich noch alle im Kopf merken musste. Wenn sie später einmal erwachsen war, dann würde sie sich vielleicht nicht mehr so gut daran erinnern und das wäre so schade.
Gemeinsam mit Papa fuhren sie in die Stadt, um Bastelmaterial für die Laterne einzukaufen. Tonkarton, Transparentpapier, einen Laternenstock und einen Kerzenhalter brauchten sie und da sie schon einmal unterwegs waren, lud Oma ihre kleine Familie zu einem Mittagessen im Restaurant ein. Clara bekam eine große Portion Pommes Frites, eine Ausnahme, wie die Mutter betonte. Eigentlich achtete sie darauf, dass ihre Familie gesundes Gemüse zum Mittagessen zu sich nahm. Aber es konnte nicht schaden, wenn man gelegentlich mal etwas Anderes aß.
Papa langte ordentlich zu. Er wählte ein großes Steak mit Bratkartoffeln und Salat und Mama bestellte einen Nudelauflauf. Oma erbat sich einen großen Salatteller, da sie stets auf ihre Linie achtete.
„Hilda isst auch immer Salat und trotzdem ist so mollig“, bemerkte Clara und erschrak sofort nachdem sie es gesagt hatte.
„Hilda? Wer ist das denn?“ Mama schaute erstaunt auf.
„Ach, ach, das ist nur …“, stotterte Clara und der Schweiß brach ihr aus.
„Hast du dir wieder Geschichten ausgedacht?“ Papa lachte. „Unsere kleine Märchenfee hat eine rege Fantasie musst du wissen, Schwiegermutter!“
Oma stutzte, nahm dann einen kräftigen Schluck Wein und sagte:
„Dein Opa hat auch immer von einer Hilda erzählt, sie war, wenn ich mich recht erinnere, eine alte Koboldfrau, die immer wieder in seinen Geschichten vorkam.“
Jetzt erinnerte sich auch Mama.
„Ja, stimmt, er hat mir oft von ihr erzählt! Dann hat Clara den Namen wohl von mir.“ Damit war das Thema erst einmal erledigt, denn das Essen wurde aufgetragen.
Clara war erleichtert, das wäre ja beinahe schief gegangen. Sie musste besser aufpassen, wenn sie ihre Freunde nicht verraten wollte.
Während des gemeinsamen Essens wurde nun nicht mehr viel geredet, Clara versuchte, das Thema völlig nach hinten zu stellen. Sie fragte danach, wie sie die Laterne basteln wollten und wann denn der Umzug im Kindergarten war und um völlig auszuschließen, dass sie noch einmal nach Hilda gefragt werden würde stellte sie die Frage, die alle erstaunte:
„Wann darf ich wieder in den Kindergarten gehen?“
Damit hatten die Eltern nicht gerechnet, doch sie freuten sich. Clara hatte einen großen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht und das war gut so.
„Ich rufe später im Kindergarten an und frage nach, ob du nächste Woche zur Probe kommen darfst. Wenn es dir gefällt, dann werden wir deine erneute Aufnahme beantragen und schauen, ob sie noch einen Platz für dich haben.“, schlug Mama Gisela vor.
Am Nachmittag bastelten die drei Mädels dann eine wunderbare Laterne. Sie war rund, aus schwarzem Tonkarton und mit vielen Sternen verziert, die ausgeschnitten waren und mit gelbem Transparentpapier hinterlegt waren. Clara wollte unbedingt noch einen Igel in die Laternenwand schneiden und das klappte auch ganz wunderbar.
Am Abend wurde eine Beleuchtungsprobe gemacht und Clara durfte schon eine Runde durch den Garten gehen, wobei sie laut sang: „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir!“

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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2 Antworten zu 19.11.2016

  1. etoilefilante22 schreibt:

    du darfst sehr gerne überziehen 🙂

    Gefällt mir

  2. wholelottarosie schreibt:

    Oh ja….Laternenbasteln – das liebte ich als Kind sehr.
    Ich mochte sie besonders gern bunt und dazu mit vielen ausgeschnittenen und mit Transparentpapier hinterlegten Engeln, die über die Laterne „flatterten“.
    Vor kurzem zogen Kinder auch hier mit selbstgebastelten Laternen durch die Straße.
    Die Laternen bestanden aus dem abgeschnittenen unteren Teil einer PET-Flasche, um die ein Streifen Geschenkpapier gewickelt war. Innen stand ein kleines LED-Licht.

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