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Posts Tagged ‘Schreibübung’

Die nachfolgende Geschichte ist im Rahmen einer Schreibübung entstanden. Aufgabe war es, einen Dialog zu schreiben, in dem nur einer der Beteiligten zu hören/lesen ist.

Nur nichts anbrennen lassen

Paul Struck wischt sich die Hände in seiner Schürze ab.
„Dieses verflixte Telefon klingelt immer dann, wenn ich keine Zeit und auch keine Lust habe zu telefonieren!“, schimpft er vor sich hin, macht sich aber auf den Weg ins Wohnzimmer und nimmt den Hörer ab:
„Struck“
„Erika, wie schön, dass du anrufst. Warte einen Moment, ich muss gerade das Nudelwasser abstellen.“
„Nein, du störst mich nicht. Wie gesagt, das Nudelwasser …“
„Hackfleischsauce, du weißt ja. Ich liebe Hackfleischsauce.“
„Also bitte, Erika. Es kann ja nicht sein, dass ich nun auch kein Fleisch mehr essen darf. Ich erinnere mich gut daran, dass du immer gern ein Zigeunerschnitzel gegessen hast.“
„Das kann nicht dein Ernst sein. Warte, wir kennen uns …, ich bin zweiundvierzig, also wir kennen uns zweiundzwanzig Jahre. Beinahe hätte ich …“
„Wie, du hättest mich sowieso nicht geheiratet. Davon war ja auch gar keine Rede!“
„Jetzt werde aber nicht beleidigend, Erika. Warum rufst du eigentlich an?“
„Dachte ich es mir doch! Das kannst du getrost vergessen!“
„Es ist nicht nötig, dass du mich beschimpfst, ich werde nicht für den Kleingartenverein musizieren.“
„Ach so, das wusste ich nicht. Tut mir leid. Wie viel Gage gibt es denn?“
„Na, da könnte ich es mir doch glatt noch einmal überlegen. Wirst du auch da sein?“
„Das ist schade, ich hätte dich so gern mal wieder gesehen.“
„Wie meinst du das, ich hänge meine Fahne nach dem Wind?“
„Du wirst immer unverschämter, ich spiele nicht. Das lasse ich mir doch nicht sagen: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!“
„Lass gut sein. Ich kann dem lieben Herrgott nur danken, dass er mich davor bewahrt hat, dich zu heiraten.“
„Ja, ja, ich weiß. Der Manni hatte ja schließlich damals schon einen Porsche.“
„Das sagst du, dass es auf das Auto nicht ankommt. Männer, die ein dickes Auto fahren sind sexuell eine Niete.“
„Erika, warum weinst du denn? Ich habe es doch so nicht gemeint, bitte beruhige dich doch wieder.“
„Ich wusste ja nicht, dass …“
„Ach Mensch, Erika. Es tut mir so leid. Ist da denn gar nichts zu machen?“
„Das kann ich nicht beurteilen, ich hatte es nie nötig, diese Pillen zu versuchen.“
„Sag ihm, er soll zu einem guten Arzt gehen, nicht zu diesem alten Knopp, der hat sowieso kein Verständnis für solche Nöte.“
„Ach, und was hat er gesagt?“
„Interessant, ich hätte nicht gedacht, dass Ärzte solche Tipps geben. Ungeheuerlich!“
„Bist du ganz sicher, dass er nicht zu der Prostituierten gegangen ist?“
„Dann ist ja gut, man weiß ja nie in der heutigen Zeit.“
„Wie ich? Ich habe das nicht nötig, Erika. Ich genüge mir selbst.“
„Du brauchst gar nicht so blöd lachen. Du wolltest mich ja nicht!“
„Siehst du, jetzt gefällst du mir schon wieder besser. Freut mich zu hören, dass du dir auch schon so deine Gedanken gemacht hast.“
„Nein, meine Liebe. Es ist niemals zu spät.“
„Ja, können wir machen. Wann denn?“
„Mittwoch ist gut, und was wird Manni dazu sagen?“
„Na ja, nach zwanzig Jahren legt sich das mit der Eifersucht. Ich habe mich all die Jahre gefragt, warum ihr keine Kinder habt.“
„Gut, Erika. Lassen wir es bei Mittwoch. Treffen wir uns am alten Treffpunkt?“
„Ja, ich bin sicher, dass die alte Mühle noch steht. Ich fahre nämlich jede Woche dorthin. Nostalgie, weißt du.“
„Also dann, tschüss, Bussi, ich freu mich!“

Paul legt den Hörer auf und eilt in die Küche, die völlig unter Dampf steht. Im Topf brodelt nur noch ein kleiner Rest des Nudelwassers und die köstliche Hackfleischsauce ist angebrannt.
„Weiber“, denkt Paul und nimmt sich ein Bier aus dem Kühlschrank.

© Regina Meier zu Verl

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Ab heute alphabetisiere ich mich mal so durch und motiviere mich mit jeweils einem Buchstaben. Es geht los – natürlich beim A

10 Sekunden-Gedankenkette dazu: Anna, Anfang, Arbeit, Anonymität, Affe, Aas, Adagio, hier stockt es, also aufhören und die einzelnen Worte in einen Satz verpacken. (Wichtig ist, dass man nicht nachddenkt, sondern ungefiltert schreibt, was einem gerade in den Kopf kommt)

1. Anna
Anna ist meine Schwester im Geiste und Anne meine Kindheitsfreundin.

2. Anfang
Es ist leicht, einen Anfang zu machen; schwer ist es weiter zu machen und durchzuhalten.

3. Arbeit
Meine Arbeit macht mir Freude, aber sie sollte nicht mein ganzes Leben ausfüllen, wie es beinahe der Fall ist momentan.

4. Anonymität
Das ist nicht mein Wort, ich weiß nicht, wie ich drauf gekommen bin.

5. Affe
Was denken die Affen, wenn wir Menschen in Scharen vor ihren Zoobehausungen stehen und Grimassen schneiden?

6. Aas
Vor zwei Jahren ist ein Fohlen tot geboren worden, wir hätten es gern beerdigt, aber das darf man nicht bei einem so großen Tier; also kam ein Wagen, der es geholt hat. Der Geruch geht mir bis heute nicht aus der Nase.

7. Adagio
Früher war es die quirlige, schnelle Musik, die mich begeisterte – heute bin ich im Adagio zu Hause, manchmal etwas schwermütig, auf jeden Fall langsamer als vor Jahren.

So, aus diesen 7 Sätzen suche ich mir mein Thema des Tages und schreibe einen kleinen Text dazu … vorher überarbeite ich eine Geschichte und dann schaun wir mal.

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