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Posts Tagged ‘Reizwortgeschichte’

Hier kommt nun die nächste Reizwortgeschichte. Zu verarbeiten waren die Wörter:

Frühling, Luft, bunt, übermütig, glücklich

Mein Ergebnis lest unten, schaut bitte auch bei meinen Kolleginnen rein!

Lores Märchenzauber
Von-Herz-Herz-Geschichten

Opa, Timo und die Frühlingskinder

„Gestern habe ich den Frühling gesehen. Er huschte übermütig durch den Garten und zupfte mal hier, mal da. Ich habe ihn gefragt, was er da macht, aber ich bekam keine Antwort. Als ich ihn nämlich ansprach, verschwand er, schnell wie der Wind!“, erzählte Opa seinem Enkel Timo.

Die Geschichte ist umgezogen, mit einem KLICK findest du sie hier!

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Paradies, Adlerhorst, Abenteuer, vorwitzig, laufen

Das sind die Reizwörter für den heutigen Artikel. Lore und Martina haben ebenfalls Geschichten zu den Wörtern verfasst. Damit lassen wir unsere alte Tradition der Reizwortgeschichten wieder aufleben. Monatlich, jeweils am 15. wird ein neuer Beitrag dazu erscheinen.

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Ordnung im Kopf
So viele Wörter tummeln sich In meinem Kopf. Ich muss sie sortieren, denn sonst nimmt die Unordnung In meinem Kopf überhand. Aber Ich weiß nicht, wie ich das machen soll.

Die Geschichte ist umgezogen in mein Geschichtenblog KLICK

 

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Kuchen am Stiel
Brimborium, Film versprechen, ärgern, wichtig

das waren die Reizwörter zur heutigen Geschichte, die ich nun mit Verspätung nachreiche. Viel Spaß!

Eine kluge Frau

„Hans-Werner, mach doch nicht immer so ein Brimborium um einen Filmabend mit den Enkelkindern. Das ist ja nicht auszuhalten!“
Oma Gerlinde schüttelt unwillig den Kopf. Auf dem Tisch stehen verschiedene Schalen und Schachteln mit Süßigkeiten, Chips und Popcorn. Dann eine ganze Batterie Limonadeflaschen in allen Sorten. Zitrone, Orange, Mandarinen-Brause und Dunkelbier gibt es da.
„Wieso? Wenn wir nachher zusammen den Film anschauen, dann will niemand in die Küche laufen und für Nachschub sorgen. Ich denke halt mit!“ Opa Hansi stöhnt. Dass seine Gerlinde das einfach nicht verstehen will.
„Aber wir machen doch einen Filmabend, keine Süßigkeiten Verkostung und außerdem ist doch dieser ganze Süßkram ungesund. Das weißt du doch!“ Oma greift nach der Schale mit den Gummibärchen.
„Halt!“, ruft Opa Hansi verärgert. „Die bleiben stehen! Ich habe Kira versprochen, dass es Gummibärchen geben wird!“
„Also gut“, Oma Gerlinde stellt die Schale wieder hin und greift nach den Schokoküssen.
„Halt!“, ruft Opa. „Die sind für Flory, du weißt doch, dass er die so gerne mag!“
„Stimmt, hatte ich vergessen“, seufzt Oma. Ihre Augen wandern über den Tisch und bleiben bei den roten und schwarzen Zuckerhimbeeren hängen. Die kann sie unmöglich wegnehmen, Amelie liebt diese megasüßen Dinger so sehr.
„Hans-Werner“, sagt Oma nachdenklich.
„Ja, Gerlinde?“
„Ich glaube unsere Enkelkinder lieben uns auch ohne diesen ganzen Kram!“
„Das stimmt, aber …“
„Aber?“
„Mit diesen Leckerchen lieben sie uns noch ein bisschen mehr!“
„Das ist Quatsch, ganz großer Quatsch!“
„Wir machen eine Probe. Wir stellen alle Süßigkeiten weg und schnippeln schnell einen Teller voll Gemüse. Möhren, Gurken, Paprika und Stangensellerie. Dazu gibt es Kräuterquark und Cracker.“ Opa Hansi grinst, er könnte sich vor Freude selbst auf die Schulter klopfen, so toll findet er seine Idee.
„Okay!“, sagt Oma und kommt binnen zwei Minuten zurück mit einer riesigen Gemüseplatte und diversen kleinen Dippschälchen.
„Hier, bitte!“
Opa Hansi staunt. Seine Gerlinde ist flink wie ein Wirbelwind, und das in ihrem Alter.
„Wie hast du das denn so schnell hinbekommen?“, fragt Opa stolz.
„Hatte ich schon fertig!“, sagt Oma und lächelt still vor sich hin. Sie verrät Opa Hansi auch nicht, dass sie genau das bereits beim Mittagessen vorgeschlagen hatte. Das hatte Opa aber wohl vergessen, oder verdrängt und da es ihm so wichtig ist, dass es seine Idee war, schweigt Oma Gerlinde. Kluge Frau, oder?

© Regina Meier zu Verl

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Rettung, Buch, ungenau, verstehen, reden

Das sind die Reizwörter, die diesmal eingebaut werden mussten. Ich bin etwas verspätet heute, habe gestern eine wunderbare Hochzeit gefeiert und bin noch etwas müde.

Bitte schaut auch bei meinen Kolleginnen, ob sie etwas geschrieben haben zum Thema:

Lore
Martina
Christine

 

Der Buchstabentick

 

Angefangen hatte alles, als Gitte und Gerd ihre Hochzeitskarten gestalteten.

„Guck mal, wie schön das aussieht, wenn sich die beiden G ineinander verschlingen.“, meinte Gitte, als sie die Anfangsbuchstaben ihrer Namen kunstvoll gezeichnet hatte.

„Schön auch, dass wir in Gütersloh wohnen, das passt!“, Gerd hatte gelacht und in seinen nächsten Satz baute er wieder ein G-Wort ein. „Was für ein Glück!“

„Genau!“, hatte Gitte begeistert ausgerufen. „Das ist ein gutes Zeichen!“

Die Gästeliste wies 101 Personen aus. „Das geht nicht!“, sagte Gitte. „Es muss eine gerade Zahl sein, sonst bringt es kein Glück!“

„Genau!“, Gerd war ihrer Meinung. „Dann laden wir noch Gisela dazu ein, auch wenn wir das zuerst nicht wollten. Bist du einverstanden?“

„Aber sicher, Gisela ist unsere Rettung. Wer würde besser zu uns passen als sie?“ Gitte kicherte albern. „Ich verstehe gar nicht, warum wir sie nicht gleich auf unsere Liste gesetzt haben!“

„Allerdings …“, gab Gerd zu bedenken, „sie hat doch einen Gatten, oder nicht?“

„Ach was, die reden doch schon lange nicht mehr miteinander. Giesbert wohnt im Gartenhaus und zwitschert sich jeden Abend einen. Gisela will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Sie kocht noch für ihn und wäscht seine Wäsche, das war es dann aber auch. Gruselig, so eine Beziehung!“

Nachdenklich kaute Gitte auf ihrer Unterlippe. „Meinst du, dass es mit uns auch einmal so enden könnte?“

Gerd legte das Buch „Hundert Tipps für eine gelungene Hochzeitsfeier“ zur Seite.

„Niemals, wir haben ja gar kein Gartenhaus!“, sagte er und nahm seine Gitte in den Arm.

„Wir zwei, wir kriegen das hin, ganz sicher!“

„Was, das mit dem Gartenhaus?“ Gitte schaute ihn entsetzt an.

„Quatsch, das mit der glücklichen Ehe meinte ich doch!“

„Gott sei Dank! Du musst dich aber auch nicht immer so ungenau ausdrücken, mein Lieber!“ Nun strahlte Gitte wieder.

„Gehen wir die Gästeliste noch einmal durch, oder ist nun alles okay?“, fragte Gerd.

„Das ist sicher nicht nötig, lass uns lieber ein Glas Wein trinken und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Wir haben ja noch etwas Zeit bis zur Hochzeit.“

„Genau, außerdem kommt gleich meine Serie ‚Gute Zeiten‘ …“

„Schlechte Zeiten …“, ergänzte Gerd den Satz und schüttelte missmutig den Kopf. „Wie kann man nur, vielleicht sollte ich mir doch ein Gartenhaus bauen, für alle Fälle!“ Vorsichtshalber zog er schonmal den Kopf ein, denn Gitte drohte mit dem Glasaschenbecher.

 

© Regina Meier zu Verl

 

 

 

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Junggesellenabschied – Wasserbett – toben – helfen – bedenklich
Das sind die Reizwörter, die in der heutigen Geschichten unterzubringen waren.
 
Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen:
Lore
Martina
Eva
Christine

Sowas gab es früher nicht

„Ich will ja nichts sagen, aber ich finde diese neumodischen Junggesellenabschiede doch ein wenig bedenklich!“ Maren Müller hakte sich bei ihrem Mann ein und rümpfte angewidert die Nase. Gerade waren sie auf eine Truppe junger Frauen getroffen, die auffällig gekleidet und geschminkt, bewaffnet mit einem Bauchladen, kleine Schnapsfläschchen anboten. Alex hatte natürlich eine gekauft und an Ort und Stelle ausgetrunken, unter dem Gejohle der jungen Frauen, die ihm zur Belohnung noch Küsse auf die Wangen gedrückt hatten. Unglaublich!

„Lass sie doch. Sie wollen sich noch einmal austoben, bevor es in den Hafen der Ehe geht!“ Alex grinste, sein Gesicht war lippenstiftverschmiert. Er genoss diesen Zustand sichtlich.

„War schon klar, dass du das gut findest!“, schimpfte Maren beleidigt. „Hätte noch gefehlt, dass dir eine von denen die Zunge in den Hals geschoben hätte!“

„Schatz, du übertreibst mal wieder ordentlich!“ Alex wühlte in seiner Hosentasche nach einem Taschentuch. Maren würde keine Ruhe geben, bis er die Kussspuren beseitigt hätte.

„Ich habe gelesen, dass manche Wirte derartige Gruppen gar nicht mehr in ihre Bars lassen.“, sagte Maren. „Früher gab es sowas nicht!“

Alex grinste. Das wusste er besser. Seinen Junggesellenabschied hatte er jedenfalls in lebhafter Erinnerung behalten. Allerdings wusste Maren davon nichts, die war nämlich zu dem Zeitpunkt mit ihrer Freundin in Spanien gewesen. Gott sei Dank. Wüsste sie, dass er und seine Freunde damals ordentlich die Puppen hatten tanzen lassen, wäre es wohl nicht zu einer Eheschließung gekommen. Seitdem war er seiner Maren treu geblieben und das würde auch so bleiben. Geschadet hatte es ihrer Beziehung jedenfalls nicht.

„Sollen wir einen Kaffee trinken?“, fragte Maren jetzt und steuerte ein Café an. Alex wollte sie nicht verärgern, obwohl er keine Lust auf Kaffee hatte. Er ließ sich also bereitwillig ins Café führen und nahm brav an Marens Seite Platz. Gerade hatte die Kellnerin den Kaffee gebracht und ein herrliches Stück Käsekuchen für Maren, als Jenny, Marens Freundin, das Café betrat.

Sofort hatte sie Alex und Maren entdeckt.

„Huhu!“, rief sie. „Das ist ja eine Überraschung, wir haben uns ja ewig nicht gesehen!“ Sie zog einen Stuhl vom Nebentisch heran und setzte sich. „Habt ihr auch diese verrückten Weiber gesehen, die Junggesellenabschied feiern?“, wollte sie wissen.

Margret hustete, hatte sie sich doch an diesem blöden Käsekuchen verschluckt vor Schreck. Ausgerechnet Jenny mussten sie hier treffen, und ausgerechnet dieses Thema musste präsent sein. Hoffentlich würde Jenny das nicht ausweiten, denn dann würde Alex erfahren, dass sie selbst auch ausgiebig gefeiert hatte, bevor sie ihn geheiratet hatte. Warum hatte sie auch so geschimpft auf die jungen Frauen? Das war blöd und unnötig; keine von denen hätte ihr Alex weggenommen und so ein bisschen Lippenstift im Gesicht war ja nicht wirklich schlimm gewesen.

Jenny klopfte ihr auf den Rücken. „Mensch Maren, was ist denn los? Kann ich dir helfen?“, fragte sie und zwinkerte ihr zu. „Hast du einen Geist gesehen?“

„Nein, es ist alles gut, sorry, habe mich wohl verschluckt!“, stammelte Maren. In ihrem Hinterkopf zeterte ein kleiner Kobold und er gab keine Ruhe. ‚Ich hab‘ ein knallrotes Wasserbett‘, sang er und ließ in Margrets Kopf das Bild einer schaukelnden Luftmatratze aufleuchten, auf der ein Paar innig miteinander knutschte. Sie, Maren, und dieser …, wie hieß er noch?

Jenny grinste, sie kannte ihre Freundin zu gut und wusste genau, was da gerade in ihrem Kopf vor sich ging. Aber verraten hätte sie Maren niemals.

Alex schaute irritiert von der einen zur anderen und er hoffte inständig, dass keine von beiden das leidige Junggesellenabschiedsthema noch einmal aufnehmen würde.

„Darf ich die Damen auf einen Prosecco einladen?“, fragte er geschäftig, obwohl er sich eigentlich wünschte, dass Jenny sich verabschieden würde.

Die tat ihm den Gefallen aber nicht.

„Klar, warum nicht?“, zwitscherte sie und zwinkerte Maren zu. „Trinken wir auf die Liebe!“

Maren hob ihr Glas und prostete Alex zu. „Auf die Liebe!“, sagte sie und der kleine Kobold in ihrem Kopf gab endlich Ruhe. Jedenfalls vorläufig.

 

© Regina Meier zu Verl

 

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Schon wieder ist es Zeit für unsere Reizwortgeschichte, folgende Wörter waren diesmal zu verwursten:
Kartoffelsalat Treppenstufeverschwindenödeglühend
Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen:
Lore
Martina
Eva
Christine

Omas Kartoffelsalat
 
Wenn bei uns zu Hause gefeiert wurde, dann bereitete meine Oma immer eine Riesenportion Kartoffelsalat zu. Keiner konnte das so gut wie sie. Alle hatten es schon versucht, Mama, Tante Lisa, sogar Onkel Matthias, ihre Salate kamen nicht annähernd an den herrlichen Kartoffelsalat meiner Oma heran. Das Rezept rückte sie aber nicht raus und wenn mal einer versuchte, sie auszuspionieren, dann hat sie es stets gemerkt und den Spion aus ihrer Küche verwiesen./span>
Die Geschichten ist umgezogen, schaut bitte hier KLICK

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Kneipe, Fest, glücklich, raten, folgen
Das sind die Reizwörter zur heutigen Geschichte. Schaut bitte auch bei meinen Kolleginnen:

Lore
Martina
Eva
Christine

Drei Mal darfst du raten

„Die alte Kneipe, la la la la lala …“, singt Giesbert, ein wenig schief, aber doch erkennbar. Hilda ist genervt.
„Kannst du nicht mal einen anderen Schlager singen? Dieser kommt mir bald zu den Ohren wieder raus!“, schimpft sie. Aber Giesbert lässt sich nicht beirren, munter singt er weiter.
„Aber die Kneipe in unserer Straße gefällt mir so gut, weil’s dort wunderbar ist!“
„Der Text ist aber falsch!“ Hilda schaltet das Bügeleisen ab und rollt mit den Augen.
„Es ist mein Text und der ist genau richtig – und wahr! Wir sollten heute Abend mal was trinken gehen, in unserer Kneipe, was meinst du?“, fragt er und faltet die Küchenhandtücher zusammen, die Hilda nach dem Bügeln über die Stuhllehne gehängt hat. Ganz akkurat macht er das, ganz so, wie Hilda es wünscht.
„Also gut, du hast mich überredet!“ Hilda nickt zustimmend mit dem Kopf. Es ist immer lustig, wenn sie am Abend in die Kneipe gehen und Freunde treffen und dass sie welche treffen, dafür würde Giesbert schon sorgen.
„Aber ich habe eine Bedingung!“, sagt sie. „Wir machen nicht wieder so ein weinseliges Fest daraus wie beim letzten Mal, ich habe nämlich morgen früh einen Termin und da darf ich nicht verkatert erscheinen!“
Giesbert lacht, als er sich daran erinnert, wie schlecht es Hilda nach ihrem letzten Kneipenbesuch ergangen war. Sie verträgt keinen Alkohol.
„An mir soll es nicht liegen!“, sagt er deshalb. „Was für einen Termin hast du denn?“
„Dreimal darfst du raten!“ Hilda grinst. Sie macht sich gern einen Spaß daraus, Giesbert auf die Folter zu spannen.
„Warte, ich überlege kurz – du hast einen Friseurtermin!“ Giesbert strahlt seine Hilda erwartungsvoll an. Die aber verzieht die Miene.
„Da war ich gestern bereits, hast du wieder nicht bemerkt, aber egal!“
Etwas peinlich ist es Giesbert und mit seiner zweiten Antwort lässt er sich mehr Zeit.
„Du bist mit Margot im Café verabredet?!“, fragt er unsicher.
„Nein, Margot ist doch zur Kur. Das habe ich dir letzte Woche erzählt. Hast du mir wieder nicht zugehört?“
Oh je, zielsicher ist er in das zweite Fettnäpfchen getreten. Was jetzt? Nun darf aber ein Fauxpas mehr folgen.
„Ach, Hilda, das ist blöd. Was soll ich jetzt noch sagen? Blamiert habe ich mich für heute schon genug!“, stöhnt Giesbert.
„Dann denk mal nach! Kleiner Tipp: Farbe!“
Giesbert fällt nichts zu dem Stichwort ein. Vorsichtig fragt er:
„Du gehst doch nicht etwa ins Solarium?“
„Du weißt doch genau, was ich von dieser Hautbraterei halte! Nein, ich gehe nicht ins Solarium, ich bin braun genug, findest du nicht?“
Stimmt, Giesbert weiß ja, dass Hilda gar nichts davon hält. Sie hat sogar mal gesagt, dass sie den Hautkrebs nicht herausfordern will mit so einem Blödsinn. Und wenn Hilda was meint, dann meint sie das!
„Dann sag jetzt endlich, was du für einen Termin hast, dieses blöde Raten hat mir noch nie Spaß gemacht!“
Hilda nimmt den Stapel Geschirrhandtücher und räumt ihn ins Fach über dem Kühlschrank. Anschließend klappt sie das Bügelbrett zusammen und bringt es in den Abstellraum.
„Ich geh mich mal umziehen!“, verkündet sie und als sie schon in der Küchentür steht, dreht sie sich noch einmal um.
„Ich gehe übrigens morgen früh in die Volkshochschule zum Malkurs, den du mir zum Geburtstag geschenkt hast!“, sagt sie. „Oder hast du das auch vergessen?“
Hat er nicht, wie könnte er? Es ist ihm einfach gerade nicht eingefallen, dabei war sie so glücklich über dieses Geschenk und da sie das wohl immer noch ist, nimmt sie es ihrem Giesbert auch gar nicht übel, dass er so daneben lag mit seinen Lösungen.
„Bunt, bunt, bunt sind alle meine Farben …“, singt Hilda und schließt die Tür hinter sich.
„Der Text stimmt nicht!“, ruft Giesbert ihr hinterher, aber das hört Hilda nicht mehr.

© Regina Meier zu Verl

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Tour de FranceKatzenpisse ringenpassenungläubig 

Das sind die Reizwörter zur heutigen Geschichte. Es war eine Herausforderung eine Geschichte dazu zu schreiben und ich habe lange nicht gewusst, was ich dazu schreiben könnte, dann fiel mir ein, dass das Leben ja die besten Geschichten schreibt und genau so eine Geschichte hat sich bei uns ereignet. Natürlich habe ich sie ein wenig ausgeschmückt und die Personen ausgetauscht, ihr wisst schon …

Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen:

Lore

Martina
Eva

Christine

Opa stinkt’s gewaltig

„Also Vater, nun reiß dich doch mal ein wenig zusammen. Denk daran, dass hier Kinder wohnen. Deine Kraftausdrücke sind nicht angebracht!“
Nicole hob aber schnüffelnd die Nase und verzog anschließend angewidert die Miene.
„Allerdings riecht es wirklich sehr unangenehm hier!“, sagte sie und riss das Fenster auf.
„Es riecht nicht, es stinkt! Nach Katzenpisse!“, rief ihr Vater triumphierend. „Sag ich doch!“
Ungläubig sah Nicole ihren Vater an. Woher sollte der penetrante Gestank kommen? In diesem Haus gab es keine Katze. Das ginge auch gar nicht, schon wegen Peters Allergie war das undenkbar.
„Und, hast du jemals eine Katze hier gesehen?“, fragte Nicole bissig und schaute unters Bett. Anschließend zog sie jede Schublade auf, als könnte sie darin eine Katze finden.
„Vielleicht im Kleiderschrank?“, murmelte sie und öffnete die Doppeltür. Ein Stoß Unterhosen kam ihr entgegen und landete auf dem Fußboden. „Um Gottes Willen, wie sieht es denn hier aus?“, schimpfte sie.
„Das geht dich gar nichts an! Mach die Türen zu, das ist mein Schrank!“ Vater Heinz stand erbost aus seinem Sessel auf, wobei er mit dem Kopf an die Dachschräge stieß. „Verflixt und zugenäht, diese blöden Schrägen!“, maulte er und hielt sich den Schädel. Dann warf er die Kleiderschranktüren zu, drehte den Schlüssel um und zog ihn ab. Mit einem lauten Knall schloss er anschließend das Fenster.
„Es zieht!“, behauptete er.
„Das könnte dir so passen! Willst du in diesem Mief ersticken?“ Nicole rang um Fassung. Manchmal konnte ihr Vater sie echt auf die Palme bringen. Zuerst beschwerte er sich über den Gestank, dann versuchte er zu verhindern, der Sache auf den Grund zu gehen. Wer weiß, was er wieder angestellt hatte. Allerdings würde sie dem Problem schon auf die Spur kommen. Eine Katze könnte nicht die Übeltäterin sein. Das festzustellen war eine der leichtesten Übungen, sie würde einfach Peter später zu Vater schicken. Das war zwar irgendwie gemein, aber so ein kleiner Asthmaanfall würde ihn schon nicht umbringen, wenn es denn wirklich eine Katze war.
Als Peter später von der Arbeit nach Hause kam, bat Nicole ihn auch sofort, bei ihrem Vater mal nach dem rechten zu sehen. Von dem penetranten Geruch verriet sie zunächst nichts. Sie wollte den Katzentest machen.
„Du kannst ihm sagen, dass es in einer Viertelstunde Abendbrot gibt!“, trug sie Peter noch auf und machte sich daran, den Tisch zu decken.
„Mama, wann gibt’s was zu essen?“ Clara hob den Deckel der Bratpfanne an. „Oh, Frikadellen! Ich habe solchen Hunger!“
„Hilf mir beim Decken und dann rühr den Salat noch einmal durch. Papa ist gerade bei Opa und ruft ihn zum Essen.“ Nicole nahm ein Brotmesser und schnitt das Fladenbrot auf, das sie kurz im Backofen knusprig gebacken hatte.
„Wo ist dein Bruder?“, fragte sie.
„Der hängt sicher vor seinem Computer und erschießt irgendwelche Monster! Oder er guckt sich die Aufzeichnungen der Tour de France an, du kennst ihn doch!“ Clara lachte. Sie konnte Computerspielen nichts abgewinnen, und so fahrradverrückt wie Tommy war sie auch nicht. Lieber spielte sie draußen oder nebenan beim Bauern Friedrich auf dem Hof. Sie liebte Tiere über alles und wünschte sich schon lange einen Hund, noch lieber wäre ihr eine Katze, aber das kam ja nicht infrage wegen Papas Allergie.
Die beiden Männer stapften die Treppe hinunter und brachten auch Tommy mit. Peter war ein wenig blass im Gesicht, atmete aber ganz normal.
„Warst du kürzlich mal bei Vater oben?“, fragte er seine Frau. „Da stinkt es ja, als ob dort jemand verwese! Vater meint es sei Katzenpisse!“
Clara kicherte und Tommy lachte laut auf. „Papa!“, rief er und imitierte dann die Stimme seiner Mutter: „Doch nicht vor den Kindern!“
Opa grinste. „Ich habe übrigens meinen Kleiderschrank aufgeräumt, keine Viecher drin, alles im grünen Bereich!“
Vater Peter schaltete sich ein. „Eine Katze kann es offensichtlich nicht sein, die diesen Gestank verursacht hat. Das hätte ich gemerkt, ihr wisst ja, die Allergie!“
Nach dem Abendessen machte sich dann die ganze Familie auf, Opas Zimmer mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch sie fanden die Ursache für den widerlichen Geruch nicht
„Wir denken mal nach und suchen morgen weiter!“, beschloss Peter, der gern die Tagesschau anschauen wollte. Nicole folgte ihm und Tommy verkroch sich auch wieder in seinem Zimmer.
„Opa, du kannst bei mir schlafen, wenn du willst.“, bot Clara an. „In diesem krassen Mief kann es ja keiner aushalten!“
Doch Opa lehnte dankend ab. „Lass mal, meine Kleine“, sagte er.
Clara verabschiedete sich, wünschte noch ihren Eltern eine gute Nacht und legte sich dann in ihr Bett. Sie hatte sich ein spannendes Buch aus der Bibliothek geholt und wollte lesen.
Auch Opa nahm sein Buch und da er nicht mehr so gut sehen konnte, machte der die volle Festbeleuchtung an, die eingebauten Deckenstrahler, die Stehlampe und wegen des Miefs zündete er noch die Kerze im Windlicht an. Er hatte gerade mal ein paar Seiten gelesen, als er in seinem Sessel einschlummerte, wie gesagt, bei voller Beleuchtung.
Auf einmal schreckte er hoch. Der Gestank hatte sich bis zur Unerträglichkeit verstärkt. Und da war noch etwas, Opa horchte. Da war doch jemand auf dem Dachboden! Verflixt noch einmal, das hörte sich an, als sei ein großes Tier dort unterwegs. Immer wieder jagte da etwas über die Decke, rutschte dann die Dachschräge hinunter und war gleich darauf wieder aktiv auf der Decke unterwegs.
Wie gebannt schaute Opa Heinz zur Decke, so, als könnte er durch sie hindurchsehen. Und dann sah er es!
Neben einem der Deckenstrahler waren Flecken auf der ansonsten blütenweißen Raufaser, gelbe Flecken, riesige Flecken. Opa schob einen Stuhl unter die Lampe, kletterte drauf und besah sich die Schweinerei aus der Nähe. Es war wirklich gut, dass Opa hart im Nehmen war, sonst wäre er sicher ohnmächtig von Stuhl gefallen, denn je näher er seine Nase zur Decke hob, desto unerträglicher wurde der Geruch. Mit dem Zeigefinger befühlte Opa die Flecken, die sich ein wenig feucht anfühlten. Dann roch er an seinem Finger und dann schrie er los: „Dieses verdammte Schwein! Warte, wenn ich dich kriegen, dann ist was los!“
Es dauerte nur Sekunden, da versammelte sich die ganze Familie in Opas Zimmer.
„Ein Schwein?“, fragte Tommy aufgeregt und versteckte sich hinter dem Sofa.
„Vater, was ist denn nur los?“ Nicole hielt sich die Nase zu, auch sie suchte Schutz hinter dem Sofa.
Papa Peter war mutiger, er half seinem Schwiegervater vom Stuhl und kletterte dann selbst drauf.
„Das ist ein Marder!“, behauptete er. „Der hat da seine Pinkelecke gefunden!“
„Meinst du?“, fragte Opa skeptisch.
„Na, ein Schwein ist es sicher nicht!“, Papa lachte, obwohl ihm eigentlich gar nicht zum Lachen war. Dieser verflixte Marder trat nämlich nicht das erste Mal in Erscheinung. Gerade letzte Woche hatte er die Kabel in seinem Auto durchgeknabbert.
Das fiel Opa nun auch wieder ein. „Du hast recht, Peter. Es wird ein Marder sein. Hatten wir früher schon mal, aber lange habe ich ihn nicht mehr gehört und fast vergessen, dass er mal da war.“
Nicole kam hinter dem Sofa hervor. Ins Zimmer konnte dieser Marder ja nicht kommen. Schlimm genug, dass er Schaden anrichtete, aber Angst brauchte sie wohl nicht haben.
„Vater, komm erstmal mit uns runter, du kannst im Wohnzimmer schlafen und morgen untersuchen wir mal den Dachboden, dafür ist es jetzt zu spät.“
Dann kehrte endlich Ruhe ein, der Gast auf dem Dachboden war wohl auf Brautschau und Clara hatte von dem ganzen Theater nichts mitbekommen, sie hatte selig geschlafen.

Wie es weiterging möchtet ihr wissen? Na, das wüsste ich auch gern, aber das erzähle ich dann, wenn das Problem gelöst ist, versprochen!

© Regina Meier zu Verl

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Das sind die heutigen Reizwörter:

Krämerladen – Bierflaschen – suchen – lesen – staubig.
Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen:
Lore

Martina
Eva

Christine

Tante Käthes Krämerladen

Alle nannten das Geschäft von Tante Käthe stets den Krämerladen. Dabei hieß Tante Käthe mit Nachnamen gar nicht Krämer. Dass der Begriff von den Worten Kram oder kramen abgeleitet wurde, habe ich erst viel später verstanden. Heute sehne ich mich hin und wieder nach so einem Laden wie Tante Käthe ihn damals betrieben hat. Man muss aber danach suchen, denn es gibt sie nur noch vereinzelt. Ich glaube in unserem Ort ist davon keiner mehr zu finden. Bei Tante Käthe war immer Zeit für einen kurzen Plausch und wie oft haben wir Kinder einen Lutscher oder ein Bonbon geschenkt bekommen. Tante Käthe stand fein frisiert und mit ihrer steif gestärkten und gebügelten Schürze hinter dem Tresen und begrüßte jeden Kunden mit persönlichen Worten.
„Na, junge Dame, wie geht es dir heute. Bist ein bisschen blass um die Nase!“, sagte sie einmal zu mir. Ich versicherte ihr, dass ich aber ganz gesund sei. Ich reichte ihr meinen Einkaufsbeutel über den Tresen, in dem zwei Bierflaschen klimperten, die ich zurückgeben sollte.
„Soll ich die wieder auffüllen?“, wollte sie wissen. Ich schüttelte den Kopf.
Bier kauften wir nur am Wochenende. Während der Woche gab es Tee in allen Variationen. Wir Kinder bekamen am Samstag eine Flasche Apfelsinchen, die mussten wir uns einteilen. Oh, wie habe ich das Getränk geliebt. Noch heute genehmige ich mir ab und zu eine Flasche dieser knallorangen Zuckerbrause und dann denke ich zurück an die Zeit, als ich Kind war. Was gab es Schöneres als eine Scheibe frisches Graubrot mit Butter und Leberwurst, garniert mit Gewürzgurkenscheiben und dazu ein Glas Apfelsinchen? Nichts!
Neben Tante Käthes Laden war eine Gastwirtschaft, in der Onkel Heinrich, Käthes Ehemann, das Regiment hatte. Er stand dort hinter seiner blitzblank geputzten Theke und versorgte die Gäste mit frisch gezapftem Bier, Limonaden, Frikadellen mit Senf und sauren Gurken. Manchmal gingen unsere Eltern mit uns dorthin und wir durften jeweils für einen Groschen Erdnüsse aus den Kugelautomaten ziehen, die früher in jeder Gastwirtschaft zu finden waren. Bei Onkel Heinrich gab es sogar zwei verschiedene Sorten, gesalzene Nüsse und Erdnüsse, die mit einer roten Zuckerschicht überzogen waren. Meine Mutter nahm für jeden von uns einen Bierdeckel und kniffte die vier Seiten ein wenig nach oben, so dass ein kleines Schälchen entstand, da hinein legten wir die Nüsse und genossen sie, langsam, eine nach der anderen.
In der Kneipe gab es auch eine Musikbox. Für 50 Pfennig konnte man drei Schlager wählen, wenn ich mich richtig erinnere. Während ich das hier schreibe, kriecht mir der Geruch der alten Kneipe in die Nase. Es duftet nach Bohnerwachs, Bier und Tabak. Ganz leise höre ich Rita Pavone singen: Arrividerci Hans. Ich kann den Text noch heute auswendig. Ich fand den Schlager toll. Später hat sich mein Musikgeschmack deutlich verändert, trotzdem war es so eine schöne Zeit mit dem Lied von Hans, den zwei kleinen Italienern, die nach Napoli reisen wollten und den roten Lippen, die zum Küssen da sind.
Meine Freundin und ich sangen diese Schlager mit Begeisterung, wenn wir unsere täglichen Spaziergänge machten.
Während ich das hier geschrieben habe, fühlt sich alles ganz frisch an. Es sind keine staubigen Erinnerungen mehr und nachdem ich nun nachgelesen habe, was mir da innerhalb der letzten Stunde auf die Tastatur gehüpft ist, habe ich große Lust, weitere Erinnerungen aufzuschreiben. Mal sehen, was da noch so kommt!

© Regina Meier zu Verl 2017

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Elan – Triumph – kümmern – provozieren – neidisch
Das sind die Reizwörter zur nachfolgenden Geschichte. Ich melde mich zurück und werde nun wieder regelmäßig mit von der Partie sein.
Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen:
Lore

Martina

Eva

Christine

Kinderfeste sind out

„Morgen feiern wir ein Kinderfest!“, verkündete Onkel Erich und grinste wie ein Honigkuchenpferd.
Max und Tim schauten sich an und rollten mit den Augen. Onkel Erich war lieb, aber seine Ideen waren meist langweilig. Ein Kinderfest fanden beide blöd. Sie konnten sich lebhaft vorstellen, was der Onkel im Schilde führte und das gefiel ihnen nicht. Über Sackhüpfen, Eierlauf und derartige Albernheiten waren sie längst hinausgewachsen.
„Was guckt ihr denn so?“, fragte Onkel Erich nun. „Feiern ist doch toll!“
„Nö!“, riefen beide wie aus einem Mund und ließen den Onkel stehen. Sollte er doch sein blödes Kinderfest allein feiern.
Onkel Erich war verblüfft. Er hatte den Jungs doch was Gutes tun wollen. Schließlich waren sie nicht so oft bei ihm und er wollte jede Minute mit ihnen genießen. Er selbst hatte keine Kinder, aber das hieß ja nicht, dass er nicht wusste, was Kindern gefiel. Das dachte er jedenfalls.
Betrübt ging er ins Haus, setzte sich in die Küche und wartete auf seine Frau, die jeden Moment nach Hause kommen würde. Vielleicht konnte sie ihm sagen, was den beiden Jungen nicht an einem Kinderfest gefiel. Erich hatte es sich so toll vorgestellt. Die Kinder aus der Nachbarschaft wollte er einladen und Marita sollte Kuchen backen und Wackelpudding kochen. Er wollte mit ihnen Spiele machen, die er selbst früher geliebt hatte. Völkerball auf der Wiese hinter dem Haus, das wäre doch toll.

Onkel Erich erinnerte sich, wie viel Freude ihm das gemacht hatte. Oder eine Schnitzeljagd mit Schatzsuche. Um einen Schatz wollte er sich kümmern, da gab es jede Menge Möglichkeiten. Machte das den Kindern von heute denn gar keinen Spaß mehr?
„Ich werde mir das nicht verderben lassen!“, beschloss der Onkel und machte sich mit etwas gedämpftem Elan wieder an die Planung. Dazu hatte er einen großen Bogen Papier bereitgelegt, auf dem er sich Notizen machte.
Wo blieb Marita denn nur? Sonst kam sie doch immer pünktlich nach Hause. Das Mittagessen war längst fertig und wartete im Backofen. Onkel Erichs Magen knurrte laut.
„Ruhe!“, schimpfte er. „Nun knurrst du auch noch rum!“
„Na, sprichst du etwa mit dir selbst?“ Das war Tante Marita, die lachend die Küche betrat.
„Hier riecht es aber köstlich, was gibt es denn heute?“, fragte sie und stellte ihre Tasche auf einen Stuhl.
„Hackbraten, Kartoffelbrei und Gurkensalat!“, antwortete Onkel Erich. „Ich weiß allerdings nicht, wo Tim und Max sind. Sie haben mich stehenlassen wie einen begossenen Pudel, als ich ihnen von meinen Plänen mit dem Kinderfest erzählt habe!“
„Kinderfest?“, fragte Tante Marita. „Davon weiß ich ja gar nichts! Erzähle!“
„Also“, begann Onkel Erich, „ich hatte mir gedacht, dass ich den beiden Jungen eine Freude machen möchte. Da fiel mir ein, wie viel Spaß wir früher hatten, wenn wir ein Kinderfest gefeiert haben.“
Tante Marita stellte die Teller auf den Tisch und legte Besteck dazu.
„Ich fand das auch immer toll. Max und Tim können sich sicher gar nicht so richtig etwas drunter vorstellen. Wir sollten ihnen mal zeigen, wie toll wir im Garten feiern können. Aber zuerst habe ich Hunger. Ruf du doch bitte die Jungs und sag nichts mehr vom Fest. Ich habe da so eine Idee!“., sagte Tante Marita geheimnisvoll und zwinkerte ihrem Mann zu. „Und, lieber Erich, lass dich nicht provozieren, wenn sie doch davon anfangen, letztendlich wirst du den Triumph auskosten können, das verspreche ich dir!“
Erich seufzte. Seine Marita war eine kluge Frau, sicher würde es ihr gelingen, die Kinder zu begeistern. Ein wenig neidisch war er schon, ließ sich das aber nicht anmerken.
Er fand die Jungen auf dem Spielplatz gegenüber, wo sie gelangweilt auf dem höchsten Punkt des Klettergerüstes saßen und die Beine baumeln ließen.
„Hey, ihr Zwei, kommt zum Essen!“, rief Erich ihnen zu und wartete auf sie, bis sie ihn erreicht hatten.
Als alle zusammen am Tisch saßen, schlug Tante Marita vor, dass Onkel Erich mit den Kindern in die Stadt fahren sollte.
„Ihr könnt die Räder nehmen und euch ein Eis gönnen. Ich lade euch ein.“ Begeisterung sah allerdings anders aus. Max und Tim hatten wohl einen schlechten Tag. Nicht einmal ein Eis konnte sie locken. Sie wollten es sich aber mit Tante Marita nicht verderben und Onkel Erich hatten sie ja am Morgen schon geärgert, also nickten sie ergeben und radelten dann nach dem Mittagessen zusammen mit dem Onkel los.
„Lasst euch nur ein wenig Zeit!“, ordnete Tante Marita an. „Ich habe noch jede Menge zu tun und für heute Abend überlegen wir uns dann was Schönes, okay?“
Tante Marita räumte den Geschirrspüler ein und klapperte laut mit dem Geschirr. Onkel Erich war etwas beleidigt, dass sein geliebter Mittagsschlaf ausfallen sollte, aber er fügte sich. Eine Viertelstunde später waren die Drei unterwegs in die Stadt und Marita konnte schalten und walten wie sie wollte.
Zuerst rief sie ihre Freundin Anna an und organisierte einige Zweimann-Zelte. Anna und ihr Mann machten des Öfteren Freizeiten mit Kindern und waren dementsprechend gut ausgerüstet. Anna würde ihren Mann überreden, beim Aufbau behilflich zu sein, da Erich ja noch eine Weile unterwegs sein würde. Vorsichtshalber schickte Marita ihm eine Nachricht auf sein Handy, dass er auf keinen Fall vor 18.00 Uhr wieder zu Hause sein sollte. Er solle doch ins Kino gehen, oder sich etwas Anderes einfallen lassen, schlug sie ihm vor.
Dann folgten Telefonate mit den Nachbarinnen, die Kinder oder Enkel im Alter von Tim und Max hatten. Marita lud die Kinder zu einem Fest mit Übernachtung ein. Eine Stunde später hatte sie sechs Zusagen.
„Das wären dann vier Zelte mit jeweils zwei Kindern und ein Zelt für Erich und mich. Das wird ein Spaß!“, kicherte sie. Beim Metzger bestellte sie Bratwürstchen und den Bäcker in der Nachbarschaft überredete sie, eine große Schüssel mit Hefeteig vorzubereiten. Stockbrot sollte es geben und gegrillte Marshmallows. Das würden die Kinder mögen, da war Marita ganz sicher. Wie gut, dass Erich im letzten Jahr die große Feuerschale angeschafft hatte. Das würde ein herrliches Feuer geben.
„Habe ich an alles gedacht?“, fragte sich Marita, während sie in der Küche Gemüse schnippelte und Schalen mit Nüssen und Knabbereien vorbereitete.
Die Lichterketten fielen ihr ein. Schnell holte sie diese aus dem Keller und verteilte sie überall im Garten, legte Batterien ein und ließ sie probeleuchten.
„Alles Paletti!“, lobte sie sich selbst.
„Sprichst du mit dir selbst?“, fragte Roland, der gerade mit den Zelten in den Garten kam.
Marita lachte. „Ja, das habe ich von Erich übernommen, der spricht gern mit sich selbst, wenn gerade niemand da ist. Schaffen wir beiden das mit den Zelten?“
„Klar, das ist eine meiner leichtesten Übungen!“
Tatsächlich standen nach einer Dreiviertelstunde fünf Zelte im Garten, im Kreis angeordnet und in der Mitte die Feuerschale. Toll sah das aus!
„Gut, dass wir so viel Platz in unserem Wildgarten haben!“
Marita war zufrieden. „Kommt ihr heute Abend auch zu uns, wir würden uns sehr freuen und ein leckeres Bratwürstchen gibt es auch!“
Roland versprach’s und machte sich auf den Weg nach Hause.
Um fünf Uhr trudelten die ersten Kinder bereits ein. Verschwörerisch weihte Tante Marita sie ein, dass es sich um eine Überraschung für Tim und Max handelte und sie doch in die Zelte gehen und mucksmäuschenstill sein sollten, wenn die drei „Männer“ nach Hause kamen.
„In jedem Zelt sind zwei Luftmatratzen und Schlafsäcke. Sucht euch doch schon eure Schlafplätze aus und dann zeige ich euch Bad und Toiletten im Haus, okay?“
Dann war es soweit, um kurz vor sechs kamen Onkel Erich, Tim und Max nach Hause. Sie stellten ihre Fahrräder in der Garage ab und betraten das Haus durch die Haustür.
Die Zelte im Garten bemerkten sie nicht, weil Tante Marita vorsorglich die Vorhänge am Wohnzimmerfenster, das in den Garten zeigte, zugezogen hatte.
„So, meine Lieben!“, sagte Tante Marita. „Dann wollen wir uns mal einen gemütlichen Abend machen! Zieht doch eure Jogginganzüge an und dann setzen wir uns ein wenig auf die Terrasse, einverstanden?“
Sie zwinkerte Onkel Erich zu und erstaunlicherweise hatten auch die beiden Jungen nichts zu meckern. Während die Herren sich umzogen, schaltete Tante Marita die Lichterketten an, dann versteckte sie sich schnell in einem der Zelte.
Als Onkel Erich, Tim und Max den Garten kamen, sprangen die Gäste aus ihren Zelten und riefen: „Überraschungsfest!“
Tante Marita rief am lautesten und Onkel Erichs Augen leuchteten fast heller als die Lichterketten.
„Super, was für eine coole Idee!“ Tim und Max waren begeistert.
Es wurde ein toller Abend, mit Stockbrot und Würstchen, mit Gesang am Lagerfeuer und Märchen, die Tante Margret erzählte. Roland und seine Frau waren auch gekommen. Es wurde gelacht und gefeiert und als später alle in ihren Zelten verschwunden waren, hörte man noch lange fröhliche Stimmen und Gekicher.
„So ein Kinderfest ist ja doch ganz schön!“, stellte Tim fest und schämte sich ein bisschen, dass er den Onkel am Morgen so geärgert hatte.
„Du bist toll, Tante Marita und du auch, Onkel Erich, echt wahr!“, sagte Max und genauso meinte er es auch.

© Regina Meier zu Verl 2017

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