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Posts Tagged ‘Oma und Enkelkind’

Regenhut – Pfütze – verzeihen – lausig – orange

Das sind die Reizwörter für unsere neuen Geschichten. Meine lest ihr hier, die meiner beiden Mitstreiterinnen bitte anklicken:

Von-Herz-zu-Herz Geschichten von Martina

Lores Märchenzauber

Oma Bettys neuer Hut

Lausig kalt war es heute und zu allem Überfluss war für den Nachmittag Regen angesagt. So ein Mist! Dabei hatte ich mich schon so auf den Besuch bei Oma Betty gefreut. Wir wollten einen Herbstspaziergang machen und anschließend im kleinen Café am Tierpark einen leckeren Kakao mit Marshmallows trinken. Das konnten wir nun wohl vergessen.

Die Geschichte ist in mein Geschichtenblog umgezogen, ich freue mich, wenn ihr mir dorthin folgt, vielen Dank KLICK

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Oma Betty, das Watt und der Hofhund

Ich war für ein paar Tage mit Oma Betty an der Nordsee. Wir hatten so ein Glück mit dem Wetter, besser hätte es nicht sein können.

An einem der heißesten Sonnentage haben wir einen Strandkorb gemietet. Schließlich wollte Oma sich ja auch mal etwas ausruhen, das verstehe ich gut. Auch wenn ich das eher langweilig finde. Ich bin lieber auf Achse und erkunde die Gegend.
An diesem Strandkorbtag hatte ich aber auch meinen Spaß. Zuerst haben wir es uns im Korb gemütlich gemacht und unser Frühstück genossen. Oma hatte Brötchen mitgenommen und allerlei leckere Sachen, frische Erdbeeren, Melonenstückchen und Wackelpudding. Ich liebe Wackelpudding, besonders den grünen mit Waldmeistergeschmack. In unserer kleinen Kühlbox blieb alles schön frisch.

Dann haben wir das Meer gesucht, es war nämlich gerade nicht da. Ich wäre ja gern ganz weit ins Watt hineingelaufen, aber Oma hat sich nicht getraut. Außerdem rutschte sie ständig aus. Einmal ist sie sogar auf dem Hintern gelandet. Fand ich lustig, sie nicht!
„Die armen Wattwürmer!“, rief ich. „Jetzt sind sie platt!“
Omas Gesicht nahm schon einen leicht säuerlichen Ausdruck an und da wusste ich, dass ich es besser nicht übertreiben sollte. Also reichte ich ihr beide Hände, um ihr aufzuhelfen. Doch Oma war zu schwer, es funktionierte nicht. Trotz aller Mühe landete ich ebenfalls auf dem Po und dann saßen wir beide da im Watt und lachten uns kaputt.
„Siehste!“, sagte ich. „Jetzt lacht du mich auch aus. Sind wir nun quitt?“
„Das sind wir wohl, und dreckig sind wir auch!“ Oma hatte sich mühevoll aufgerichtet und ihre weiße Hose war von hinten schlammschwarz, ebenso die Hände und, weil sie sich die Lachtränen abgewischt hatte, sah auch ihr Gesicht so aus wie letztens, als sie sich die Moorschönheitsmaske ins Gesicht geschmiert hatte und mir damit einen Riesenschreck eingejagt hatte.

Wir säuberten uns dann notdürftig, ist ja gar nicht einfach, den Po unter einer Fußdusche zu waschen. Für mich war es kein so großes Problem, aber Oma tat sich schwer, das kann man sich ja vorstellen. Glücklicherweise hatte ich eine Badehose an, aber Oma Betty eben nicht. Sie hätte ja die Hose ausziehen können, doch im Schlüpfer wollte sie nun auch nicht rumlaufen, auch wenn ich das nicht so schlimm gefunden hätte. Dann hatte ich aber eine Superidee, ich füllte meine kleine Gießkanne und duschte Omas Hinterteil so nach und nach ab. Das wäre gar nicht aufgefallen, wenn Oma Betty nicht so laut gekreischt hätte, das Wasser war nämlich eiskalt. Manchmal ist Oma peinlich, aber nur ein bisschen!

Zurück am Strandkorb hat Oma dann die Hose doch ausgezogen und sie zum Trocknen in die Sonne gehängt.
„Wenn sie trocken ist, gehen wir Pommes essen!“, versprach sie. „Solange mache ich ein Vormittagsschläfchen, okay?“
Was sollte ich dazu sagen, Langweile war angesagt, oder doch nicht? Ich beschloss, eine Sandburg zu bauen und das machte mir viel Spaß, so dass ich beinahe die Zeit vergaß. Ich schaufelte eine Art Mauer rundum unseren Strandkorb, in dem Oma ruckzuck eingeschlafen war. Sie schnarchte leise vor sich hin, was mich nicht weiter störte, weil ich das ja kenne.
Dann blieb ein Mann stehen und bewunderte meine Burg.
„Na, baust du ein Schloss für die Prinzessin im Strandkorb?“, fragte er und versuchte einen Blick in den Korb zu werfen. Da wurde der Beschützer in mir wach. Empört sprang ich auf. „Hören Sie denn nicht? Da drin ist der Hofhund, er knurrt schon laut!“ In diesem Moment machte Oma so einen tiefen Schnarcher, wie sie das manchmal auch nachts macht. Ich kann euch sagen, dass das wirkte. Sofort drehte sich der Mann um und suchte das Weite. Ich bin ein guter Beschützer, ja, das bin ich!
Als ich Oma später davon erzählte, lachten wir zum zweiten Mal an diesem Tag Tränen und das war nicht das letzte Mal. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte!

© Regina Meier zu Verl

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„Was war das noch für ein Vogel, den sie dir aus dem Auge operiert haben?“, fragt Mila ihre Oma Betty. Die lacht laut auf.
„Milakind, das war ein grauer Star!“
„Und was ist daran so lustig?“ Mila zieht eine Schüppe, sie mag nicht ausgelacht werden.
„Eigentlich ist das nicht lustig!“, gibt Oma zu. „Weißt du, Mila, es ist der Name für eine Augenkrankheit. Fast alle Menschen bekommen die, wenn sie älter werden. Es ist auch nichts Schlimmes! Aber es ist auch der Name für einen Vogel.“
„Aber wenn das nicht schlimm ist, warum weinst du dann dauernd?“, will Mila wissen.
„Ich weine ja gar nicht, mein Auge ist gereizt, deshalb tränt es. Das wird aber bald wieder besser werden, denn der Augenarzt hat mir Tropfen verordnet.“ Oma Betty zeigt Mila das kleine Fläschchen.
„Ich hatte auch keinen Vogel im Auge, Star ist die Bezeichnung für eine Linsentrübung. Der Fachbegriff dafür lautet ‚Katarakt‘ und das bedeutet übersetzt ‚Wasserfall‘!“, erklärt Oma.
„Wieso Wasserfall? Und was ist mit den Linsen? Solche Linsen wie in der Suppe, die ich so gern mag?“ Oma Betty lacht schon wieder.
„Da bringst du mich auf eine Idee, wir kochen heute Linsensuppe und während ich die Kartoffeln schäle, erkläre ich dir, was es mit den Linsen und dem Wasserfall auf sich hat, okay?“
Damit ist Mila einverstanden, schon die Aussicht auf Oma Bettys Linseneintopf macht gute Laune. Oma ist die beste Linsensuppenköchin der Welt.
„Also dann, zuerst der Wasserfall. Du hast doch schon einmal einen Wasserfall gesehen, stimmt’s?“
„Ja, aber nicht in echt. In meinem Sachgeschichtenbuch ist aber einer drin!“ Mila springt auf und holt das Buch aus dem Wohnzimmer. Dort hat Oma für die Enkel ein Extraregal eingerichtet, nur mit Kinderbüchern.
„Hier ist er!“, Mila zeigt auf ein Bild mit einem herrlich schäumenden Wasserfall.
„Wenn du dir nun vorstellst, dass du hinter dem Wasserfall ständest, also direkt dahinter …“, sagt Oma.
„Dann würde ich pitschnass werden!“, ruft Mila begeistert. „Das wäre ein Spaß!“
„Ja, das auch! Aber was würdest du sehen? Könntest du durch das schäumende Wasser hindurchsehen?“
Mila schüttelt den Kopf. „Nein, das wäre sicher nicht möglich!“
„Gut erkannt. Genauso ist das bei den Augen, wie ein Wasserfall schiebt sich der graue Star vor die Linse, ganz langsam, praktisch in Zeitlupe. Und irgendwann ist die Sicht dann so trüb, dass man nur noch milchige Bilder sieht. Dann muss man operiert werden.“, erklärt Oma Betty.
So ganz richtig hat Mila das noch nicht verstanden, doch nachdem sie noch einmal nachfragt, wird ihr klar, was Oma meint.
„Das ist ziemlich blöd, nicht wahr, Oma?“
„Zuerst merkt man es gar nicht, aber im Laufe der Jahre wird es immer deutlicher, dass da was nicht in Ordnung ist. Wenn man dann die neue Linse bekommen hat, sieht man wieder klar, ohne Wasserfall!“

„Super!“, findet Mila das. „Und weil meine Augenlinsen prima sehen können, helfe ich dir jetzt beim Kartoffelschälen, okay?“

© Regina Meier zu Verl

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