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Archive for the ‘Schreibübungen’ Category

Teil 1 – Einführung

Teil 2

„Andere Eltern erzählen, dass sie manchmal mehrfach nachts aufstehen müssen, weil die lieben Kleinen nicht schlafen können oder sich vor etwas fürchten. Meine Schwester Britta sagte neulich, dass ihre beiden sogar regelmäßig ins Elternbett kommen“, sagte die Mutter eines Abends, als Clara längst zu Bett gegangen war, zu ihrem Mann. „Meinst du, dass mit unserer Clara alles in Ordnung ist?“
„Was sollte denn nicht in Ordnung sein, schau sie doch an, sie ist einfach ein unkompliziertes kleines Mädchen, das ein wenig sprechfaul ist. Ansonsten ist alles okay mit ihr, glaub mir! Ich bin auch ganz froh darüber, dass sie nicht in unserem Bett schlafen möchte. Das wäre viel zu eng und unbequem“, sagte der Vater und vertiefte sich wieder in sein spannendes Buch. Die Mutter nahm ihr Strickzeug und versuchte, sich keine weiteren Sorgen zu machen. Sie erinnerte sich auch daran, dass sie selbst als Kind immer gern geschlafen hatte, ihr Bett war eine gemütliche Kuschelhöhle gewesen und ihr älterer Bruder hatte sie oft ausgelacht deswegen. Schnell hatte sie den Spitznahmen Schlafmütze weg und den behielt sie sicher ihr Leben lang. Mit dem Eintritt in die Schule war es dann allerdings mit dem Träumen vorbei gewesen. Schnell hatte sie sich daran gewöhnt, dass sie nun ganz aktiv am Leben teilnehmen musste, wenn sie den Anschluss nicht verpassen wollte und manchmal war es ja auch in der Schule ganz nett, besonders dann, wenn die Lehrerin Geschichten und Märchen aus alter Zeit erzählte und die Kinder dazu ihre Bilder malen durften.

Als Clara vier Jahre alt geworden war, wollte sie eine Weile keine Geschichten mehr hören. Mittlerweile sprach sie in ganzen Sätzen, aber eigentlich nur das Nötigste. Sie plapperte nicht wie andere Kinder und sie lachte auch nicht so viel wie andere. Trotzdem machte sie keinen unglücklichen Eindruck. Sie liebte die Natur und den Wald und natürlich die Bäume. Oft saß sie am Fenster in der Küche und starrte lange hinaus, immer in Richtung Wald. Manchmal leuchtete ihr kleines Gesichtchen auf, dann hatte sie einen Kobold gesehen, oder eine Fee, das behauptete sie jedenfalls. Die Mutter ließ sie in dem Glauben, dass sie ihr jedes Wort abnahm. Schließlich war sie ja froh über jedes Wort, das Clara von sich gab. So lange hatte sie darauf gewartet. Eine richtige Unterhaltung kam aber nicht zwischen ihnen zustande. Meist redete die Mutter und auf Fragen bekam sie nur knappe Antworten, wenn überhaupt. Clara war zufrieden, sie entwickelte sich körperlich völlig normal und war ein ganz bezauberndes Kind, das eben ein wenig eigenwillig war. Da es in der Nachbarschaft keine Kinder gab, wussten sie auch nicht, wie sie sich im Umgang mit anderen Kindern verhalten würde. Ab und zu kamen die Cousinen zu Besuch, in diesen Stunden zog sich Clara gern zurück. Sie konnte nichts mit ihnen anfangen. Doch die Eltern waren davon überzeugt, dass sich das schon mit der Zeit geben würde.

Am Abend wollte Clara immer früh zu Bett gehen und lehnte Geschichten oder Lieder ab, sie zog die Decke bis unters Kinn, bestand darauf, dass es im Zimmer immer ganz dunkel sein musste und schlief scheinbar sofort ein. Erst zwölf Stunden später wurde sie wach und kam aus ihrem Zimmer, auf Störungen reagierte sie manchmal ein wenig aggressiv. Sie wollte einfach ihre Ruhe haben und die Eltern ließen sie ihr. Längst hatten sie es aufgegeben, nach Clara zu schauen und auf ihren Atem zu lauschen. Es ging ihr gut und wenn irgendetwas sein sollte, dann würde sie sich schon bei den Eltern melden. Mittlerweile war sie groß genug und sie konnte ja auch äußern, wenn ihr etwas fehlen sollte oder ihr etwas weh tat. Das passierte jedoch niemals.

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Regelmäßig vor dem 1. November überkommt mich so ein seltsames Kribbeln. Der NANOWRIMO startet an diesem Tag. Vier Mal habe ich teilgenommen, davon zwei Mal erfolgreich, d.h. dass ich die vorgegebene Wortanzahl geschafft habe. Das, was ich da geschrieben habe hat aber nie jemand gelesen und ich habe es später auch nicht weiter bearbeitet. Das ist schade. Aber es war nicht umsonst, denn ich habe gelernt, bei einem Projekt zu bleiben und regelmäßig zu schreiben. Heute schreibe ich jeden Tag, mal mehr, mal weniger. Es juckt in den Fingern, wenn ich darüber nachdenke, mal wieder so ein Megaprojekt zu starten – andererseits brauche ich aber keinen Misserfolg, deshalb dachte ich, ich könnte diesen Monat dazu nutzen, meine ganz eigene Schreibchallenge zu starten, ohne vorgegebene Wortanzahl aber doch mit dem Anspruch, eine längere Geschichte täglich fortzusetzen und am Ende dieses Monats November abzuschließen. Da ich mein Schreibblog sowieso gern nach hier verlegen wollte, weil ich an anderer Stelle zunehmend mit technischen Problemen kämpfe, nehme ich nun meinen persönlichen Schreibmonat zum Anlass, mich hier einzuschreiben und anschließend mit dem gesamt Blog nach hier umzuziehen.

Also dann, übermorgen geht es los. Ich freue mich drauf und mache mir nun Gedanken darüber, worüber ich schreiben werde.

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So, der NANOWRIMO ist gelaufen, ich habe die Wörterzahl nicht geschafft, aber ich bin zufrieden, denn in diesem Jahr habe ich es geschafft, bei mir und meinem Text zu bleiben, schön fortlaufend zu schreiben und meine Geschichte gefällt mir auch. Ich werde sie fertigmachen, ist sie doch längst nicht mehr Teil eines Wettberwerbs, sondern ein Teil von mir geworden. Unterstützung und Motivation habe ich bei Alraune und Werkstattschreiber erhalten, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.

Zwischendurch habe ich sogar noch einigen Weihnachtstexte geschrieben und am Ende des Jahres werde ich auf viele, viele Wörter blicken können, die zu Geschichten zusammengefügt wurden und das ist ein gutes Gefühl.

Hier noch ein paar Wörter von gestern, erlebte Geschichte:

„Du, Oma?“, fragt Lukas. „Warum zieht Tante Judith denn in eine andere Wohnung?“

„Sie möchte mit ihrem Roman zusammen in einer Wohnung leben!“

„Hat sie den Roman ganz gern?“

„Ja, ich denke, dass sie ihn liebt, sonst würde sie ja nicht mit ihm leben wollen!“

„Du, Oma?“

„ja, Lukas?“

„Hast sie dich denn dann gar nicht mehr lieb?“

Mir kommen die Tränen und ich schlucke dreimal bevor ich antworte:

„Sie hat mich noch immer lieb, aber irgendwann werden Kinder groß und dann leben sie ihr eigenes Leben. Auch zieht sie ja nicht weit weg, sie wird uns besuchen und wir können sie besuchen!“

Lukas überlegt einen Moment, dann nimmt er mich in den Arm und drückt ganz dolle:

„Ich liebe dich, Oma!“

Jetzt rollen grad wieder die Tränen, ich bin ein glücklicher Mensch und manchmal kullern halt Glückstränen!

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Nicht wundern

… wenn es hier gerade so ruhig ist. Ich arbeite im Moment viel, musste einige Vertretungen machen, weil es Krankheitsausfälle gab. Ich selbst halte mich aber wacker und profitiere noch von den Tagen Auszeit an der Nordsee (allerdings könnt ich schon wieder).

Kurzentschlossen habe ich mich trotz akuter Zeitnot aber beim NANOWRIMO angemeldet und schreibe seit gestern dort eine laaaange Geschichte oder einen Roman, ich weiß noch nicht, wo das hinführt. Wer den NANOWRIMO noch nicht kennt, kann sich hier informieren. KLICK Man schreibt täglich, mindest 1667 Wörter, um am Ende des Monats November 50,000 Wörter verarbeitet zu haben. Es macht einen ungeheuren Spaß und man lernt regelmäßig zu schreiben. Mit etwas Druck geht das bei mir einfach besser, als wenn ich so ins Blaue schreibe. Alraune und Werkstattschreiber, sowie Sally sind auch dabei. Gemeinsam macht es noch mehr Spaß. Schön, dass ihr da seid, ihr Drei 🙂

Ich werde hier ab und zu locker berichten – danach blogge ich dann wie gewohnt weiter.

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Diskretion

Wenn zwei Schnecken
sich unter Hecken
gut verstecken,
um sich zu necken,

dann will ich nicht stören
und auch nicht hören,
wenn sie schwören,
sich ganz zu gehören.

© Regina Meier zu Verl

Anna-Lena schreibt dazu:

Vorsicht vor Zecken,
sie lauern in Hecken!
Sie sind eine Plage,
ohne Frage.
Man sollte sie meiden
beim Liebesreigen.

Bruni schreibt dazu:

☺ na,
da will ich
die Schnecken nicht stören,
die sich gegenseitig betören.

Sollen sie lieben und necken
in ihren Verstecken,

die beiden Schnecken,
die kecken …

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Ab heute alphabetisiere ich mich mal so durch und motiviere mich mit jeweils einem Buchstaben. Es geht los – natürlich beim A

10 Sekunden-Gedankenkette dazu: Anna, Anfang, Arbeit, Anonymität, Affe, Aas, Adagio, hier stockt es, also aufhören und die einzelnen Worte in einen Satz verpacken. (Wichtig ist, dass man nicht nachddenkt, sondern ungefiltert schreibt, was einem gerade in den Kopf kommt)

1. Anna
Anna ist meine Schwester im Geiste und Anne meine Kindheitsfreundin.

2. Anfang
Es ist leicht, einen Anfang zu machen; schwer ist es weiter zu machen und durchzuhalten.

3. Arbeit
Meine Arbeit macht mir Freude, aber sie sollte nicht mein ganzes Leben ausfüllen, wie es beinahe der Fall ist momentan.

4. Anonymität
Das ist nicht mein Wort, ich weiß nicht, wie ich drauf gekommen bin.

5. Affe
Was denken die Affen, wenn wir Menschen in Scharen vor ihren Zoobehausungen stehen und Grimassen schneiden?

6. Aas
Vor zwei Jahren ist ein Fohlen tot geboren worden, wir hätten es gern beerdigt, aber das darf man nicht bei einem so großen Tier; also kam ein Wagen, der es geholt hat. Der Geruch geht mir bis heute nicht aus der Nase.

7. Adagio
Früher war es die quirlige, schnelle Musik, die mich begeisterte – heute bin ich im Adagio zu Hause, manchmal etwas schwermütig, auf jeden Fall langsamer als vor Jahren.

So, aus diesen 7 Sätzen suche ich mir mein Thema des Tages und schreibe einen kleinen Text dazu … vorher überarbeite ich eine Geschichte und dann schaun wir mal.

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