9. Dezember 2019

9. Dezember
Die folgende Geschichte ist ein wenig länger geraten. Im Adventskalender war ein kleiner Schlüssel versteckt. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr in den nächsten drei Tagen, denn zu viel Text in einem Kalendertürchen ist auch nicht gut, oder?
Als, hier geht es los:

Der Schatz im Schreibtisch

In Lindas Zimmer stand seit Jahren der alte Schreibtisch ihres Großvaters. Eigentlich war dieses Möbelstück viel zu groß und zu wuchtig für den kleinen Raum. Doch Linda hatte entschieden, dass er in ihr Zimmer gehörte und sie lieber auf etwas anderes verzichten wollte. Sie liebte den Schreibtisch mit seinen vielen Schubladen und Geheimfächern, beinahe so sehr, wie sie ihren Großvater geliebt hatte. Ihre Eltern sagten, dass da wohl ein Generationensprung vorliegen müsste, denn das Mädchen glich in vielen Dingen ihrem Großvater. Sie schrieb Gedichte, sie malte, sie interessierte sich für Pflanzen und Tiere und sie war eine richtige Weihnachtstante.
Großvater Josef war Zeit seines Lebens ebenfalls an all diesen Dingen interessiert gewesen und er hatte ein großes Wissen über Flora und Fauna gehabt. Das ganze Jahr über war er aktiv im Garten, oder er machte lange Spaziergänge. Er wanderte mit seiner hölzernen Staffelei zu den verschiedensten Orten und malte stundenlang Landschaften, Bäume, Pflanzen und Tiere. Dazu hatte er immer Lust, und als seine Enkeltochter ebenfalls ihre Liebe zum Malen entdeckte, nahm er sie mit. So lernte Lina schon früh, wie man einem Bild Tiefe verleihen konnte, so dass man anschließend das Gefühl hatte, mit einem Schritt in die Landschaft einzutauchen und immer wieder dort sein zu können, wo es einem besonders gut gefallen hatte.
Wenn die Abende länger wurden und es auf die Adventszeit zuging, erwachte die nächste gemeinsame Leidenschaft. Es wurde gebastelt, gemalt, gesungen und gedichtet. Während die Großmutter in der Küche Plätzchen backte, saßen Opa Josef und seine Enkelin Linda im Wohnzimmer an dem klobigen Schreibtisch und stellten die wunderbarsten Dinge her. Manchmal waren es geheime Dinge, die niemand sehen durfte, Geschenke für Oma oder für die Eltern zum Beispiel. Die wurden dann in den Schubladen des Schreibtisches versteckt. Andere Basteleien wiederum kamen sofort zum Einsatz, etwa für die Weihnachtsdekoration in den Fenstern des gesamten Hauses. Immer wieder hatten die beiden neue Ideen, und wenn dann das Weihnachtsfest gekommen war, dann glitzerte und strahlte das ganze Haus. Ach, wie gemütlich das war.
Wenn Linda später, als sie längst erwachsen war, mal wieder ein paar Tage bei den Eltern verbrachte, saß sie oft an dem Schreibtisch und erinnerte sich an die glückliche Zeit mit den Großeltern. Auch in diesem Jahr hatte sie wieder ein paar Tage im Haus ihrer Kindheit eingeplant. Mit ihren Eltern hatte sie einen gemütlichen Abend verbracht. Die Mutter hatte den alten Weihnachtsschmuck aufgehängt und alles war so wie früher, als Linda noch ein Kind gewesen war. Nur die Großeltern fehlten.

Fortsetzung folgt morgen …

Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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