1. Dezember 2019

Von meiner Oma Betty habe ich euch ja schon viel erzählt. Heute möchte ich von etwas berichten, das ihr mir sicherlich nicht glauben werdet, so verrückt klingt das. Aber eigentlich ist es egal, ob ihr mir glaubt oder nicht, denn ich weiß genau, dass es so ist.
Manchmal übernachte ich ja bei Oma und Opa. Am liebsten schlafe ich zwischen den beiden, in der Besucherritze, denn da sind sie ganz nah bei mir und das finde ich einfach herrlich. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich mittlerweile alle Eigenheiten meiner Großeltern kenne. Was ich meine? Na, wenn Opa ganz leise schnarcht, dann ist er im Tiefschlaf und ich kann mit Oma ruhig noch ein wenig herumalbern, es stört ihn nicht. Macht er aber so komische Verschluck – Geräusche, dann kann es sein, dass er jeden Moment aufwacht und schimpft.
„Ruhig, ihr beiden!“, sagt er dann und wir warten, bis wieder diese leisen, entspannten Schnarcher kommen. Dass wir zwischendurch kichern müssen, das könnt ihr euch sicher vorstellen.
Aber auch Oma hat ihre Eigenheiten. Sie wird zum Beispiel mitten in der Nacht wach, nimmt ihren Block und schreibt etwas auf, was sie gerade geträumt hat. Ich habe das schon öfter erlebt und wundere mich, dass sie so umfangreiche Träume hat, die ein oder gar zwei Seiten lang sind. Unglaublich, oder? Aber ich schwöre, es ist so.
Jetzt beginnt ja die Adventszeit und Oma träumt jede Nacht. Das behauptet sie jedenfalls. Kontrollieren kann ich das nicht, weil ich ja nicht immer bei Oma schlafen kann. Aber ich sehe doch, dass sie schon wieder einen ganzen Block vollgeschrieben hat, lauter Geschichten. Dafür würde ich wohl Monate brauchen, oder Jahre, echt.
„Oma, kannst du auch Fortsetzungsgeschichten träumen?“, habe ich sie neulich gefragt.
„Ja, mittlerweile gelingt mir das auch!“, sagte sie und schnappte sich sofort ihren Block. „Warte einen Moment, mir ist gerade etwas eingefallen!“
Diese Momente sind manchmal ziemlich lang, aber das macht nichts, denn die fertigen Geschichten bekomme ich ja dann exklusiv geliefert. Oh, ich mag es, wenn Oma mir vorliest. Das ist noch besser als Pizza Salami zu essen und das ist schon megatoll.
„Ab morgen“, hat Oma gesagt. „Ab morgen lese ich dir jeden Tag ein Stück der Adventsgeschichte vor, die ich seit Tagen träume!“
„Aber Oma, morgen bin ich doch gar nicht da!“
„Ich mache eine Hörgeschichte draus und schicke sie Mama jeden Abend auf ihr Handy!“
Ich finde das mega! Und es ist ja auch richtig praktisch, denn Oma hat ja nicht nur mich, sondern noch weitere vier Enkelkinder, denen kann sie die Geschichte dann auch schicken. Ich bin ja großzügig und teile gern. Also, ab morgen geht es los. Ihr müsst leider selbst lesen, aber ihr seid ja schon groß und könnt viel schneller lesen als ich. Ich wünsche uns allen viel Spaß!

Bis morgen, ich wünsche allen einen schönen ersten Advent!

Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
Dieser Beitrag wurde unter Advent 2019, Geschichten für Erwachsene, Kindergeschichte abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu 1. Dezember 2019

  1. meinesichtderwelt schreibt:

    Schönen 1. Advent auch für dich – freu mich aufs nächste Türchen morgen 😊

    Gefällt 1 Person

  2. seelenkarussell schreibt:

    Dir auch einen schönen 1. Advent 😊🌲💞

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