Ballast abwerfen

Neulich habe ich ja schon einmal über meine „Löffelliste“ geschrieben und dass ich einen weiteren Punkt abhaken konnte. (HIER)

Beim Aufräumen meiner Dateien fiel mir dann ein Beitrag auf, der sich schon im Jahre 2015 mit dem Thema beschäftigte. Damals war es eine Reizwortgeschichte, heute ist sie aktueller denn je, denn ich habe mein Wohlfühlgewicht (mal wieder) erreicht und das soll nun auch so bleiben, damit ich den nächsten Punkt auf der Liste aktiv angehen kann. Darüber werde ich dann berichten, wenn ich mein Ziel erreicht habe. Mittlerweile habe ich 36 Pfund abgeworfen, es ist ein unglaubliches Gefühl und ich schäme mich im Nachhinein, dass ich es so weit habe kommen lassen.

Was mir auffällt, während ich dieses neue Körpergefühl genieße ist, dass sich nicht nur mein Gewicht verändert hat, sondern auch viele Dinge angegangen werden, die ich lange vor mir hergeschoben habe. So habe ich in den letzten beiden Wochen kräftig entrümpelt in unserem Heim. Endlich habe ich mich von Dingen getrennt, die ich als überflüssigen Ballast empfunden habe. Auf diese Weise werde nicht nur ich schlanker, sondern auch mein Haushalt. Das bedeutet auch, dass ich viel mehr Zeit zum Schreiben haben und weniger Zeit im Haushalt aufbringen muss, da nun (fast) jedes Ding seinen Platz hat.

Yeah!

Hier kommt also die Geschichte aus 2015, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

 

Das Wohlfühlgewicht

Wenn ich so richtig drüber nachdenke, dann hatte ich das Kapitel meines Lebens, in dem es um Diäten geht, noch nicht abgeschlossen. Immer wieder holte es mich ein. Dann nahm ich ab, mal fünf Kilo, mal mehr, mal weniger. Und nach ein paar Wochen? Waren sie wieder da, die Kilos. Der Jo-Jo-Effekt hatte zugeschlagen, heftig!

Die einzige Konfektionsgröße, die in meinem Leben Bestand hat, ist die Schuhgröße. Aber mit den Jahren bin ich gelassener geworden. Es macht mir nicht mehr so viel aus, dass ich keine Modellfigur habe. Im Gegenteil. So dünn möchte ich gar nicht sein und ich will mich auch nicht immer nur nach Kalorien oder Fettanteilen richten. Essen ist doch auch was Schönes. Herrlich ist es, mit Freunden zusammen zu sitzen und gemeinsam zu schlemmen. Trotzdem hat sich mein Essverhalten verändert in den letzten Jahren. Ich wähle bewusster aus, achte auf die Gesundheit, meide Zucker und neuerdings auch weißes Mehl. Dafür schlemme ich mich durch die Obstregale und Gemüsestände und seitdem ich das mache, hat mein Heißhunger auf Süßes merklich nachgelassen.

Die Waage habe ich aus meinem Badezimmer verbannt. Manchmal denke ich kurz darüber nach, sie doch aus dem Keller zu holen. Dann verwerfe ich den Gedanken. Und damit lebe ich ganz gut. Ich weiß gar nicht, was ich wiege. Das verhindert Unzufriedenheit, denn wenn die Hosen kneifen, passe ich einfach ein paar Tage auf und schwupps, ist wieder alles okay mit dem Wohlfühlgewicht.

Neulich musste ich zum Gesundheitscheck beim Hausarzt. Dort werden alle Daten aufgenommen und dazu gehört natürlich auch der Gang auf die Waage. Nun wiegen Waagen bei Ärzten ja gemeinerweise sowieso immer anders, als die zu Hause. So meine Erfahrung aus der Vergangenheit. Diesmal hatte ich jedoch keinen Vergleich und ich gebe es zu: ich war etwas nervös. Schon am Tag vorher hatte ich so ein flaues Gefühl im Bauch. Scheinbar ist es mir doch nicht so ganz egal, was ich wiege.

Ich atmete noch einmal aus und stieg dann in Unterwäsche auf das magische Gerät. Die Sprechstundenhilfe schob die kleinen Gewichte hin und her, legte sich fest und trug mein Gewicht auf einem Fragebogen ein. Mein Herz machte einen kleinen Hüpfer, als ich ihr über die Schulter schaute und entdeckte, dass ich zehn Kilo weniger wog als beim letzten Check vor zwei Jahren. Mit einem breiten Grinsen saß ich dann im Sprechzimmer und wartete auf meinen Arzt.

„Na, Sie strahlen ja so! Wie geht es Ihnen?“, fragte er und reichte mir die Hand.

„Es ging mir lange nicht so gut!“, antwortete ich und die kleinen Zipperlein, die mich ab und an plagen, hatte ich in diesem Moment völlig vergessen. Trotzdem, oder genau aus diesem Grund, werde ich meine Waage nun zum nächsten Sperrmüll geben. Ich habe ja mein Wohlfühlgewicht erreicht.

 

© Regina Meier zu Verl 2015

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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8 Antworten zu Ballast abwerfen

  1. etoilefilante22 schreibt:

    Ich weiss, wovon du schreibst und freue mich mit dir! Besonder schön ist es, wenn man sein gewicht „aktiv“ reduzieren konnte und es nicht einfach wegen schwieriger umstände wegggeschmolzen ist. Gratuliere

    abgespeckte und kalorienfreie bisous vom meer 🙂

  2. Anna-Lena schreibt:

    Wie gut ich dich verstehe! Ballast werfe ich gerade auch ab, mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber das ist auch egal. Auch die Schnecke kommt mal ans Ziel …Bleib dran und weiterhin viel Erfolg.
    LG Anna-Lena

  3. Nicole Vergin schreibt:

    Glückwunsch liebe Regina – ich freu mich mit Dir! 😀

  4. Struppi-2009 schreibt:

    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Balast abwerfen, egal ob am Körper oder im Haus. Da kommen immer Glücksgefühle auf. Für Dein Durchhaltevermögen kann ich Dir nur gratulieren.
    Viele Grüße
    Traudl

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