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Archive for September 2017

Gestern war ich wieder in der Stadt, um meinen monatlichen Termin zur Aufnahme des neuen Hörbuchs wahrzunehmen.

Anschließend belohne ich mich immer mit etwas Schönem. Beim letzten Stadtbesuch war es ein Buch, das ich gemeinsam mit Lukas gelesen habe. Es kann auch mal ein Knäuel Sockenwolle sein, oder ein Fischbrötchen.

Diesmal habe ich auf dem Wochenmarkt Zwetschgen gekauft. Sie lachten mich so an und riefen leise: „Nimm uns mit!“ Ich habe sie erhört und heute morgen verarbeitet. Guckt mal:

7 Gläser Pflaumenmarmelade sind draus geworden und da noch ein paar Früchte übrig waren, außer denen, die direkt im Mund verschunden sind, habe ich noch einen Kuchen gebacken!

(1 Kilo Zwetschgen – Gelierzucker 1:2 – Zitronensaft – Zimt)

(Kuchen: Rührteig aus dem Handgelenk :), Restfrüchte)

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Der dicke Kürbis

Danke, liebe Elke, für das schöne Gedichtbild!

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(Ich denke noch oft an Maria)2017-09-02 19.10.25

„Seit du zu mir kommst, tun es meine Blumen viel besser. Haste das schon gemerkt?“ Maria deutete auf die breite Fensterbank, die allerlei Zimmerpflanzen beherbergte. Ein seliges Lächeln lag auf ihrem Gesicht.
„Aber ich mach doch gar nichts weiter, ich gieße sie nur und ab und zu bekommen sie ein Schlückchen Dünger!“, wehrte ich ab. Das war ja nun wirklich kein Ding.
„So einfach ist das nicht!“, behauptete Maria. „Das machen andere auch und trotzdem gehen die Blumen jämmerlich ein. Ich habe gar keinen grünen Daumen!“
Ich betrachtete meine Daumen und hielt sie Maria hin. „Ich auch nicht, guck!“
Maria lachte. Oh ich liebte es, wenn sie lachte. So richtig mit Ton, meine ich. Sie gluckste so niedlich und meist dauerte es nicht lange und sie musste ihre Tränen wegwischen. Tränen lachen, sagt man wohl.
„Jetzt aber mal Spaß beiseite und Ernst inne Mitte“, sagte Maria und das reizte mich schon wieder zum Lachen. „Okay“, keuchte ich. „Ernst inne Mitte!“
„Also pass auf, das ist nämlich so: wenn einer kein guter Mensch ist, dann verrecken die Blumen, ja, so ist das!“ Sie nickte bekräftigend mit dem Kopf und wurde ganz ernst.
„Das kann ja nicht sein, du bist ein guter Mensch, Maria. Das weiß ich zufällig ganz genau!“
„Meinste?“
„Ja, meine ich!“
Schweigen. „Danke“, flüsterte sie dann. Und plötzlich war der kleine Schalk wieder da, der ihr so oft im Nacken saß. Sie grinste, hob verschmitzt die Schultern an, setzte ihren Rehaugendackelblick auf und sagte: „Und weil wir beide so gute Menschen sind, machen wir es uns jetzt gemütlich und du liest mir etwas vor!“ Punkt. Wer könnte da widersprechen?
„Was möchtest du hören?“, fragte ich und trat ans Bücherregal.
„Lies mir das Märchen von dem gerechten Vadder vor, du weißt schon, der mit der Öllampe und dem Tod!“

Mittlerweile kannte ich das Märchen gut und konnte es sogar in Plattdeutsch erzählen, so oft hatte ich es Maria schon vorgelesen. Kurz in eigenen Worten: Es geht um einen, der sich einen Vater suchen will und der soll gerecht sein. Als er unterwegs ist, begegnet dem Herrgott. Den will er aber nicht als Vater. Er sei nicht gerecht, dem einen gibt er viel und andere müssen darben. Er wandert weiter und trifft den Tod. Der soll sein Vater sein, weil er gerecht ist und zu jedem kommt, ob arm oder reich, jung oder alt. Der Tod erklärt ihm, dass das mit dem Leben so sei wie mit einer Öllampe, der eine hätte noch viel Öl zur Verfügung, der andere nur wenig, bei einem sei sie schnell verloschen, ein anderer müsse sich noch ein wenig quälen, bis das Licht erlischt. Nun möchte er wissen, wieviel Öl noch auf seiner Lampe war. Ach, sagte der Tod, da ist noch allerhand drauf. „Kannst du nicht noch ein Schlückchen nachgießen?“ wurde er gefragt. „Das würde ich gern tun, aber das ist nicht gerecht!“, antwortete der Tod.

„Is ja so!“, sagte Maria dann jedes Mal, wenn das Märchen zu Ende war.
„Ja, is so!“, sagte ich und dann legte ich das Buch zur Seite. „Nächstes Mal lese ich aber ein anderes Märchen!“, schlug ich stets vor. Aber dazu ist es nur selten gekommen. In unserer Märchenhitparade stand „Der gerechte Vadder“ einfach auf Platz Eins.

© Regina Meier zu Verl

(Diese Märchen gibt es auch als Tonaufnahme von mir, leider kann ich das hier nicht einstellen)

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Junggesellenabschied – Wasserbett – toben – helfen – bedenklich
Das sind die Reizwörter, die in der heutigen Geschichten unterzubringen waren.
 
Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen:
Lore
Martina
Eva
Christine

Sowas gab es früher nicht

„Ich will ja nichts sagen, aber ich finde diese neumodischen Junggesellenabschiede doch ein wenig bedenklich!“ Maren Müller hakte sich bei ihrem Mann ein und rümpfte angewidert die Nase. Gerade waren sie auf eine Truppe junger Frauen getroffen, die auffällig gekleidet und geschminkt, bewaffnet mit einem Bauchladen, kleine Schnapsfläschchen anboten. Alex hatte natürlich eine gekauft und an Ort und Stelle ausgetrunken, unter dem Gejohle der jungen Frauen, die ihm zur Belohnung noch Küsse auf die Wangen gedrückt hatten. Unglaublich!

„Lass sie doch. Sie wollen sich noch einmal austoben, bevor es in den Hafen der Ehe geht!“ Alex grinste, sein Gesicht war lippenstiftverschmiert. Er genoss diesen Zustand sichtlich.

„War schon klar, dass du das gut findest!“, schimpfte Maren beleidigt. „Hätte noch gefehlt, dass dir eine von denen die Zunge in den Hals geschoben hätte!“

„Schatz, du übertreibst mal wieder ordentlich!“ Alex wühlte in seiner Hosentasche nach einem Taschentuch. Maren würde keine Ruhe geben, bis er die Kussspuren beseitigt hätte.

„Ich habe gelesen, dass manche Wirte derartige Gruppen gar nicht mehr in ihre Bars lassen.“, sagte Maren. „Früher gab es sowas nicht!“

Alex grinste. Das wusste er besser. Seinen Junggesellenabschied hatte er jedenfalls in lebhafter Erinnerung behalten. Allerdings wusste Maren davon nichts, die war nämlich zu dem Zeitpunkt mit ihrer Freundin in Spanien gewesen. Gott sei Dank. Wüsste sie, dass er und seine Freunde damals ordentlich die Puppen hatten tanzen lassen, wäre es wohl nicht zu einer Eheschließung gekommen. Seitdem war er seiner Maren treu geblieben und das würde auch so bleiben. Geschadet hatte es ihrer Beziehung jedenfalls nicht.

„Sollen wir einen Kaffee trinken?“, fragte Maren jetzt und steuerte ein Café an. Alex wollte sie nicht verärgern, obwohl er keine Lust auf Kaffee hatte. Er ließ sich also bereitwillig ins Café führen und nahm brav an Marens Seite Platz. Gerade hatte die Kellnerin den Kaffee gebracht und ein herrliches Stück Käsekuchen für Maren, als Jenny, Marens Freundin, das Café betrat.

Sofort hatte sie Alex und Maren entdeckt.

„Huhu!“, rief sie. „Das ist ja eine Überraschung, wir haben uns ja ewig nicht gesehen!“ Sie zog einen Stuhl vom Nebentisch heran und setzte sich. „Habt ihr auch diese verrückten Weiber gesehen, die Junggesellenabschied feiern?“, wollte sie wissen.

Margret hustete, hatte sie sich doch an diesem blöden Käsekuchen verschluckt vor Schreck. Ausgerechnet Jenny mussten sie hier treffen, und ausgerechnet dieses Thema musste präsent sein. Hoffentlich würde Jenny das nicht ausweiten, denn dann würde Alex erfahren, dass sie selbst auch ausgiebig gefeiert hatte, bevor sie ihn geheiratet hatte. Warum hatte sie auch so geschimpft auf die jungen Frauen? Das war blöd und unnötig; keine von denen hätte ihr Alex weggenommen und so ein bisschen Lippenstift im Gesicht war ja nicht wirklich schlimm gewesen.

Jenny klopfte ihr auf den Rücken. „Mensch Maren, was ist denn los? Kann ich dir helfen?“, fragte sie und zwinkerte ihr zu. „Hast du einen Geist gesehen?“

„Nein, es ist alles gut, sorry, habe mich wohl verschluckt!“, stammelte Maren. In ihrem Hinterkopf zeterte ein kleiner Kobold und er gab keine Ruhe. ‚Ich hab‘ ein knallrotes Wasserbett‘, sang er und ließ in Margrets Kopf das Bild einer schaukelnden Luftmatratze aufleuchten, auf der ein Paar innig miteinander knutschte. Sie, Maren, und dieser …, wie hieß er noch?

Jenny grinste, sie kannte ihre Freundin zu gut und wusste genau, was da gerade in ihrem Kopf vor sich ging. Aber verraten hätte sie Maren niemals.

Alex schaute irritiert von der einen zur anderen und er hoffte inständig, dass keine von beiden das leidige Junggesellenabschiedsthema noch einmal aufnehmen würde.

„Darf ich die Damen auf einen Prosecco einladen?“, fragte er geschäftig, obwohl er sich eigentlich wünschte, dass Jenny sich verabschieden würde.

Die tat ihm den Gefallen aber nicht.

„Klar, warum nicht?“, zwitscherte sie und zwinkerte Maren zu. „Trinken wir auf die Liebe!“

Maren hob ihr Glas und prostete Alex zu. „Auf die Liebe!“, sagte sie und der kleine Kobold in ihrem Kopf gab endlich Ruhe. Jedenfalls vorläufig.

 

© Regina Meier zu Verl

 

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