Die Elfe Sumsinella und die Pünktchenkrankheit (2)

Die Elfe Sumsinella und die Pünktchenkrankheit

Heftiges Kopfweh plagte Sumsinella, nachdem sie im Flug mit Hicks, dem dicken Hummelmann zusammen gestoßen war. Hicks traf keine Schuld, Sumsinella war mit ihren Gedanken ganz woanders gewesen.
„Du musst schnell zu deiner Schwester. Sie hat die Pünktchenkrankheit. Sie ist am ganzen Körper von roten Punkten übersät und ihre Flügel hängen schlaff herunter“, hatte ihr die Brieftaube überbracht.
Sumsinella war in großer Sorge um Zitronella und jetzt war auch noch dieser blöde Unfall passiert. Auf ihrer Stirn wuchs eine dicke Beule.
„So was Blödes, die eine hat rote Punkte und die andere Beulen“, jammerte sie.
Hicks hatte ein Blütenblatt der Sumpfdotterblume erbettelt, das vom frischen Tau benetzt war.
„Sei still, hicks, und leg dich hin, hicks“, befahl Hicks, der wie immer mit seinem Schluckauf kämpfte.
„Ich werde dir, hicks, die Stirn kühlen!“
Das tat gut, Sumsinella seufzte erleichtert. Nach ein paar Minuten machte sie sich erneut auf den Weg.
Kurz bevor es dunkel wurde, erreichte sie den Garten, in dem ihre Schwester lebte. Sie lag auf einem Moosbett und war tatsächlich rot gepunktet. Das sah so lustig aus, dass Sumsinella kichern musste.
„Das ist ja wohl die Höhe“, schimpfte Zitronella. „Du lachst mich doch nicht etwa aus?“
„Nein, nein, aber du siehst schon ein wenig komisch aus.“
Zitronella umarmte die Schwester.
„Schön, dass du da bist.“
„Ich hätte noch eher da sein können, wenn ich nicht diesen dummen Zusammenstoß mit Hicks gehabt hätte. Schau mal meine Stirn an!“
Sumsinella strich ihre blonden Haare zur Seite, damit die Schwester die Beule sehen konnte.
„Du Arme!“
„Ist nicht so schlimm. Wir wollen jetzt erst einmal herausbekommen, was du für eine Krankheit hast. Ich werde Kuno Troll herbitten, der soll sich das ansehen. Sicher weiß er einen Rat.“

Am nächsten Morgen flog Sumsinella los und machte sich auf die Suche nach Kuno, der allerlei gute Heilmittel wusste.
Kuno saß vor seiner Höhle. Er las in einem dicken Buch.
„Hallo Kuno Troll, ich brauche deine Hilfe, meine Schwester ist gepunktet!“
„So, so“, brummte Kuno, der sich nicht gern beim Lesen stören ließ. „Rote Punkte?“
„Ja, genau, rote Punkte hat sie, am ganzen Körper und sie fühlt sich schwach.“
„Klarer Fall von Windpocken!“, stellte Kuno fest. „Das ist nichts Schlimmes. Allerdings …“
Sumsinella bekam einen Schreck.
„Allerdings ist die Krankheit ansteckend, es wird zehn Tage dauern, dann wirst auch du mit Punkten gesegnet sein und alle, mit denen deine Schwester und du zu tun haben.“
„Ach herrjemine“, seufzte Sumsinella. „Das ist ja schrecklich!“
„Na, na, so schlimm ist es nicht. Wenn man die Windpocken gehabt hat, dann bekommt man sie nie wieder. Das ist das Gute daran!“
Kuno erhob sich und holte eine große braune Flasche.
„Damit kannst du deine Schwester einreiben, damit es nicht zu sehr juckt. Und sag ihr, dass sie sich nicht kratzen soll, das gibt Narben.“
Sumsinella bedankte sich und versprach dem Troll, dass sie sich bald wieder melden würde.

Es passierte genau so, wie Kuno es vorausgesagt hatte. Als bei Zitronella die Pusteln langsam abheilten, fing die Pünktchenkrankheit bei Sumsinella an und ob man es glaubt oder nicht – Kuno Troll erwischte es auch.

© Regina Meier zu Verl

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Über Regina (klatschmohnrot)

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4 Antworten zu Die Elfe Sumsinella und die Pünktchenkrankheit (2)

  1. Ich dachte schon, als Sumsinella ihre Schwester umarmte: Hoffentlich geht das gut! 🙂 – Ging es nicht, siehste! – Das ‚Wiederlesen‘ mit Sumsinella macht mir große Freude! LG Martina

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  2. summerruby schreibt:

    Oja, das erinnert ich an einen Zettel, den ich heute in der Wichtelstube unseres Kindergartens fand: „Liebe Eltern, in unserem Waldkindergarten hat ein Kind die Windpocken“ … Ich bin gespannt, ob sich meine kleine Waldelfe auch angesteckt hat 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Summerruby,
      eigentlich ist es ja gut, wenn man die Windpocken als Kind hinter sich bringen kann. Ich selbst hatte sie erst mit 25, hatte mich damals bei meiner Nichte angesteckt. Anschließend hatten dann viele meiner Kollegen ebenfalls die Windpocken, was damals nicht so schön war.
      Herzliche Grüße
      Regina

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