22.11.2016

Oh, ich bin soooo müde heute. Ich lasse mich nun auf mein Sofa plumpsen, nichts geht mehr heute!

 

Teil 22

Kaum hatte sie den Waldweg betreten, gesellte sich ein Vogel zu ihr. Er flatterte aufgeregt mit den Flügeln und flog ein Stück vor, kam wieder zurück und dann setzte er sich auf Claras Schulter.
„Da bist du ja endlich, Menschenkind. Wir haben auf dich gewartet. Du musst uns helfen, bitte. Es gibt ein Problem, ein Problem, ein riesiges Problem.“, piepste er mit aufgeregter Stimme.
„Beruhige dich erst einmal, was ist denn nur los?“, fragte Clara und streichelte dem kleinen Spätzchen sanft übers Gefieder. Sie spürte, dass das kleine Herzchen aufgeregt klopfte, doch Angst hatte er nicht vor ihr. Die Vögel in Claras Garten flogen immer davon, wenn sie einen von ihnen berühren wollte, so scheu waren sie.
„Ich fliege vor und du kommst einfach hinter mir her. Willst du das für mich tun?“, fragte der Spatz eindringlich und Clara nickte.
„Natürlich will ich das, dafür bin ich ja da, dass ich dir helfe, wenn du in Not bist.“
„Das ist ein großes Glück, ich bin sehr dankbar und werde es dir nicht vergessen, aber jetzt komm, es wird Zeit, allerhöchste Zeit.“
Sie machten es so, wie der Spatz vorgeschlagen hatte. Er flog ein Stück, setzte sich dann auf einen Ast, bist das Kind aufgeholt hatte und so ging es weiter und immer weiter in den Wald hinein.

Beinahe eine Viertelstunde lief Clara hinter dem Spatzen her. Völlig aus der Puste kamen sie dort an, wo schon von Weitem das Unglück, das angekündigt war, zu sehen war. Ein Müllberg, fast so hoch wie das Mädchen selbst war dort aufgetürmt worden und obendrauf saß eine ganze Schar von Spatzen. Alle schimpften und das war ein lautes Getöse.
„So eine Unverschämtheit!“, schimpfte Clara gleich mit ihnen. Die Vögel wurden allmählich leiser, als sie das Kind entdeckten.
„Wer hat denn hier den Müll abgeladen, das darf ja wohl nicht wahr sein!“, schimpfte Clara, die es von zu Hause kannte, dass man einen Abfalleimer besaß und wenn der voll war, dann kam die Müllabfuhr. Mama ärgerte sich sogar immer darüber, wenn mal jemand etwas in den Garten geworfen hatte, ein Bonbonpapier, eine leere Flasche oder solches Zeug, das eben nicht dort hingehörte.
„Wir wissen es nicht, wer das war“, piepste ein Spätzchen aufgeregt. „Aber es spielt auch keine Rolle. Die Frage ist wie wir das hier wieder wegbekommen. Unter dem Müll sind nämlich auch Lebewesen, die Maus hat den Eingang zu ihrem Bau dort und die Ameisen laufen hier stets entlang, wenn sie Material für ihren Ameisenhaufen holen wollen. Dann sind da noch die Kräuter und das Moos, alles wird eingehen, wenn dieser Unrat hierbleibt. Was machen wir denn nur?“
Clara überlegte. Alle waren mucksmäuschenstill, um das Kind nicht zu stören. Dann kam ihr plötzlich eine Idee. Ihr war klar, dass sie diese Aufgabe nicht allein bewältigen konnte. Die silberne Pfeife wollte sie aber auch nicht benutzen, obwohl es schon ein ziemlich großer Notfall war, der hier eingetreten war. Es gab sicher eine andere Lösung und dazu brauchte sie die Hilfe der größeren Waldtiere. Die kleinen Spatzen waren nicht stark genug, um die Sachen abzutransportieren. Da mussten stärkere Gesellen her. Clara war zuversichtlich bis zu dem Moment, in dem ihr einfiel:
Alles gut und schön, wenn wir Hilfe finden, aber wo sollen wir hin mit dem ganzen Müll?
Ein schwieriges Problem, das es zu lösen galt.
Einen Müllwagen gab es nicht im Wald, dafür könnten ihr die Tiere helfen, die stark genug waren. Aber wohin brachte denn der Müllwagen zu Hause eigentlich seine Ladung? Clara wusste es nicht und darüber hatte sie sich nie Gedanken gemacht. Gleich morgen würde sie die Mutter fragen, doch das half ihr heute nicht. Sie wollte ihre Aufgabe lösen und stand vor einem mächtig großen Problem.
„Kommt, wir suchen uns jetzt Hilfe“, schlug Clara vor. Sie war voller Tatendrang, auch wenn ihr im Moment noch nicht klar war, wie sie das Problem aus der Welt, besser gesagt aus dem Wald schaffen sollte.

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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Eine Antwort zu 22.11.2016

  1. lifetellsstories schreibt:

    Das ist wirklich eine schwierige Aufgabe für die kleine Clara, aber ich bin zuversichtlich, dass ihr bestimmt eine Lösung einfällt.
    Du machst es echt spannend, liebe Regina.
    Herzliche Grüße
    Astrid

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