16.11.2016

Und schon geht es weiter mit Clara, die sich an diesem Tag mal eine Auszeit nimmt und in ihrem Bett bleibt. Trotzdem erlebt sie in der Nacht etwas, das sie doch sehr ins Nachdenken bringt …

Ich gehe jetzt Geburtstag feiern, sicherlich ohne Haselnusskuchen, aber in gemütlicher Familienrunde.

12. Kapitel

Hermann hatte gesagt, dass Clara sich auch ruhig mal etwas ausruhen sollte und es nicht nötig war, dass sie jede Nacht in den Traumwald reiste. Heute machte Clara zum ersten Mal davon Gebrauch. Sie war in Gedanken so sehr mit ihrem Opa beschäftigt, dass sie noch lange nachdenken musste und wollte, bevor sie die Müdigkeit dann übermannte und sie tief und traumlos einschlief.
Erst in den Morgenstunden erschien ihr im Traum der Großvater. Er nahm sie auf den Schoß und streichelte ihre blonden Locken.
„So ein schönes Mädchen bist du“, sagte er und konnte sich gar nicht satt sehen an dem Kind. „Weißt du, ich habe deine Mama so sehr geliebt und ich war so traurig, dass ich sie so früh verlassen musste. Aber ich war immer da und habe sie begleitet, auch wenn sie davon gar nichts gemerkt hat. Ich habe mir gewünscht, dass auch sie eines Tages eine Tochter haben würde, denn in meinen Träumen habe ich erfahren, dass ich meine Tagebücher nicht meiner Tochter, sondern einem Enkelkind vererben sollte. Kleine Clara, du wirst die Bücher irgendwann bekommen, wenn du größer bist. Aber schon jetzt tust du genau das, was ich als Bub getan habe. Du reist in die Welt der Elfen und Waldgeister und das ist etwas ganz Wunderbares. Du lernst dort so viel, denn diese Welt ist nicht für jeden sichtbar. Nur Auserwählte können sie betreten und du bist eine von ihnen.“
Nachdem er diese Worte gesprochen hatte erwachte Clara. Sie sah sich suchend im Zimmer um. War das nun Wirklichkeit gewesen, oder nur ein Traum? Clara konnte das kaum unterscheiden, denn von Hilda und Hermann, der großen Eule und all den neuen Freunden hatte sie zunächst auch nur geträumt und dann war es wahr geworden und sie konnte ihre Welt betreten wann immer sie es wollte.
‚Was habe ich für ein wunderbares Leben‘, dachte sie und sprang fröhlich aus dem Bett.
„Mama, Oma, wo seid ihr? Ich muss euch was erzählen, ich habe den Großvater gesehen!“, rief sie und hüpfte die Treppe hinunter.
Die beiden Frauen saßen in der Küche beim Frühstück.
„Kind, was erzählst du denn da?“
„Ich meine: ich habe im Traum den Großvater gesehen. Er hat mit mir gesprochen. Das war so schön.“
Gisela legte die Hand auf Claras Stirn, um zu prüfen, ob das Kind Fieber hatte. Aber es war alles in bester Ordnung.
„Kein Fieber, aber du fantasierst“, bemerkte die Mutter belustigt.
„Stimmt, aber das ist herrlich“, antwortete Clara und steckte sich schnell ein Stückchen Käse in den Mund, damit sie nicht weiterreden musste. Denn dann würde Oma sagen „Mit vollem Mund spricht man nicht“ und das war ja auch gut so. Sollten doch die Erwachsenen denken was sie wollten. Sie wusste ja, was sie gesehen hatte und darauf konnte sie vertrauen. Schließlich war sie auserwählt. Das hatte der Opa gesagt und Opas sagen immer die Wahrheit.

Am Abend wollte Clara dann wieder früh zu Bett gehen, um ihre Freunde zu besuchen. Sie wollte Hermann und Hilda unbedingt von ihrem Traum erzählen und natürlich wollte sie auch die nächste Aufgabentür öffnen und schauen, was sich dahinter verbarg. Sie war schon sehr gespannt, was sie erwarten würde.

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Über Regina (klatschmohnrot)

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2 Antworten zu 16.11.2016

  1. lifetellsstories schreibt:

    Dachte ich es mir doch, der Opa war als Bub auch schon bei den Elfen und Waldgeistern 😉 .
    Ich freue mich auf das nächste Türchen, das Clara öffnen wird.
    Ich schicke Dir ganz liebe Grüße
    Astrid

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