15.11.2016 (leicht verspätet)

Gestern war ein sehr bewegter Tag, immer war was los, so dass ich erst nach Mitternacht zum Überarbeiten der Fortsetzung gekommen bin. Deshalb kommen heute dann zwei Kapitel (da heute mein lieber Bruder Geburtstag hat, kann es aber wieder spät werden)

Teil 15

  1. Kapitel

Oma, Mama und Clara hatten eine gute Zeit miteinander. Oma hat das Rezept für den Haselnusskuchen mitgebracht und gemeinsam standen die drei Mädels in der Küche, rührten den Teig und plauderten über all das, was sie in der vergangenen Zeit verpasst hatten. Allen dreien tat das richtig gut. Clara schleckte die Teigschüssel aus, das Gesicht war schon über und über mit Teig beschmiert.
Dann wanderte die Form mit dem leckeren Teig in den Ofen und schon nach ein paar Minuten verbreitete sich ein herrlicher Duft in der Wohnung, der genauso angenehm war wie der Duft in Hildas Küche.
„Oma, hat der Opa diesen Kuchen immer so gern gemocht?“, fragte Clara und schaute die Oma erwartungsvoll an.
„Ja, das war sein Lieblingskuchen und er hat ihn immer selbst gebacken. Als er gestorben war, habe ich das Rezept bei seinen Tagebüchern gefunden. Es ist aber nicht seine Handschrift, ich weiß nicht, von wem er es bekommen hat“, erzählte die Großmutter und dann ergänzte sie: „Die Tagebücher sind in einem großen Karton, er hat einen Brief dazu gelegt, der aber erst an deinem 18. Geburtstag geöffnet werden darf, liebe Clara. Ich vermute, dass du dann die Bücher erben wirst.“
„Erben? Was ist das?“
„So etwas wie ein Geschenk bekommen, nur, dass derjenige, der es schenkt meist schon verstorben ist.“ Clara nickte, das verstand sie. Wenn ein Mensch stirbt, dann bleiben ja seine Sachen und alles, was er mal geschrieben oder gemalt hat übrig und irgendjemand bekommt es dann, damit es seinen Wert behält. Sie freute sich, dass der Großvater ihr etwas schenken wollte. Aber – wie kam er ausgerechnet auf sie, er hatte doch gar nichts davon gewusst, dass er einmal eine Enkelin haben würde. Er war doch schon verstorben, als Clara noch gar nicht auf der Welt war. Komisch.
„Mama, wie konnte Opa wissen, dass ich eines Tages geboren werde. Das kann doch gar nicht sein!“
Mama Gisela schaute nachdenklich. Sie fand das auch seltsam, aber ihr Vater war immer ein wenig merkwürdig gewesen. Wahrscheinlich war auch gar nichts Geheimnisvolles daran. Vielleicht hatte er sich einfach nur gewünscht, eines Tages einmal eine Enkeltochter zu haben. Das erschien ihr am sinnvollsten und deshalb antwortete sie: „Dein Opa hat sich sicher eine Enkelin gewünscht und er hat immer gesagt: ‚Wenn man sich etwas ganz fest wünscht, dann geht es auch in Erfüllung‘. Schade, dass er dich nicht mehr kennengelernt hat, nicht wahr?“
„Ja, das ist ganz traurig. Wir hätten uns sicher gut verstanden, der Opa und ich!“
„Ja, das hättet ihr. Ihr seid euch ziemlich ähnlich, ihr beiden. Er hätte dich sehr liebgehabt und wer weiß, vielleicht schaut er uns vom Himmel aus zu und ist gerade ganz glücklich, dass wir ihn auch nicht vergessen haben.“
Clara schaute aus dem Fenster, in den Himmel und es war ihr, als sei es genau in diesem Moment ein wenig heller geworden in der Welt.
Oma saß am Tisch, sie hatten den beiden zugehört und sich gar nicht in ihr Gespräch eingemischt. Was hatte sie doch für tolle Mädels und wie gut war es, dass sie nun endlich einmal wieder alle zusammen waren.
Sie musste sogar ein bisschen weinen vor lauter Freude und Clara und Gisela weinten gleich ein bisschen mit. Das tat gut und sie taten es für Opa, der das ganz sicher mitbekommen würde.

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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4 Antworten zu 15.11.2016 (leicht verspätet)

  1. Eva Voigt schreibt:

    Und ich weine gleich mit, so schön und traurig war Deine Geschichte. Liebe Grüße Eva

    Gefällt mir

  2. lifetellsstories schreibt:

    Aha, ich habe da so einen Verdacht… Mal sehen, ob er sich bestätigt…
    Sei herzlich gegrüßt
    Astrid

    Gefällt 1 Person

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