13.11.2016

Heute kommt Claras Großmutter ins Spiel. Ob sie zu Besuch kommt? Lest selbst! 

Teil 13

Die Mutter nahm das Telefon und wählte die Nummer ihrer Mutter.
„Hallo!“, meldete die sich.
„Mutter, du sollst doch deinen Namen sagen, wenn du ans Telefon gehst!“, schimpfte Claras Mutter gleich los.
„Mein Kind, ich habe deine Nummer gesehen und du weißt doch, dass du mich angerufen hast, nicht wahr? Warum sollte ich dir also meinen Namen sagen?“
„Du bist unmöglich!“
„Bin ich nicht, aber ich habe ein neues Telefon. Auf dem kann ich sehen, wer mich anruft. Allerdings sehe ich deine Nummer doch recht selten, stimmt’s?“
Claras Mutter fühlte sich ertappt, ihre Mama hatte ja Recht. Viel zu selten kümmerten sie sich um die Oma, die viele Kilometer weit weg wohnte. Dabei lebte sie in einer wunderbaren Gegend am Meer und manchmal sehnte sie sich nach dem Duft des Meeres, dem Wind und den Wellen. Als sie geheiratet hatte, war sie ihrem Mann gefolgt, der eine gute Stellung hatte und das war wichtig für die kleine Familie.
„Hat es dir die Sprache verschlagen?“, fragte die Großmutter.
„Aber nein, ich wundere mich nur über dein neues Telefon.“
„Ach Gisela, mit den technischen Dingen hast du genauso wenig am Hut wie dein Vater das hatte, Gott hab ihn selig.“ Die Großmutter seufzte, so viele Jahre war sie nun schon allein und als ihre Tochter sie verlassen hatte, um ihrem Mann zu folgen, da war sie ganz allein gewesen und das war nicht immer leicht für sie.
„Stimmt, Mama. Ich habe wohl mehr von Papa geerbt, als von dir. Aber das macht ja nichts, Papa war ja ein toller Mann, nicht wahr?“
„Ja, das war er, ein Märchenerzähler und ein Träumer, aber ein lieber Träumer.“
„Sag mal, meinst du, dass du uns einmal besuchen könntest? Rolf würde ich abholen und du bleibst einfach ein paar Tage hier. Clara würde sich sicher auch sehr darüber freuen.“
„Ach Kind, ich weiß nicht, ich reise nicht mehr so gern.“
„Das habe ich mir schon gedacht, sollen wir dich denn mal für ein paar Tage besuchen?“
Die Großmutter überlegte eine Weile, dann antwortete sie:
„Ich würde mich freuen, euch zu sehen, aber in den nächsten Wochen ist es mir nicht so recht. Ich habe eine Kur beantragt, du weißt ja, mein Herz.“ Ihre Stimme wurde weinerlich und dann sagte sie gar nichts mehr.
„Ist es denn schlimmer geworden? Bist du auch regelmäßig zum Arzt gegangen?“
„Bin ich und der meint ja auch ich brauchte mal eine Luftveränderung.“ Gisela lachte und dann folgte ein Redeschwall: „Die Luftveränderung kannst du bekommen, komm hierher, wir brauchen dich und würden uns sehr freuen. Wir haben sogar ein eigenes Zimmer für dich und es soll dir an nichts fehlen.“
Die Großmutter zögerte.
„Ich werde es mir überlegen, Gisela. Danke für das Angebot, vielleicht ist das wirklich eine gute Idee. Ich rufe dich morgen wieder an, ja?“
„Mama!“
„Ja?“
„Kannst du mir das Rezept für deinen leckeren Haselnusskuchen verraten, bitte.“
Großmutter lachte.
„Den hat doch immer dein Papa gebacken, aber das Rezept habe ich sicher noch in meinem Notizbuch, ich schicke es dir.“
„Ich habe eine bessere Idee, bring es mit und komme schnell zu uns, ich kümmere mich ums Abholen und um dein Zimmer, einverstanden?“
„Einverstanden!“

So kam es, dass die Großmutter ihre Koffer packte, Claras Vater sich einen Tag frei nahm, um sie abzuholen und Claras Mutter freute sich auf ihre Mama, die sie so lange nicht gesehen hatte.

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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