8.11.2016

Teil 8

  1. Kapitel

„Heute ist Vollmond“, sagte die Mutter beim Abendbrot und deutete auf das Küchenfenster. „Schaut, dort steht er schon am Himmel und beleuchtet die Nacht.“ Clara kletterte auf den Schrank, um besser aus dem Fenster schauen zu können. Mit großen Augen betrachtete sie dem Mond und es war ihr so, als habe er ihr mit dem linken Auge zugezwinkert.

„Hallo Mond“, rief sie. „Du bist aber schön heute, wunderschön.“ Dann legte sie ihr Köpfchen auf die Seite und lauschte.

„Das hast du schön gesagt, lieber Mond!“, sagte Clara.

Die Eltern schauten sich verwundert an, sprach ihre Tochter nun schon mit dem Mond?

Sie konnten ja nicht wissen, dass die große Eule vor zwei Tagen ihre Clara besucht hatte, um sie auf ihr neues Leben vorzubereiten. Clara freute sich sehr darauf, hatte sie doch erfahren, dass sie ihre Eltern gar nicht verlassen musste dafür. Sie würde tagsüber bei ihnen sein dürfen und nachts, wenn alle schliefen, dann würde sie ihr Leben im Wald verbringen und zusammen mit den Waldgeistern, Trollen, Zwergen und Elfen sowie allen Tieren zusammen sein. Welches Kind würde sich das nicht wünschen? Clara wusste, dass sie auserwählt war und dass es für sie eine ganz besondere Ehre war. Die Wirkung der Heilkräuter würde sie erlernen und später dann konnte sie ihr Wissen an die Menschheit weitergeben. Lange hatte niemand mehr diese Ehre gehabt.

Clara glaubte auch, dass die Mutter davon wusste, denn ihre Geschichten hatten sich verändert, so als ahne sie längst, dass ihre Tochter erwählt war. Heute war es also soweit, in der Nacht würde sie das erste Mal richtig, also nicht nur im Traum in ihrer neuen Heimat sein. Sie freute sich auf Hilda und Hermann, die dazu auserkoren waren, ihre Waldeltern zu sein. In den Träumen hatte sie die beiden schon kennengelernt und immer wieder musste sie darüber lächeln, wie sie miteinander umgingen. Hermann war ein wenig träge und Hilda war praktisch ständig damit beschäftigt, ihn anzutreiben seine Aufgaben zu erledigen. Auch die große Eule hatte Clara schon lieben gelernt, denn sie war klug und gütig. Wie schön würde es sein, wenn sie mit den Eichhörnchen reden könnte und mit den kleinen Füchsen spielen konnte. Sie freute sich auf die Elfen, die jede Nacht an ihrem Bette wachten und mit denen sie dann endlich reden und spielen durfte.

Was es mit den geheimnisvollen Schlössern in dem dicken Baum auf sich hatte, das wusste Clara noch nicht, aber sie würde es schon erfahren. Sicher warteten dahinter Abenteuer und Aufgaben, die sie lösen musste. Auf jeden Fall wartete dort etwas Neues und Spannendes auf sie, dessen war sie sicher.

Bald würde sie ins Bett gehen und das Abenteuer konnte beginnen.

Clara zwinkerte dem Mond noch einmal zu, der ihr gesagt hatte, dass er ihr leuchten würde für den Übergang aus dem Traumreich in den Wald, ihr neues Zuhause.

 

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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