4.11.2016

Heute gibt es nur ein kleines Häppchen von der Geschichte. Es sind gerade so viele Dinge zu tun, die leider Vorrang haben. Aber genau das ist ja der Grund, weshalb ich mich nicht unter Druck setzen wollte und das gelingt mir auch ganz gut bisher, hier kommt also

Teil 4

Es war so lange her, dass ein menschliches Wesen bei ihnen gelebt hatte. Jetzt war Herbst. Manchmal war es noch ein wenig sonnig und mild, aber am Morgen war es schon deutlich kühler und der Nebel hatte sich auch schon eingefunden. Hermann konnte sich nicht vorstellen, dass Clara noch vor dem Winter ankommen würde. Sie war ja noch so klein und zart, im Winter konnte es ganz schon kalt werden und das war nicht gut für Clara, die daran gewöhnt war, in einer kuschligen geheizten Wohnung im Menschenreich zu leben.

Vier ganze Jahre hatten die Waldbewohner Zeit gehabt, um alles für das Kind vorzubereiten. An dem Tag, als sie davon erfuhren, waren alle in freudiger Aufregung gewesen, denn sie hatten schon nicht mehr damit gerechnet, dass einmal wieder ein Mensch bei ihnen leben würde. Es war Tradition, dass der dickste Baum ausfindig gemacht wurde und der wurde dann so ausgestattet, dass das Menschenkind darin leben konnte, wenn es dazu geeignet war und seine Wahl angenommen hatte. Einige Male hatte es Vorzeichen gegeben, dass wieder ein geeignetes Kind geboren war, aber immer wieder hatten dessen Eltern eingegriffen und ihr Kind so verändert, dass es den Blick für das für andere Unsichtbare verloren hatte.

Die Welt hatte sich verändert, niemand glaubte mehr an Elfen und Feen, oder überhaupt an Waldbewohner, die keine Menschen waren.
Dabei brauchten die Waldlinge die Menschen genauso sehr, wie die Menschen die Waldgeister und Feen brauchten. Doch das hatte man im Laufe der Jahre vergessen oder verdrängt. Einige wenige wussten noch davon, aber die wurden von den anderen als seltsam oder gar verrückt bezeichnet.
Im Dorf lebte eine alte Frau, die noch genau wusste, was man früher für selbstverständlich gehalten hatte. Sie war aber bei den Dorfbewohnern als Hexe verschrien und das hatte keineswegs eine positive Bedeutung. Ganz viel früher waren die Hexen sogar verfolgt und verbrannt worden. Man hatte ihnen nach dem Leben getrachtet und damit das Wissen dieser Frauen langsam aber sicher mit ihnen getötet. Wie viel Gutes war aber von ihnen ausgegangen, die sich in der Kräuterheilkunde auskannten und vielen Kranken geholfen hatten.
Hermann seufzte, er hatte bessere Zeiten erlebt und jetzt freute er sich darauf, dass endlich wieder jemand kommen würde, dem die Waldbewohner ihr Wissen weitergeben konnten. Die kleine Clara war auserwählt worden, weil sie schon sehr früh erkannt hatte, dass es zwischen Himmel und Erde sehr viel mehr gab als Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie würde alles achten, was sie kennenlernen würde, dessen war er sich sicher. Selbst Claras Eltern waren ein Glücksfall, sie ließen ihr Kind so aufwachsen, wie es selbst es wollte. Sie behüteten und beschützten es, ließen ihm aber seine Ruhe und sie überfütterten es nicht mit äußeren Dingen und Beeinflussungen wie viele andere Eltern und auch deren Vertreter in den Schulen und Kindergärten es taten.

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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2 Antworten zu 4.11.2016

  1. etoilefilante22 schreibt:

    hat suchtpotential 🙂

    Gefällt mir

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