1.11.2016

Ich habe mich entschieden, in den nächsten 30 Tagen eine Geschichte neu zu schreiben, die ich nie beendet hatte. Ich hoffe, dass ich sie mit dieser selbst auferlegten Challenge zu einem Schluss bringen kann. Ich schreibe sie nicht von einer Datei ab, sondern völlig neu. Gestern habe ich mir die Skizzen dazu angeschaut und sofort war ich wieder Feuer und Flamme für die Story. Zunächst werde ich versuchen, die einzelnen Abschnitte recht kurz zu halten, denn wie gesagt, es geht mir nciht um eine bestimmte Wortzahl. Danke für die allseitige Ermutigung, die treibt mich an.

 

Claras Baum (Arbeitstitel)

Dieses ist die Geschichte eines ganz besonderen Mädchens. Ihr Name ist Clara und als sie geboren wurde, war das Glück ihrer Eltern perfekt. So sehr hatten sie sich ein Kind gewünscht. Clara war genauso, wie die Eltern es bei der Wahl ihres Namens vermutet hatten. Sie strahlte. Ihr kleines Gesicht leuchtete, es war eine Freude, sie anzuschauen. Behütet und geliebt wuchs das kleine Mädchen auf. Alles schien so zu sein, wie es eben zu sein hat. Aber eines gab es doch, was den Eltern zunehmend Sorge bereitete, das Kind wollte einfach nicht anfangen zu sprechen.

Der Kinderarzt, den die Eltern regelmäßig aufsuchten und der ihr Vertrauen genoss, sagte:

„Das kommt schon noch. Reden Sie viel mit ihr, lesen Sie ihr vor. Offensichtlich hört sie ja sehr gut und verfolgt aufmerksam die Geschehnisse um sie herum. Eines Tages wird sie anfangen zu sprechen. Es ist gesundheitlich alles in Ordnung mit ihr. Manche sprechen eben später. Ich habe das in meiner Praxis schon sehr oft erlebt.“

Als Clara drei Jahre alt war, fing sie dann langsam an, einzelne Worte zu sprechen. Mama und Papa, dazu kam ihr eigener Name und wenn sie etwas wollte, dann konnte sie das durch Gesten und Laute anschaulich deutlich machen und jeder in ihrer Umgebung verstand sie ganz genau.

Ihr Lieblingswort aber war ‚Baum‘. Wenn sie mit den Eltern im Wald spazieren ging, der direkt an das Gartengrundstück grenzte, dann begrüßte sie jeden einzelnen Baum mit: „Oh, Baum, mein Baum!“ Dabei machte sich eine Geste der Umarmung, so, als sei der Baum der allerbeste Freund von allen. Im Wald strahlte ihr Gesicht noch ein wenig mehr und jedes Mal, wenn sie einen Spaziergang beendeten, dann gab es Tränen.

„Das Kind ist ganz verrückt auf Bäume!“, staunte Papa und Mama sagte: „Das hat sie von mir, ich habe früher auch jeden Baum umarmt!“ Clara lachte vergnügt, niedlich sah das aus und die liebevolle Art war begeisternd So stolz waren die Eltern auf ihre kleine Tochter.

Jeden Abend durfte Clara eine Geschichte aus dem dicken Geschichtenbuch mit den wunderbaren Bildern aussuchen, die die Mutter ihr dann vorlas. Clara konnte gar nicht genug davon bekommen, sie lauschte aufmerksam und in ihrem Gesicht spiegelten sich die verschiedensten Gefühle, wie Freude, Besorgnis, Wut und Trauer. Sie sagte jedoch nie etwas dazu, stellte auch keine Fragen. Die Mutter las von Feen, Elfen, Zwergen, Kobolden und Trollen, aber auch alle Märchen der bekanntesten Märchensammler wie die der Gebrüder Grimm oder von Ludwig Bechstein. Wenn die Geschichte beendet war, schlang Clara ihre kleinen Ärmchen um den Hals der Mutter, küsste sie auf den Mund, drehte sich dann auf die Seite und war im Nu eingeschlafen, so schien es jedenfalls. Die Mutter deckte sie sorgfältig zu, löschte das Licht und verließ das Zimmer. Bis zum Morgen hörten sie dann nichts mehr von Clara.

Advertisements

Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
Dieser Beitrag wurde unter Schreibprojekt 2016 abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu 1.11.2016

  1. etoilefilante22 schreibt:

    geschickt eingebaut „… so schien es jedenfalls. “ 🙂

    ich freue mich auf die fortsetzung!

    Gefällt mir

  2. Su-shi schreibt:

    ich folge dir auch, bin schon sehr gespannt! 🙂

    Gefällt mir

  3. lifetellsstories schreibt:

    Es ist Dir schon mit wenigen Sätzen gelungen, mich neugierig zu machen, was weiterhin geschieht und was es mit Clara auf sich hat. Sie birgt ein Geheimnis in sich, so vermute ich.
    Auch ich bin sehr gespannt, was passieren wird. Ich freue mich auf diese Fortsetzungsgeschichte.
    LG
    Astrid

    Gefällt mir

  4. Pingback: 2.11.2016 | Klatschmohnrot – von Tag zu Tag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s