Die Suche nach der hellen Nacht

Geschichtensammlung

Die Suche nach der hellen Nacht

„In manchen Ländern“, erzählte der Großvater, „geht die Junisonne nie ganz unter.“
Der Junge staunte. „Und dann bleibt es die ganze Nacht hell?“, fragte er.
Der Großvater nickte. „Abendrot und Morgenrot treffen sich zur Blauen Stunde. Sie umarmen einander wie Liebende so zärtlich und doch fest, dass für das Dunkel der Nacht kein Platz bleibt. Selbst das Licht der grauen Dämmerung vermag nur für ein kurzes Weilchen über das Himmelsrot zu streichen, um gleich darauf dem neuen Tag den Platz zu überlassen. Und …“
Noch vieles erklärte der Großvater, doch der Junge hörte nicht mehr zu. Die Liebenden Abendrot und Morgenrot hatte er vor Augen. Ob man am Himmel die Arme sehen konnte, mit denen die beiden einander in den Nächten, die der Dunkelheit keinen Platz ließen, festhielten? Ob sie sich küssten wie ein Liebespaar? Wie Mama und Papa?
Lange dachte der Junge darüber…

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Über Regina (klatschmohnrot)

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