Reinhard Mey Konzert am 24.10.2011

Gestern war ja das Konzert von Reinhard Mey, auf das ich mich so gefreut habe. Es war wunderbar und, das sage ich immer, das schönste Konzert von ihm bisher. Dabei habe ich all seine Konzerte so sehr genossen. Immer unter anderen Lebensbedingungen, denn in den vielen Jahren sweit 1972 habe ich mich verändert, er auch, die Texte weniger, denn seine alten Lieder sind nach wie vor gut und hörenswert. Gestern gab es nur ein einziges von den alten Liedern, aber eines, das ich besonders liebe: Herbstgewitter.
(Stimmt gar nicht, in den Zugaben war noch „Gute Nacht Freunde“ zu hören.)

Die meisten anderen Titel hatte ich schon gehört, aber ich kannte sie noch nicht so gut. Dann gab es noch ganz neue Lieder und es war keines dabei, das mir nicht gefallen hätte.

In der Stadthalle in Bielefeld habe ich ihn schon oft gehört, aber auch an anderen Orten hier in der Region. Immer steht er da mit seiner schwarzen Jeans, einem schwarzen Hemd und seiner Gitarre, ganz allein auf der Bühne und singt – ohne einen einzigen Patzer, seine langen Chansons, deren Texte einerseits unter die Haut gehen, aber auch immer mal wieder einen Lacher herausfordern und das lässt die Konzerte lebhaft werden. Das Publikum ist mit vollem Herzen dabei. Viele hat man schon oft gesehen, aber es kommen immer wieder neue dazu – auch ganz junge Menschen. Das freut mich besonders.

Stehende Ovationen am Schluss, Zugaben von seiner Seite. Eine wahre Leistung, so ein Konzert zu halten, fast drei Stunden volle Konzentration, voller Einsatz der Stimme und das Einbeziehen des Publikums, was wieder gelang.

Ich war einige Male zu Tränen gerührt, manchmal kullerten sie auch ungehemmt unter der Brille weg – ist doch egal, ich schminke mich nicht vor Reinhard Mey Konzerten, weil ich weiß, dass ich heule. Und anschließend fühle ich mich so gut verstanden, denn er singt, was ich denke und trifft meinen Nerv genau.

Ein Highlight am Schluss:
„Ich fühle mich mit Bielefeld verbunden, zum einen, weil ich so gern „Mändelchen“Pudding gegessen habe (Dr. Oetker), zum zweiten, weil hier ein guter Freund zu Hause ist, der auch heute hier im Publikum sitzt und leider erkältet ist, sonst hätte ich ihn auf die Bühne gebeten, es ist Hannes Wader und zum dritten Bethel, diese großartige Einrichtung, die so viel Gutes tut. Deshalb bleibt meine Gage des heutigen Abends hier in Bielefeld und ist für Bethel bestimmt!“
(ziemlich frei zitiert von Frau Klatschmnohnrot, aber sinngemäß richtig).

Es war ein toller Abend, einer, den ich nicht vergessen werde. Danke, Reinhard Mey.

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Über Regina (klatschmohnrot)

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19 Antworten zu Reinhard Mey Konzert am 24.10.2011

  1. mono8no8aware schreibt:

    er ist eben ein absoluter profi und ausserdem ein sehr sympathischer typ, immer noch …
    herbstgewitter über dächern mag ich auch sehr, so wie manchmal wünscht‘ ich meine gedanken wären ein buch…
    dir eine gute nacht!
    und hab acht!
    liebe grüße
    ludwig

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Danke, Ludwig,
      ich höre noch ein wenig Musik und dann werde ich selig hinüber schlummern ins Traumreich, müde genug bin ich!

      Schlaf du auch gut, liebe Grüße
      Regina

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      • mono8no8aware schreibt:

        und? hast du nun genug geschlafen* *lächel* und diese meylieder ende oktober immer noch im ohr? liebe grüße zum samstagabend vom ludwig

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      • klatschmohnrot schreibt:

        Ich habe genug geschlafen, lieber Ludwig,

        und mittlerweile sind wieder andere Lieder in meine Ohren gewandert. Seit Tagen versuche ich abends das Hörbuch „Der Junge im gestreiften Pyjama“ zu hören, es will mir einfach nicht gelingen, weil ich nach ein paar Sätzen einschlafe, der Sprecher hat eine so beruhigende Stimme.
        Das Buch habe ich bereits gelesen und es hat mir so gut gefallen, jetzt wollte ich es noch anhören. Ich versuchs aber immer mal wieder …
        Herzliche Grüße
        Regina

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  2. freu mich mit dir!

    alles liebe
    eva 🙂

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  3. Follygirl schreibt:

    Ich mochte ihn auch immer gern, finde ihn symphatisch und „echt“.
    Allerdings gehe ich niemals zu Konzerten (kann ich nicht aushalten, einfach zu volll, zu eng und zu viel) , toll, das es für Dich so schön war, davon kann man sicher eine Weile „zehren“…
    Liebe Grüße, Petra

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  4. mausi61 schreibt:

    Es ist schön das dir Reinhard Mai so gut gefallen hat Knubu 🙂

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  5. syntaxia schreibt:

    Oh, wie schön, Regina!!
    Ja, Wader ist sein Freund, Klaus Hoffman und Herman van Veen ebenso. Das sind alles tolle Künstler, die ohne viel Schnickschnack auskommen. Texte die unter die Haut gehen. Sie waren schon einmal alle zusammen auf der Bühne, da wäre ich gern dabei gewesen!!
    In Beverungen kam Reinhard Mey einmal spontan zu Klaus Hoffmann auf die Bühne. Sie sangen zusammen ein sehr sehr schönes Duett (Schenk mir diese Nacht). Reinhard Mey war dort, weil es eine Familienfeier von klaus Hoffmanns Frau dort gab (sie kommt aus der Ecke), zu der er auch eingeladen war.
    Die Mutter eines Patienten war letzens bei Reinhard Mey in Offenburg, sie war auch sehr angetan!

    ..grüßt dich Monika

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Ja, das ist ein tolles Gespann, liebe Monika,
      ich liebe diese Musik einfach sehr und das wird sich wohl auch nie ändern. Wader hat für mich ebenfalls einen ganz besonderen Stellenwert. Da ich ja selbst Gitarre spiele und singe, waren gerade diese beiden, Mey und Wader, immer meine Vorbilder, das hört man auch deutlich (mittlerweile hat sich sogar meine Stimme angepasst und klingt männlich 🙂
      Liebe Grüße
      Regina

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  6. levervitalife schreibt:

    Hallo 🙂
    wow, also ich kann da total mitfühlen. Ich empfinde auch diese Liebe zu Konzerten und erwische mich dann auch öfter dabei, dass Tränchen kullern.
    Toll!!!
    Liebe Grüße
    Michaela

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Hallo Michaela,

      das ist doch toll, oder? Aus so einem Konzert gehe ich gestärkt nach Hause, manchmal nachdenklich, manchmal fröhlich, aber immer gibt es mir viel!

      Viele Grüße
      Regina, die sich über deinen Besuch und Kommentar freut

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  7. wholelottarosie schreibt:

    Oh ja, bei manchen Konzerten fühlt man sich in der Seele berührt. Mir geht es auch manchmal so, dass ich bei manchen Songs die Tränen nicht zurückhalten kann. Bei anderen hüpfe ich voller Begeisterung vor der Bühne herum. Ja, so sollen Konzerte sein, sie sollen mitreissen und einen ein paar Stunden mit auf eine „Reise“ nehmen. Sie sollen alles andere vergessen machen und vielleicht auch neue Türen öffnen. Toll, du Liebe, dass du ein so schönes Erlebnis hattest!
    LG von Rosie

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Ich stell mir gerade vor, wie du vor der Bühne herumhüpfst, liebe Rosie,
      das bringt mich zum Lächeln an einem eher trüben Samstag. Danke!
      Ich liebe konzerte, kann leider nicht allzu oft hingehen, aber dann genieße ich es. Genauso gefallen mir aber auch Ausstellungen und ich bedaure sehr, dass ich bei deiner/eurer Austellung nicht dasein kann. Sicher wäre ich begeistert, ich bewundere deine Kunst so sehr!

      Viele Grüße und ein schönes Wochenende dir
      Regina

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  8. Manfred Konradt schreibt:

    Das war sicher der Herr Wader der in der „Trilogie auf Frau Pohl“ den Gartenzaun zerlegte und der den“Tankerkönig“ gesungen hat.

    Für Bethel habe ich jahrelang Briefmarken gesammelt – weiß nicht ob die heute noch so etwas brauchen.

    Freut mich, das du einen so schönen, bewegenden Abend hattest.

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Bethel sammelt noch immer Briefmarken – unsere Geschäftspost gibt ab und an auch noch briefmarken her und ich sammle sie das ganze Jahr, um sie dann nach Bethel zu schicken.
      Den Tankerkönig kenne ich nicht, wohl aber die Trilogie auf Frau Pohl 🙂
      Hannes Wader ist ja hier in Bielefeld geboren, ich habe ihn auch schon mehrfach in Konzerten erlebt und bin immer wieder begeistert!
      Liebe Grüße
      Regina

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  9. Manfred Konradt schreibt:

    Dann werde ich das Briefmarkensammeln auch wieder aufnehmen.

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