Fast vergessen

gerade kam mir ein Traum der letzten Woche wieder in den Sinn, den ich hier mal schnell aufschreiben möchte, bevor ich ihn vergesse.
Genau darum ging es auch in dem Traum, ums Vergessen. Ich stelle fest, dass ich seit einiger Zeit häufig Namen vergesse. Das kenne ich von mir gar nicht und es beschäftigt mich sehr. Manchmal denke ich so lange nach, bis es mir endlich eingefallen ist, wie die Person heißt, an die ich gerade dachte. Ein anderes Mal geht es soweit, dass ich irgend jemanden anrufen muss, weil es mir keine Ruhe lässt. Es gibt ja meist einen, der einen kennt, der das Gewünschte dann weiß. 🙂
Diese Begebenheiten haben dann wohl folgenden Traum ausgelöst, über den ich wirklich herzlich lachen konnte, denn da hat im Traum mal einmal etwas funktioniert, was ich für unmöglich gehalten hatte.

Also: Ich war in meinem Wohnzimmer und las. Plötzlich kam mir der Altbundeskanzler Schröder in den Sinn. Ich habe ihn mal getroffen auf einer Veranstaltung, bei der ich musiziert habe. Ich dachte über die Veranstaltung nach und erinnerte mich, dass er mir die Hand geschüttelt hat. Ich war sehr stolz und noch stolzer, dass er meine Bandkollegen und mich beim Vornamen nannte und DU sagte. (Das war wirlich so).
So, jetzt kommt’s – ich wollte ihn ebenfalls ansprechen und sein Vorname fiel mir nicht ein. Ich schwitzte Blut und Wasser und ratterte innerlich die ganze Palette männlicher Vornamen durch, die ich so kenne. Der richtige Name war nicht dabei. Peinlich, Regina, sehr peinlich, dachte ich.
Dann kam die rettende Idee. Googlen – das hätte mir früher einfallen können. Ich googlete also (im Traum alles) und gab ein Altbundeskanzler Schröder, gleich der erste Eintrag brachte den gewünschten Erfolg. Er heißt Gerhard.

Dann wurde ich wach! Ist das nicht prima? Wenn ich mal was vergesse, dann schlafe ich einfach und google im Schlaf. Das Problem ist nur: Wie stelle ich es an, wenn ich den Namen der Tochter eines meiner Schützlinge vergessen habe, die auch keine weiteren Bekannten hat, die ich fragen könnte. Ich möchte sie nämlich anrufen und kann mich einfach nicht an den Nachnamen erinnern. Es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als da mal hinzufahren und auf die Türklingel zu schauen … aber das ist auch peinlich.
Ich geh dann mal ins Bett und google: Name von Tochter, die ungefähr Richtung G. linke Straße nach Stadtring wohnt, dunkelblond und sehr sympatisch – mal sehen, was die Suchmaschine mir in den Traum blubbert.

Ich werde berichten, wenn das Problem gelöst ist.

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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17 Antworten zu Fast vergessen

  1. Pingback: Schall und Rauch……… « Piruscydonia ihr Block

  2. Anna-Lena schreibt:

    Amüsant und gleichzeitig nachdenkenswert. Haben wir den Kopf so voll, dass nicht ausreichend Platz für alles ist? Ich kenne das Gefühl nämlich auch.
    Ganz schlimm ist es neuerdings bei mir, wenn ich korriegiere. Ich sehe, ein Wort ist falsch geschrieben und weiß aber nicht gleich, wo der Fehler liegt, weil ich mir plötzlich selbst nicht mehr sicher bin. Also, nehme ich ein Wörterbuch und schlage nach. Dabei hat es in der englischen Sprache doch keine Rechtschreibreform gegeben 😯

    Solltest du eine nächtliche Patentlösung finden, sag es mir bitte umgehend. Ich habe nämlich noch einen Test liegen, den ich bis zum Ferienende korrigieren muss….

    Herzliche Grüße
    Anna-Lena

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Liebe Anna-Lena,
      das kenne ich auch gut. Oft werde ich gefragt: Wie schreibt man eigentlich …XYZ, antworte ich aus dem Bauch heraus, dann ist es meist richtig, fange ich aber an zu überlegen, dann passiert genau das, was du beschreibst. Ich werde unsicher und muss nachschlagen. Dafür habe ich noch keine Patentlösung gefunden – allerdings habe ich den Namen gefunden, den ich gestern suchte und er ist mir ganz einfach eingefallen, als ich die Zeitung las und ein ähnlicher Name in einer Todesanzeige zu lesen war.
      Schlimm ist, dass ich seit vier Wochen daran herumdenke und schon ganz verzweifelt war.
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und grüße herzlich
      Regina

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  3. Regula schreibt:

    Hahahaaa.
    Mir kommen auch Namen nicht mehr in den Sinn. Grauenhaft, es muss am Alter liegen. Auch das Problem mit der Rechtschreibung, das Anna-Lena beschreibt, kenne ich, dabei war ich da immer besonders gut. Im Englischen kommen mir manchmal die einfachsten Wörter nicht mehr in den Sinn. Ich versuche dann verschiedene Varianten aus und muss oft dann doch im Leo-online nachschauen. Zum Beispiel clowd, cloud. Wie peinlich ist das! Oft studiere ich dann auch an einer Stelle des Wortes herum, die in Ordnung ist. Der Fehler liegt an anderer Stelle. Und klar, wenn ich verschiedene Varianten bei den Schülern gesehen habe, weiss ich jeweils selbst nicht mehr, was richtig ist.

    Heute hab ich also gar keine Lust zum Korrigieren.
    Wünsche allen einen schönen Sonntag.

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Liebe Regula,
      mich beruhigt, dass ich mit diesem Problem nicht allein bin. Ich dachte immer, dass ich ein supergutes Gedächtnis habe (habe ich auch, nur die Namen machen mir Sorgen und manchmal auch die Rechtschreibung, wohl durch die vielen Reformen). In deinem Blog habe ich gesehen, dass du deine Einträge auch immer in englischer Sprache verfasst, das ist eine gute Übung und hilft gegen das Einrosten. Ich lese also bei dir mal ein bisschen mit und versuche es dann selbst einmal. (Leo-online ist auch ein Freund von mir, der ständig in Anspruch genommen wird.)
      Dir auch einen schönen Sonntag und herzliche Grüße
      Regina

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    • Anna-Lena schreibt:

      Du triffst es auf den Punkt 😆 Wie beruhigend, dass es anderen auch so geht!
      Ich habe immer noch keine Lust zum Korrigieren und lass es einfach noch liegen 😉

      Herzliche Grüße,
      Anna-Lena

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  4. Manfred Konradt schreibt:

    Das kommt mir bekannt vor. Ich arbeite im Verkauf. Da gibt es Leute die kommen täglich, andere sind „Originale “ die man aufgrund ihres Aussehens oder sprachlicher Eigenheiten im Kopf behält.. Das Problem sind diejenigen die nur zwei oder drei mal im Jahr kommen. Ihr Verhalten signalisiert dir sofor: Sie wissen wer du bist aber dir will der Name partout nicht einfallen. Der Showdown ist dann der Moment in dem der Lieferschein geschrieben wird………..

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Lieber Manfred,
      das kann ich sofort nachvollziehen, weil es mir ebenso ergeht. Oft kommt der Name dann im Verlauf des Gespäches wieder in den Sinn, manchmal dauert es tatsächlich bis zum Ausstellen des Lieferscheines und das ist dann blöd. Die Kunden nehmen es gelassen, aber mich ärgert es doch sehr.
      Dabei hatte ich mal gelesen, dass unser Gehirn nur zu einem geringen Teil ausgelastet ist und wir noch jede Menge Kapazitäten frei haben 🙂
      Einen schönen Sonntag dir und liebe Grüße
      Regina

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  5. mono8no8aware schreibt:

    ein schöner traum und
    ein schönes ereignis vorab…
    (was hast du denn damals gespielt, erinnerst du dich noch daran?! (kleiner test, hehe))

    im übrigen, liebe regina, geht es mir auch so inzwischen, mann/frau wird eben älter und dann wird das erinnern in manchen ecken nur manchmal so sein wie früher, außerdem verschwinden ja alle ereignisse des lebens immer weiter weit in die vergangenheit hinein, das ist wie mit der rotverschiebung *lach*

    liebe grüße
    ludwig

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Ich habe viele Stücke gespielt an diesem Tag, es war eine riesige Veranstaltung in einem Hotelgarten in unserer Nähe hier. Unsere Folk-Band wurde oft zu derartigen Ereignissen eingeladen, das Programm war bunt, quer durch den Garten der Musik, z.B. Min Jehann, Dat du min Leevsten büst, Korobushka, Those were the days, Tsadik Katamar, Fiddler’s Green etc. All diese Titel spiele ich noch heute im Schlaf …
      Ach ja, das war eine schöne Zeit!
      Liebe Grüße
      Regina

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      • mono8no8aware schreibt:

        das hört sich auch heute noch wunderschön an — ich kann dich verstehen …
        und obwohl judy collins singt „time passes slowly“ ist plötzlich ein großteil davon einfach vergangen…mono no aware…
        es bleiben die erinnerungen an jene herrlichen zeiten! 🙂
        herzliche grüße vom
        ludwig

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  6. bruni kantz schreibt:

    Tja, allem, was ich da lese, kann ich mich voll und ganz anschließen. Bei mir sind es weniger die Namen, die ich vergesse, es sind die total passenden Worte, über die ich nachgrübele, vor allem auch in Gesprächen. Ich weiß, daß ich sie kenne und denke darüber nach, bis dieses gemeine, sich in irgendwelchen Gehirnwindungen sich versteckende Wörtchen wieder zum Vorschein kommt.
    Die Idee, im Traume zu googeln, die kam mir noch nie, liebe Regina, vielleicht sollte ich meinem Geist mal einenSchubs in diese außerordentlich gute Richtung geben. Ich befürchte aber, ich werde anderes Merkwürdige dabei zum Vorschein bringen. *lach*. Einen lieben Gruß von Bruni

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Ich bin ja froh, dass es mir nicht allein so geht, liebe Bruni,
      die Zeichen der Zeit sind das wohl und mit dem nächtlichen googlen versuche ich es immer mal wieder, wer weiß, ob das nicht DIE Lösung ist.
      Der gesuchte Name, von dem ich oben auch noch schrieb, ist mir übrigens auch wieder eingefallen, diesmal habe ich ihn beim Lesen in der Tageszeitung wiedergefunden, es war nicht genau der Name, aber ein ähnlicher, der mir auf die Spünge geholfen hat.

      Liebe Grüße
      Regina

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  7. Silberdistel schreibt:

    Oh ja, das kann ich gut nachempfinden. Mit Namen hatte ich allerdings schon immer ein Problem. Da gab es schon manchmal peinliche Situationen. Vielleicht sollte ich auch mal des Nachts googlen 🙂

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  8. Follygirl schreibt:

    Wirklich ein toller Traum…
    Ich kann mir überhaupt keine Namen merken, schon immer, ich weiß aber meistens wie das Tier heißt, immerhin. Noch schlimmer sind Zahlen davon habe ich keinerlei Vorstellung, auch schon immer…
    Liebe Grüße, Petra

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