Was ich noch sagen wollte

So ein Tag ist zu kurz, eine Woche zu schnell vorbei – wenige Stunden nur zum Ruhen und der Wunsch, diese Ruhestunden sinnvol zu nutzen.
Heute zum Beispiel:
Ich kam gegen 19.00 Uhr nach Hause – schnell noch durch den Keller, die Wäsche aus der Maschine holen – drei Stockwerke hoch – rechts die Wäsche, links die Einkaufstasche – die Tageszeitung (längst überholt) unter dem Arm und den Wohnungsschlüssel zwischen den Zähnen. Völlig aus der Puste erst einmal aufs Sofa sinken. Ein Kaffee wäre schön, aber völlig unvernünftig um diese Zeit, also keinen Kaffee. Auch keinen Fernseher einschalten, weil dann der Abend völlig hin ist und ich nicht mehr vom Sofa komme. Also kurz verschnaufen, wieder aufstehen, die Wäsche aufhängen, die Einkäufe einräumen – gegessen habe ich seit dem Frühstück nichts mehr und eigentlich habe ich auch keinen Hunger. Macht nichts.
Beim Kühlschrank einräumen fällt mir ein, dass da mal wieder eine Generalüberprüfung fällig wäre – heute nicht. Ich habe so lange gearbeitet und mir meinen Feierabend verdient, oder?
Also mache ich nur das nötigste, Geschirr spülen, weil ich sonst morgen keine Kaffeetasse mehr habe und ich nichts mehr hasse, als am Morgen keine Tasse zu haben, wo ich doch ohne den ersten Kaffee gar nicht wach werden kann (stimmt nicht, ist eine Ausrede, weil ich mit der Tasse Kaffee gern am PC sitze und schaue, was sich nachts so getan hat).

Schupp di wupp ist es neun Uhr, ich habe gespült, Wäsche aufgehängt (mal kurz ’ne Frage: Warum sagen viele Leute, gerade die jüngeren ICH HABE WÄSCHE AUFGEHANGEN? Für mich klingt das so falsch …
also: Wäsche aufgehängt, Badezimmer entstaubt, Bluse für morgen gebügelt und immer noch nichts gegessen. Eigentlich habe ich auch keinen Hunger, doch wenn ich jetzt nichts esse, überkommen mich nach zehn Gelüste, die wieder völlig unvernünftig wären.
Kühlsschrank auf, Gurke raus – kann ich die eigentlich essen, wo doch dieser schreckliche Virus unterwegs ist? Ich lasse es lieber – Gurke wieder rein, Jogurt raus und dann wieder aufs Sofa, mit dem Jogurt und dann kann ich nicht mehr widerstehen und schalte den verflixten Fernseher ein. Ehrlich: ich will das eigentlich nicht. Ich zappe durch die Kanäle und ärgere mich übers Programm – aber ich schalte nicht ab.
Irgendwann schaffe ich es doch und stelle fest, dass der Abend eigentlich schon wieder rum ist und ich bald ins Bett gehen sollte. Tja, das war’s dann wohl für heute.

Ach ja, ein paar Worte sind gesprudelt, nicht so viele aber gestern dachte ich noch, alles sei völlig verwuselt und sinnlos. Ist ja nicht so, war nur so ein Gefühl.

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Über Regina (klatschmohnrot)

Autorin
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4 Antworten zu Was ich noch sagen wollte

  1. mono8no8aware schreibt:

    ein herrlicher kleiner bericht mitten aus dem alltäglichen leben, die sind mir die liebsten, da kommt menschlichkeit rüber und der bärtige alltag, der uns alle im griff ja hat, und das mit der kaffeetasse mache ich gerade wie du: ich sitze mit dem frischen kaffee drin da und gucke am pc an, was sich so des nachts getan hat *smile*
    dir einen schönen tag!
    ludwig

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    • klatschmohnrot schreibt:

      Hallo Ludwig,

      und jetzt ist gleich schon wieder Nacht und zum Glück gibt es noch frische Tassen für morgen früh. Die Zeit rast nur so dahin, aber ein Stündchen bleib ich wohl noch auf.

      Gute Nacht und liebe Grüße
      Regina

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  2. Lavendelblau schreibt:

    Darf ich meckern?
    Ja?
    Also, ich tu’s: Iss mal richtig! Nicht nur der Körper braucht das …
    Mens sana in corpore sano.

    Und vor dem Fernseher abhängen nach einem solchen Chaostag und Gefühlswirrwar, ja, das ist völlig okay und besser, als etwas Kreatives, das du am nächsten Tag eh wieder verwirfst, zu erzwingen.

    Umarmung
    Elke

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